Retrozension | Queens of the Stone Age – Songs for the Deaf

So kann es manchmal kommen. Da schreibe ich doch glatt in meinen guten Vorsätzen fürs neue Jahr regelmäßigere Posts rein, und komme nun im Februar immerhin schon zu meinem zweiten Post des Jahres. Bei der Rate schaffe ich immerhin ganze zwölf Artikel in diesem Jahr. Da dürfte doch für jeden was dabei sein …

Zum Beispiel heute: Die Queens of the Stone Age. Seit langem eine der abgedrehtesten Bands auf diesem Planeten. Das Album R habe ich ja schon retrozensiert. Da liegt es ja nur nahe, sich auch dem angeblich besten Album der Band (zumindest bis Era Vulgaris) mal zu nähern. Songs for the Deaf heißt das dritte Album der Band aus Kalifornien und bringt einiges an Sounds mit, wo sich der durchschnittliche Radiokonsument wahrscheinlich wünschen würde, er wäre tatsächlich taub. Aber das gilt ja für nahezu alle Werke der QOTSA.

Songs for the Deaf unterscheidet sich zunächst einmal dadurch von sienem direkten Vorgänger, dass das Album nicht blau, sondern rot ist. Soviel zu den Banalitäten. Das Album weißt darüber hinaus so etwas wie eine Rahmenhandlung auf, die man vielleicht am besten mit dem Begriff Radio Zapping umschreiben kann. Immer wieder hört man Jingles und Moderationen von fiktiven Radiostationen, die sich in der einen oder anderen Weise mit den QOTSA beschäftigen – oder auch nicht. Das selbst bringt dem Album noch keinerlei Qulität, ist aber zumindest eine nette Idee.

Songmäßig ist Songs For The Deaf ohne jeden Zweifel ein Knaller. Ein befreiter Sturm im Ozean, der nur so vor Kraft strotzt und in vielem da anzuknüpfen weiß, wo R aufhörte. Im Klartext heißt das häufiger als nicht, dass hier etwas brachialer gerockt wird. Ein Rückfall in das Metalgenre scheint kurz bevorzustehen. Klingt schlimmer als es ist (also die Beschreibung, mein ich) denn QOTSA wären nicht mehr QOTSA, wenn sie bei alledem das schreiben genialer Melodien vergessen würden. Hier seien mal Songs wie Now one Knows, The Sky is Falling oder God is on the Radio exemplarisch aufgeführt. Dazwischen liegen dann aber auch immer mal wieder Schrei-Stücke, die nicht so wirklich zum Mitsingen geschrieben wurden.

Wieder im direkten Vergleich zu R ist die Experimentierfreude ein wenig zurück gegangen. Wurde auf dem Vorgänger noch etwas gewagterer Stücke und vor allem Versatzstücke zum Besten gegeben, orientiert sich Songs for the Deaf wieder stärker an bekannteren Songstrukturen und klingt irgendwie etwas “glatter”. Schöne Nebeninfo für Leute, die sich mit so etwas beschäftigen, es aber dennoch bisher nicht wussten: Die Drums auf Songs for the Deaf wurden von Dave Grohl (Nirvana, Foo Fighters) eingespielt und sind genau so virtuos, wie man es von Mr. Grohl erwartet.

Ein Fazit fällt bei diesem Album mir zumindest etwas schwer. Songs for the Deaf ist ohne jeden Zweifel genial und gehört in jedes gut sortierte CD-Regal. Mir persönlich hat R wegen dem Hang zum Experimentellen bisher immer noch ein Quäntchen besser gefallen. Von den Meisten wird aber Songs for the Deaf mit Sicherheit vor R aufgezählt, wenn es um die beliebtesten QOTSA Alben geht. Im Grunde sind die Differenzen aber auch egal. So oder so kann ich hier unmöglich weniger als die volle Punktzahl vergeben.

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