Retrozension | Travis – The Man Who

Travis - The Man Who

Mal wieder eine Rezension einer Band, die mir besonders gut gefällt. Travis schafften in Deutschland (und mehr oder weniger weltweit) ihren Durchbruch mit dem 1999 erschienenen Album The Man Who. Der Smash-Hit Why does it always rain on me (das Wort Smash-Hit war wohl nie weniger angebracht) lief damals auf jedem Radiosender und auf den Musiksendern auf und ab.

Daraus jedoch ein negatives Qualitätsurteil abzuleiten würde dem wundervollen Album der Jungs aus Schottland nicht gerecht werden. Kaum ein anderes Album bietet so wundervoll melancholische Stücke, die es im Grunde allesamt verdient hätte im Radio gespielt zu werden.

Schon der Opener Writing To Reach You lässt die Herzrate angenehm nach unten gehen. Man lehnt sich zurück und lauscht der extrem sympathischen Stimme von Fran Healey. Im Hintergrund schrammelt federleicht eine Akustikgitarre, die Band ergänzt das ganze unaufdringlich. So setzt es sich dann auch in den anderen Songs fort. Besonders schön sind dabei As You Are, Driftwood, Turn, natürlich auch das bereits erwähnte Why Does It Always Rain On Me und der (fast) letzte Song Slide Show.

Das schöne an The Man Who ist im Großen und Ganzen, dass das Album durchgehend eine Stimmung transportiert, ohne dass diese jemals langweilig werden würde. Die Songs stecken voller Energie, Liebe und Herz, dass man schon aus Stein gemeißelt sein muss, um an den Songs nichts zu finden. Entsprechend setzte der Rolling Stone das Album mit auf die Liste der 500 wichtigsten Alben aller Zeiten – genaue Position leider unbekannt.

Gerade jetzt, wo der Herbst unaufhaltsam auf uns zurollt (wenn man den herbstlichen August mal nicht gelten lässt) ist Travis mit Sicherheit der richtige Soundtrack, entweder für lange  Spaziergänge durch die vernebelte, in schöne Herbstfarben getauchte Natur, oder eben für die ruhigen Lesenachmittage im warmen Zuhause. Solch schön traurige Lieder passen da einfach wie die Faust aufs Auge. Also, Travis CD auskramen und sich in Herbsstimmung schwelgen.

Schönheit kann so traurig sein

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