Recently Released | Samsung – Galaxy i7500

Von Zeit zu Zeit muss man sich auch mal ein neues Handy leisten. Als Blogger, Gelegenheitstwitterer und internetaffiner Zeitgenosse hat man da natürlich das Bedürfnis seine Emails, Tweets, IMs etc. auch unterwegs im Auge zu haben. Glücklicherweise kann man das mittlerweile auch ganz einfach organisieren.

Es ist kein Geheimnis, dass das Top-of-the-Line Produkt in dieser Kategrie unangefochten das iPhone von Apple sein dürfte. Mit all seinen Nachteilen wie nicht (selbst) austauschbarem Akku, relativ bescheidener Hardwareausstattung, verglichen mit Konkurrenzprodukten und hohen Zugangshürden ist das iPhone wohl dennoch das schickste, am besten durchdachte Gerät, dass derzeit auf dem Markt ist. ABer wer sich unabhängig von einem Provider so ein Telefon anschaffen will, muss entweder viel Geld in die Hand nehmen und dann noch illegal Sim- und/oder Netlock aushebeln, um in den Genuss des Geräts zu kommen oder aber noch mehr Geld in die Hand nehmen um gleich ein Sim- und Netlock feies Gerät zu erwerben. Wir reden hier von Preiesn die für die 32 GB-Version in einigen Webshops um die 1000 € rangieren. Für ein Telefon wohlgemerkt.

Das schöne an der freien Marktwirtschaft ist aber ja die Tatsache, dass es immer Konkurrenten gibt, die versuchen die marktbeherrschende Stellung einzelner Anbieter zu brechen. Dabei stehen einem derzeit im wesentlichen drei Alternativen zur Verfügung: Smartphones mit herstellereigenen Betriebssystemen wie etwa Symbian, Telefone mit Windows Mobile und zuguterletzt das neuste unter den Betriebssystemen: Google Android. Für mich, der schon seit längerer Zeit intensiv in Googles Services eingetaucht ist und diese intensiv nutzt war die wahl also einfach. Ein Android-Telefon sollte es sein.

Mit Samsungs Galaxy kam dann auch gerade vor etwas mehr als einer Woche ein Telefon heraus, dass in seinen Versprechungen genau meinen Anfordeurngen entspricht. Schickes Design, gute Hardware und Android-System. Nach mittlerweile einer ganzen Woche mit dem kleinen Androiden möchte ich hier kurz wiedergeben, inwieweit sich die Erwartungen erfüllt haben.

Das Gerät selbst…

… ist sehr schick. Kommt zwar Designtechnisch schon deshalb nicht an das iPhone heran, weil es eben mehr nach Telefon aussieht, aber was die Produktdesigner von Samsung da gestaltet haben, gefällt mir persönlich sehr gut. Die VErarbeitung ist sehr hochwertig, die Tasten sind fest und wackeln nicht unnötig, sind gut platziert und lassen sich nach kurzer Eingewöhnung intuitiv bedienen. Das Material fühlt sich hochwertig an, wird aber dank des Hochglanzlacks natürlich schnell fettig. Tragisch ist das allerdings nicht weiter, wie ich finde. Ausgestattet ist das Gerät mit einem digitialen Kompass, Lagesensoren, GPS, einer 5 Megapixelkamera, einem 3,2 Zoll AMOLED-Display (sowas organisches), Bluetooth, einem 3,5 mm Standardkopfhöreranschluss und 8GB internem Speicher, theoretisch erweiterungsfähig über MicroSD Karten, die bis 32GB fassen dürfen (Ich konnte aber maximal 16GB Karten finden). Der Akku ist gegenüber den beiden bisher erhältlichen HTC-Androiden mit 1500 mAH relativ üppig ausgestattet.

Das Display stellt sehr scharfe und auch sehr helle Bilder dar und ist daher auch bestens in gleißender Sonne ablesbar (auch wenn ich in der letzten Woche kaum Gelegenheit hatte, das im Detail zu testen). Gelegentlich ist ein schwaches Flimmern zu entdecken, dass mir erst aufgefallen ist, nachdem ich die Helligkeitsregulierung des Displays von automatisch auf manuell geschaltet habe, und die Helligkeit ganz runtergeregelt habe. Ansonsten das beste Handydisplay, das ich bisher hatte.

“Arbeiten” mit dem Galaxy …

Die Bedienung über Android geht sehr flüssig von der Hand. Gelegentlich (ziemlich selten) scheint das System ganz kurz zu hängen, aber nach Jahren von Windows, kann man damit sehr gut leben. Ansonsten findet man sich schnell zurecht und für Leute die keine Angst vor Google haben, ist die Synchronisation der Kontakte zwischen Handy und Telefon ein wahrer Segen. Das sonst übliche Stundenlange übertragen des Telefonbuchs entfällt völlig. Ich hatte einfach vorher von meinem anderen Handy die Kontakte in einer csv-Datei ausgelesen und zu Google hochgeladen. Easy as that!

Wann immer eine neue Mail kommt, wann immer ein IM-Kontakt schreibt, gibt das Handy kurz Bescheid wenn man will und so verpasst man nie wieder eine wichtige Email. Das ganze macht natürlich nur Sinn, wenn man dazu eine Datenflatrate hat. Wer das nicht will, kann auch dafür sorgen, dass sich das Handy nur nach ausdrücklicher Aufforderung durch den Benutzer mit dem Googleaccount kurzschließt.

Auf dem Gerät ist zunächst mehr oder weniger nur die übliche Standardsoftware installiert, aber dank dem Android Market hat man sich hier schnell mit neuen Spielen, Anwendungen und Widgets versorgt, die meisten davon kostenlos erhältlich. So lässt sich das Handy ähnlich wie beim iPhone bis zur Unkenntlichkeit individualisieren.  Dank integriertem WLAN kann man hier auch gerade zu Hause sehr flink die passende Sodtware suchen und laden. Die Installation läuft voll automatisch und erfordert keinerlei Computerkenntnis.

Der WLAN-Chip lässt sich auch (wieder wie beim iPhone) zur Lokalisierung nutzen und ist dabei in Städten meist ziemlich genau. Wers genauer will muss den GPS-Chip aktivieren, der natürlich etwas mehr Strom aus dem Akku zieht, dann aber auch auf weniger Meter genau herausfindet, wo man steht. Meist findet der Empfänger auch schnell entsprechende Satelitten. Ich bin zumindest bislang sehr zufrieden damit.

Kritik gibts auch …

Es war mir schon vor Kauf bewusst, dass Android-Telefone ein wenig Probleme damit haben, lange durchzuhalten. Das Daueronline-Prinzip ist hier offenbar verantwortlich, dass die bisherigen Androiden von HTC kaum einen ganzen Tag durchhalten sollten. Da das Galaxy hier ein paar mAH mehr im AKku stecken hat, könnte man vermuten, dass das hier besser ist. Tatsächlich ist es aber doch klar zu empfehlen, das Handy allabendlich an die Steckdose zu hängen. Zugegeben, bislang spiele ich auch noch relativ viel am Handy herum, aber auch im Standby kann ziemlich kontinuierlich feststellen, wie die Batterieanzeige mehr und mehr abnimmt. Hier empfiehlt sich die Verwendung eines Batteriewidgets, da die Standardanzeige erst bei etwas 60% Akkuleistung anfängt erkennbar abzunehmen.

Positiv widerum ist, dass das Laden über einen Standard-MicroUSB-Port läuft. Daher ist es auch kein größeres Problem zum Besipiel auf der Arbeit bei Bedarf über dne Rechner zu laden. Ein entsprechendes USB-Kabel wird natürlich mitgeliefert, ebenso wie ein Netzladegerät.

Speichererweiterung …

Ist ziemlich einfach möglich. Ich habe mir eine 8GB Micro-SD Karte zugelegt und diese dann einfach im laufenden Betrieb in den entsprechenden Einschub geteckt. Dieser versteckt sich hinter der Batterieabdeckung, was einer Verdreckung vorbeugt, natürlich aber ein kleiner ABstrich im Bedienkomfort ist. Etwas Probleme habe ich damit, die Karte dann über USB mit Daten zu versorgen. Hier habe ich wohl grundsätzlich noch nicht verstanden, wie die Kommunikation zwischen Windows und Android vonstatten geht. Das dürfte aber eher an mir als am System liegen. Dennoch doof, dass es nicht so einfach geht, wie etwa bei USB Sticks. Eine genauere Android-Systemeinführung sucht man hier auch leider vergebens. Ich habe mir per USB-Adapter helfen können. Danach erkannt mein Android die Karte ohne Probleme und auch die dort abgelegten Medien waren ohne Verzögerung im Musicplayer bzw. in der Bildergalerie abgelegt. So soll es sein.

Multimedia …

… läuft Problemlos. Mitgeliefert werden In-Ear-Stereo-Headphones, die einen sehr ordentlichen Klang liefern. Der Mediaplayer ist intuitiv zu bedienen und spielt meine bisher getetesteten MP3 und M4A-Dateien ohne Murren ab. Der externe Lautsprecher ist (glücklicherweise) schnell überfordert und ist so eher zum Gelegenheitshören geeignet. Beschallungsterror dürfte damit aber eher verhindert werden, was ich sehr begrüße. Fürs gelegentliche YouTube-Video schauen langt die Leistung allemal.

Flash kann Android bislang nicht, soll aber wohl demnächst kommen. Im Market werden auch hier Lösungen Angeboten, Flash-inhalte wiederzugeben, die Kosten allerdings ein oder zwei Euro. So dringend nötig habe ich es dann doch nicht.

Fazit …

Im großen und ganzen bin ich sehr zufrieden. Die Akkuleistung trübt das Gesamtbild zwar schon, ist aber insgesamt ein Umstand, mit dem ich leben kann. Die Bedienung ist nah am iPhone und macht Spaß, die Hardwareausstattung überbietet das iPhone sogar in vielen Details, auch wenn das Display etwas kleiner ausfällt als beim Apfel-Kommunikator. Ich selbst empfinde Android als sehr gute und kostengünstige Alternative zu Apples eigenem System mit seh vielen Anleihen aus Apples Ideenkiste und einigen eigenen EInfällen, die mir sogar besser gefallen (z.B. die Wortvorschläge beim Tippen). Auch hier steht die Entwicklung nicht still. Glaubt man den Androidblogs, steht Version 2.0 von Android, das so genannte Donut-Release relativ kurz bevor. Wie ein solches Update vonstatten geht, und ob Samsung hier direkt liefert ist für mich zwar noch offen, grundsätzlich sollte aber jedes Android-Phone updatefähig sein. Vielleicht verbessert sich dann ja auch das Energiemanagement ein wenig.

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