Retrozension | Stone Temple Pilots – Core

Stone Temple Pilots - Core

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich damals von den Stone Temple Pilots zwei CDs gleichzeitig zu hören bekam. Die eine war die für mich eindrucksvollere Purple, die andere war eben das Album Core. Dabei handelt es sich um das Debütalbum der Band aus San Diego.

Und dieses Debüt kann sich durchaus sehen lassen. Inzwischen verkaufte sich das Album über 8 Millionen mal und ist damit deutlich das kommerziell erfolgreichste Album der Band. Warum ich zu Anfang meine Schwierigkeiten mit Core hatte, weiß ich schon gar nicht mehr. Im Grunde findet sich auf der CD Alternative Rock der feinsten Sorte. STP überzeugen mit klaren Songstrukturen und ebenso klaren Soundabsichten.

Eindrucksvoll ist nämlich gerade der Sound der Band geraten. Es gibt nicht viele Bands, deren Gesamtklang so eindeutig zu identifizieren ist. Die Pilots jedoch erkennt man meist recht schnell. Der Mix aus cleanen und verzerrten Gitarren, die clevere Rhytmik und der imposante Gesang verbinden sich zu einem Klang, den es so vorher nicht gab, der dann aber leider des öfteren versucht wurde zu kopieren (Stichwort: Creed).

Die Songs auf Core sind durchweg sehr gut. Da kann man eigentlich nichts diskutieren. Auch nach nunmehr 15 Jahren gehört das Album – und die Stone Temple Pilots überhaupt – zu der Kategorie, die immer wieder gehört wird. Die Musik ist in gewisser Weise zeitlos, was durchweg als Kompliment zu verstehen ist. Wie oft hatte man es schon, dass Interpreten versuchten sich mit irgendwelchen modischen Klangkulissen als modern zu verkaufen, was meist nur kurz für Freude sorgt – wenn überhaupt. Nicht so auf Core: die Platte weiß wo sie musikalisch hingehört und ist doch anders als andere. Songs wie Sex Type Thing, Creep, Sin, Wet My Bed zusammen mit Crackerman und natürlich das grandiose Where The River Goes gehören noch immer zu den besten Songs die ich kenne.

Insgesamt hat das Album dann auch nur eine Schwachstelle für mich, die allerdings auch daher rührt, dass ich die Band nicht mit Core sondern mit Purple lieben gelernt habe. Core ist weniger mutig als Purple. Es reicht dichter an den Mainstream, was an sich nichts schlechtes ist, aber wer zuerst Purple kennen gelernt hat, dem fehlt etwas der Einfallsreichtum der auf dem Nachfolgealbum so sehr überzeugt. Core gehört dennoch zu den Top-Alben der Band, da bestehen inzwischen keine Zweifel. Das Album ist quasi ein Must-Have für Fans alternativer Rockmusik.

rating 4 star

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