Retrozension | Soundgarden – Superunknown

Soundgarden - SuperunknownNachdem ich Pearl Jam und Nirvana bereits erwähnt habe, darf natürlich der dritte, wirklich große Vertreter aus Seattle nicht fehlen: Soundgarden. Bekanntestes Werk ist hier mit Sicherheit das Megaalbum Superunknown. Soundgarden hatten ihren ersten großen kommerziellen Erfolg in den Staaten mit dem Vorgängeralbum Badmotorfinger von 1991. Damals konnte sich die Band mit diesem Erfolg als eine der großen Bands in Seattle positionieren. Das Nachfolgealbum lies jedoch zunächst auf sich warten und erschien erst 1994.

Meine erste Begegnung mit Soundgarden fand damals über MTV statt. Das faszinierende Video zu Black Hole Sun gefiel mir sofort, und das nicht bloß wegen der optischen Eindrücke. Der Song selbst gehört für mich auf jeden Fall zu den All-Time-Favorite Grunge Songs, und das obwohl sich auf Superunknown durchaus gleichwertige – wenn nicht gar bessere – Stücke befinden.

Das vierte Album der Band aus Seattle sorgte für den endgültigen Aufstieg der Band in die oberste Liga des Rock. Interessant finde ich immer wieder, dass die Bands aus Seattle, obwohl sie meist über einen Kamm geschoren werden, doch jede für sich einen ganz eigenen Sound hatten. Soundgarden hatten wohl den komplexesten Sound von Allen. Vergleiche mit Led Zeppelin blieben da nicht aus, wobei die wohl auch mit der faszinierenden Stimme von Chris Cornell zu tun hatten, die oft klingt als wäre Jimmy Page selbst am Mikrofon. Bei Superunknown bewegte Soundgarden sich jedoch deutlich weg vom etwas ungestümen Sound der vorigen Alben. So zeigt sich das Album deutlich eingängiger als noch die Vorgänger. Dennoch hat die Musik nichts an Vielschichtigkeit verloren. Manchmal scheint es als würde jeder in der Band seinen eigenen Song spielen. Trotzdem fügen sich Bass- und Gitarrenriffs immer wieder zusammen, trifft das Schlagzeug genau den (Off-)Beat. Einfach genial.

Highlights zu benennen fällt mir wahnsinnig schwer. Im Grunde sind alle Songs genial, sei es Fell On Black Days, Black Hole Sun, Spoonman, Limo Wreck, The Day I Tried To Live oder 4th Of July. Der eigenwillige, sehr klar produzierte, Gitarrensound erzeugt eine beeindruckende Soundkulisse, die eindringliche Stimme von Chris Cornell lässt einen Gänsehaut bekommen, die Soli von Kim Thayil sind absolut genial, Bass und Schlagzeug sorgen für einzigartige Rhythmen – mehr kann man von einem Album kaum erwarten. Und denoch ist es mehr: Jedem einzelnen Song merkt man an, dass er mit Seele geschrieben und interpretiert ist. Kein Song hat den Status eines Lückenfüllers inne. Jeder Song für sich ist zu recht auf der Platte.

Man merkt schon auf welche Bewertung es diesmal herausläuft. Superunknown ist eines der Alben aus den 90ern. Kommerziell gesehen mag es erfolgreichere Alben gegeben haben, vom musikalisch-qualitativen Standpunkt toppt dieses Album für mich Klassiker wie Nirvanas Nevermind und Pearl Jams Ten.

Meine Bewertung:

Rating 5 star

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