Recently Released | Stone Temple Pilots – Stone Temple Pilots

Die Vorfreude war ja schon etwas gedämpft, als die Stone Temple Pilots freudig zu verkünden wussten, dass Sie sich für die Aufnahmen ihres sechsten Studioalbums (und dem ersten nach nunmehr 9 Jahren) soweit wie möglich nicht gemeinsam im Studio aufgehalten haben. Man mag mich altmodisch nennen, aber ich glaube immer noch fest daran, dass Musik immer dann gut wird, wenn Bands sich im Studio Zeit lassen, Jammen, verrückte Ideen verfolgen und letzlich ein organisches Werk abliefern, dass die Handschrift der ganzen Band trägt und das stellenweise hart erkämpft ist. Dazu braucht es belastbare Beziehungen zwischen den Bandmitgliedern, denn solche Auseinandersetzungen können belasten. Hätten die Stone Temple Pilots versucht, auf diesem Wege das neue Album aufzunehmen, hätte es zwei Möglichkeiten zum Ausgang gegeben: Entweder, das Album wäre nie zustande gekommen, oder es wäre richtig gut geworden. Alles oder Nichts, wobei ich versucht bin zu glauben, dass Nichts vielleicht besser gewesen wäre.

Das Album startet mit ein paar Nummern, die zwar unverkennbar nach Stone Temple  Pilots klingen, die aber alles vermissen lassen, das die STP bislang so einzigartig gut gemacht hatte. Hier werden Alternative-Power-Rock Hymnen am Fließband produziert, die kurz davor sind zur Parodie von guter Musik zu werden, wären Sie nur nicht so schrecklich ernst gemeint. Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich das Problem des Albums in Worte fassen soll. Eben auf der Zugfahrt nach Hause ist mir erschreckenderweise klar geworden, wie es gesagt werden muss. Das Album ist vergleichbar mit – und jetzt wirds schmerzhaft – Bon Jovi. Der klingt zwar auch noch entfernt nach Jon Bon Jovi (oder Jon Bongiovi, falls sich noch wer erinnert), hat es aber mittlerweile geschafft jeden Song nach Schema-F  zu schreiben und zu produzieren. Irgendwie klingt jeder Song gleich vertraut und nur marginal anders. Innovation sollen doch die anderen machen, so gehts schnell und bequem und bringt (zumindest bei Bon Jovi) einen Haufen Schotter.

Künstlerisch hat Stone Temple Pilots (Das Album) leider kaum etwas zu bieten. Vielleicht ist nicht jeder Song schlecht, genau genommen ist sogar kein Song wirklich schlecht, aber es ist auch bei weitem nicht das, wozu die Band noch vor neun Jahren in der Lage war. Man muss leider sagen, dass das Material von Velvet Revolver mehr Ideen umsetzt als die neue Stone Temple Pilots-Scheibe, und Velvet Revolver waren für mich immer nur auf etwa 80 % des STP-Niveaus.

Das ist nun leider neu definiert, und so bleibt zu hoffen, dass sich die STP entweder deutlich bessern oder lieber doch endgültig von der großen Bühne verabschieden. Denn das Mittelmaß, dass der neue Tonträger vermittelt, ist weder der Band von früher würdig, noch eine Bereicherung für die Fans, die sehnsüchtig auf die Veröffentlichung gewartet haben dürften.

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