Retrozension | Bush – Sixteen Stone

Bush - Sixteen StoneMeist lässt sich ja sehr klar am Klang einer Band erkennen, wo sie geographisch ihre Wurzeln hat. So klingen Pearl Jam, Soundgarden und Stone Temple Pilots unverkennbar amerikanisch, ebenso kann man behaupten, dass wohl niemand Blur, Oasis oder die Arctic Monkeys nicht der britischen Insel zuordnen würde. Ganz anders dagegen liegt die Sache mit Bush. Die mach(t)en nämlich astreinen Grunge-Rock, ohne auch nur einen Hauch von britischer Atmosphäre in ihre Songs einfließen zu lassen.

Sixteen Stone ist das Debütalbum der Band aus Sheperd’s Bush in London – Ähnlichkeiten mit dem Bandnamen sind weniger als zufällig. Das Album, welches in Eigenregie durch die Band produziert und veröffentlicht wurde erschien im Frühjahr 1994 und konnte, wenig überraschend, besonders auf dem amerikanischen Markt einige Käufer finden.

Auch meine erste Begnung mit der Musik von Bush fand über Sixteen Stone statt. Häufig wurden die Band und das Album ja als Nirvana-Klone betitelt. Ein Etikett, dass man so absolut nicht stehen lassen kann. Zu eigenständig kommen die Songs und der Sound daher. Insgesamt finden sich derer 12 auf dem Album, auch wenn das Cover den Song Alien einfach hinten runter fallen lässt. Dafür könnte man streng genommen das punkige, in deutsch angezählte X-Girlfriend als Nicht-Song bezeichnen, womit man wieder bei 11 wäre. Daran sollten wir uns aber wirklich nicht stören.

Was sich dem Hörer präsentiert ist dann auch vom ersten bis zum letzten Song (egal bei welcher Edition des Albums) absolut geradliniger Alternative Rock der eigenständigen Sorte. Die Stimme von Gavin Rossdale überzeugt mehr noch als sein nervig gutes Aussehen (wer Videos von Bush kennt, weiß was ich meine). Die Songs rocken richtig gut und das Gesamtkonzept des Albums wird durchgehalten. Ich kann gar nicht aufzählen wie viele Nachmitttage ich früher damit verbracht habe zur CD die E-Gitarre zu spielen. Das machte höllisch Spaß und würde es wahrscheinlich auch heute noch. Highlights des Albums sind wohl Comedown, Machinehead, Testosterone – mit wirklichen guten Lyrics -, Glycerine und Alien.

Insgesamt macht Sixteen Stone wirklich Spaß, auch wenn ich zugeben muss, dass die CD in letzter Zeit sehr selten den Weg in meine Ohren gefunden hatte. Nachdem ich jetzt für diese Retrozension mal wieder das Vergnügen hatte, könnte das aber wieder öfter der Fall sein. Für volle Punktzahl reicht es dennoch nicht. Da fehlt mir ein bißchen der Innovationsgehalt und das gewisse Etwas. Aber vier Sterne sind ja auch sehr respektabel …

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