Recently Released | Queens Of The Stone Age – Era Vulgaris

Queens of the Stone Age - Era VulgarisVor kurzem, genauer gesagt am Freitag den 8. Juni erschien das nunmehr fünfte Album der Queens of the Stone Age. Grund genug für mich mit “Recently Released” eine neue Kategorie in meinem Blog zu eröffnen: Eine Rezension nach den ersten Höreindrücken.

Trotz relativ hohen Preises von fast 15€ konnte ich nicht umhin, Era Vulgaris gleich am Freitag zu kaufen. Wer das noch nicht getan hat oder einfach nur neugierig ist, kann bei MuchMusic in das komplette Album schon mal vorab reinhören. Das ging netterweise auch schon vor dem Release, wie unter anderem beim Alternative Music Bog zu lesen war. Inzwischen findet sich dort auch schon eine kleine Rezension zum Album, die sich sehr interessant liest.

Auch ich habe mir inzwischen nach mehrmaligem Durchhören des Albums eine eigene Meinung bilden können.

Era Vulgaris ist erstmal ein Schock. Das mag sehr hart klingen, trifft aber meinen ersten Eindruck ganz gut und ist eigentlich ein Kompliment. Die Queens of the Stone Age haben sich ein Stück weit wieder zurückbewegt was ihre Musik betrifft, und das ist sehr gut so. Das deutlich eingängigere Vorgängeralbum Lullabys To Paralyze bleibt vermutlich ein größerer kommerzieller Erfolg, das bessere Album scheint mir aber Era Vulgaris zu sein.

Mein bisheriges Lieblingsalbum der Queens war bisher Rated [R]. So experimentierfreudig wie auf dem in Blau gehüllten Album war die Band bis zu Era Vulgaris nicht. Auf dem neuen Album finden sie zu eben dieser Freude am musikalischen Experiment wieder. So klingt dann auch das Album wieder deutlich sperriger als die letzten Werke. Die Sounds scheinen nah am Wahnsinn vorbeizuschrammen. Irgendwie zwischen Stone Temple Pilots und Horrorfilmsoundtrack. Ein Soundteppich, den so nur die Queens of the Stone Age produzieren können. Songfetzen, die beim ersten Hören überhaupt nicht zusammenzupassen scheinen werden verknüpft und auf Teufel komm raus mit Schlagzeug und breiten Gitarrenwänden vernäht. Die Melodie des Gesangs scheint sich an ganz anderen Liedern zu orientieren und passt doch perfekt zum Rest. Und genau in dem Moment in dem man meint man kann nicht mehr kommt irgendwo ein Refrain her. Klar strukturiert, absolut harmonisch und irgendwie befreiend – grandios!

Die auf dem Aufkleber auf der CD-Hülle aufgeführten “Hits” Sick, Sick, Sick und das etwas (aber wirklich nur etwas) mainstreamtauglichere 3’s And 7’s gehören überraschenderweise zu den (ebenso nur etwas) weniger guten Songs auf dem Album. Wesentlich eindrucksvoller scheint mir da zum Beispiel der Opener Turning On The Screw (frei übersetzt: Ich dreh am Rädchen), dessen Titel Programm ist. Die Auszeichnung für das am wenigsten orthodoxe Gitarrensolo ist dank diesem Song auf Jahre hinaus vergeben. Ganz anders Make It Wit Chu, das mit seinem etwas getragenem Rytmus äußerst radiotauglich daherkommt und für Entspannung sorgt.

Fest steht, dass das Album zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar ist. Ständig kommen akustische Überraschungen um die Ecke auf die man zu Anfang einfach nicht vorbereitet ist. Wer sich allerdings die Zeit nimmt sich in das Album hineinzuhören wird begeistert sein. Insgesamt ein grandioses Album und genau das, was ich mir von (den ebenfalls großartigen) Vorgängeralben gewünscht hätte – weniger Mainstream, mehr Krach.

Bis Jetzt:

Rating 5 star

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