Retrozension | Nirvana – Bleach

Nirvana - Bleach

Das Nirvana Anfang der neunziger Jahre eine der besten Bands auf dem Planeten waren, ist wohl unbestritten. Dass es jedoch Nirvana auch schon vor Nevermind gab, ist zumindest hierzulande den meisten genausowenig bekannt wie die Tatsache, dass es Nirvana auch nach Nevermind noch gab. Heute geht es hier eindeutig um das Vor-Nevermind.

Es war tatsächlich eine der ersten CDs in meiner damals noch nicht als solche zu erkennenden Musikbibliothek. Vermutlich unter den ersten fünf CDs, mit Sicherheit aber unter den ersten zehn. Das Debutalbum Bleach der Band aus Seattle, WA, damals noch ohne Dave Grohl, dafür noch mit Chad Channing und Dale Crover. Ich selbst hatte die Platte damals von meinen Schwestern zum Geburtstag bekommen und mich zunächst riesig gefreut, dann reingehört und mir die erste Entäuschung nicht anmerken lassen, war ja schließlich ein Geschenk. Bleach klingt im Grunde keinen Meter weit wie Nevermind. Was darauf zu hören ist ist zunächst wirklich schräg und nicht unbedingt etwas, das man als Teenageranfänger gerne hört.

Was Bleach aber für mich wurde ist etwas völlig anderes. An dieser CD lernte Ich damals, dass man eine CD wirklich nicht auf den ersten Eindruck hin im CD-Regal stehen lassen sollte. Denn wenn man ein paar Runden mitgehört hat, dann fängt das Album an zu wachsen. Plötzlich scheint jeder Ton genau da zu sitzen wo er hin muss und die anfangs sehr schrägen Songs haben plötzlich einen Hook wo man eigentlich keinen erwartet hätte.

Zugegeben, Bleach ist nicht das Nirvana-Highlight. Vielmehr ein Album dem man anmerkt, dass auch Nirvana nur eine Band waren wie es sie zu tausenden gab und auch heute noch gibt. Und genau das empfinde ich persönlich als sehr angenehm.

Die ein oder andere Songperle gibt es auch auf Bleach zu entdecken. Mir gefallen am besten der Opener Blew, About A Girl (Der Song der auch im legendären MTV-Unplugged Konzert gespielt wurde), Love Buzz sowie das wirklich coole Big Cheese. Aber auch ansonsten ist Bleach durchweg eine interessante Platte, die ich schon viel zu lange nicht mehr gehört hatte. Nicht unbedingt alltagstauglich aber auf jeden Fall hörenswert.

Gute Platte - wenn man sich mal reingehört hat.

Similar Posts: