Retrozension | Travis – The Invisible Band

Travis - The Invisible Band

Diese Woche überkam mich mal wieder das Verlangen, schöne, ruhige, melancholische Musik zu hören. Welche Band könnte da besser geeignet sein als Travis? Um der Reiehnfolge treu zu bleiben, mit der ich mich der Band näherte, steht heute das dritte Album The Invisible Band auf dem Prüfstand.

Der Nachfolger des Durchbruchalbums The Man Who erschien im Jahre 2001, also zwei Jahre nach erscheinen des Vorgängers. Das Album steigt mit der Single SIng ein, die direkt einiges klarstellt: Travis kehren mit ihrem dritten Album nicht zum rockigen Sound des Debutalbums Good Feeling zurück und der Sound von The Man Who lässt sich auch noch für ein weieres Album genüsslich auskosten. Was ds heißt, sollte jedem Fan klar sein: mitsingen eindeutig erwünscht.

Dear Diary bleibt in der Grundstimmung auf dem selben Pfad wie der Opener. Traurig, melancholisch und dabei umwerfend schön. Side bringt dann die besondere Stärke von Travis zum Vorschein: die perfekte Harmonie zwischen der bereits ewähnten Melancholie und der puren Hoffnung und Lebensfreude, verpackt in einem Song, der doch hoffentlich jeden zum fröhlichen Mitsingen animiert.

Besonderes Highlight im weiteren Verlauf ist der Song Flowers in the Window, ebenso wie Last Train und dem Humpty Dumpty Love Song (zugegeben, der Name ist nicht geglückt). Diese drei Songs schaffen es ganz besonders gut, an die Qualität des Vorgängeralbums anzuschließen. Das Album jetzt hier Song für Song durchzusprechen wäre hingegen sicher nutzlos, da die Songs im Grunde mehr oder weniger alle die gleichen Attribute vereinen.

Das ist die große Stärke des Albums, die durchgehende Stimmung ist im Grunde perfekt und macht – sofern man in der richtigen Stimmung ist – eindeutig Spaß. Im selben Moment liegt darin aber auch die nicht hinweg zu diskutierende Schwäche von The Invisible Band. Die Songs grenzen sich teilweise zu schwach voneinander ab, trotz wirklich gutem Songwritings bleibt das Album insgesamt etwas zu gesichtslos – oder unsichtbar, um der Wortspielkasse die Ehre zu erweisen.

Das soll insgesamt nicht sagen, dass The Invisible Band kein gutes Album sei. Ganz im Gegenteil lässt sich behaupten, dass andere Bands sich von der durchgehenden Qualität sicher eine dicke Scheibe abschneiden könnten. An die Verspieltheit und Abwechslung von The man Who reicht der Nachfolger aber leider nicht ran. Travis haben hier ganz eindeutig zu sehr auf Bewährtes gesetzt. Das die Enttäuschung dabei jedoch grundsätzlich sehr gering aussfällt, dürfte mein Gesamturteil jedoch hoffentlich klar zeigen. Das Album ist grandios, aber ich hätte mir mehr erhofft.

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