Retrozension | Silverchair – Frogstomp

Silverchair - Frogstomp

Das Phänomen von Teenies, die die Charts stürmen ist heute bekanntlich ja nichts Neues mehr. Als positives Beispiel könnte man die Arctic Monkeys nennen, leider gibt es da natürlich auch noch Tokio Hotel, aber das ist ein anderes Thema …
Zurück zu Silverchair: 1995 erschien ihr Debütalbum Frogstomp, nachdem die Jungs zuvor einen Talentwettbewerb in Australien gewonnen hatten. Zu diesem Zeitpunkt zählten die ungestümen Grunger gerade einmal 14 Jahre – ziemlich wenig also. Entsprechend jugendlich kommt demnentsprechend auch das Album daher. Es ist frech, aber gut.

Silverchair wurden damals direkt mit Nirvana verglichen, was größtenteils nachzuvollziehen ist. Ich würde zwar sagen, dass man die Wurzeln der australischen Surferboys teilweise etwas mehr im Metal-Genre suchen muss, dennoch ist die Nähe zur Grungemusik nicht von der Hand zu weisen.

Das Debüt von Silverchair verkaufte sich mittlerweile über 2,5 Millionen mal, was die Band zu einer der erfolgreichsten Musiexporte Australiens macht. Ich selbst kaufte die CD noch während meiner Schulzeit. Zunächst hielt mich die Berichterstattung in der BRAVO zwar davon ab – bereits meiner Rezension zu den Arctic Monkeys ist zu entnehmen, wie sehr mich Hype um eine Band stören kann – letztendlich überwog aber wohl die Neugier.

Beim ersten Hören wurde mir bereits klar, dass man das junge Alter der Band in den Songs bemerkt. Inzwischen ist dieses Bewusstsein noch deutlicher ausgeprägt – man wird ja auch selbst nicht jünger. Dennoch hat gerade dieser jugendliche Charme etwas für sich. Die Platte strotzt vor Energie und ist insgesamt überaus positiv. Eben die Musik, die man mit 14 Jahren noch machen kann. Bereits der Opener Israel’s Son macht klar, was sich die Band unter ihrer Musik vorstellt. Zunächst wummert nur der Bass, Gitarre und Schalgzeug setzen dann aber auch gleich mit ungebremstem Elan ein und treiben den Song voran. Dazu die Stimme von Bandleader und Gitarrist Daniel Johns, die zugegebener Maßen sehr erwachsen rüberkommt.

Insgesamt ist das Album sehr homogen, kein Song sticht wirklich heraus – weder im positiven noch im negativen Sinn. Fast wie ein Green Day Album in Grunge. Es ist nicht wirklich ernst zu nehmen und dennoch macht es Spaß, oder vielleicht gerade deswegen. Auf lange Sicht gesehen, muss ich allerdings zugeben, dass ich das Album kaum noch höre. Wenn ich es jedes halbe Jahr einmal höre, dann wäre das schon viel. Im Fazit heißt das: Gute Musik ohne Tiefgang, die Spaß macht, aber einen nicht bewegt.

Daher:

Rating 3 Star

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