Recently Released | Portugal. The Man – The Satanic Satanist (Special Edition)

Seit nunmehr etwas über zwei Jahren gibt es meinen kleinen bescheidenen Blog nun schon, und es gibt wohl keinen Band die für mich so sehr mit meinem Blog verbunden ist, wie Portugal. The Man. Aufmerksam geworden bin ich auf die damals noch Dreierkombo seinerzeit (schönes Wort) über den Alternativ Music Blog (siehe Linkleiste) und ich war hellauf begeistert. Seitdem haben Portugal. The Man in jedem meiner Blogjahre einen neuen Longplayer herausgebracht. 2007 war es das sehr geniale Church Mouth, im letzten Jahr gab es Censored Colors und in diesem Jahr wurde letzten Freitag der Nachfolger The Satanic Satanist veröffentlicht.

Ich kenne auf Anhieb keine andere Band die einen solchen Veröffentlichungsmarathon so konsequent durchgehalten hat, vor allem wenn man bedenkt, dass auch das Erstlingswerk Waiter: “You Vultures!” 2006 in diesem Jahresrythmus veröffentlicht wurde. Als Green Day nach ihrem Erfolg mit Dookie gleich im nächsten Jahr den Nachfolger Insomniac auf den Markt brachten ging das zumindest komerziell ziemlich schief. Zugegeben, auch Censored Colors vermittelt ein klein wenig den Eindruck, dass etwas mehr Zeit gut getan hätte. das Werk etwas reifen zu lassen und auch den ein oder anderen Track vielleicht nicht zu veröffentlichen. Meine Meinung jedenfalls.

Auch The Satanic Satanist erwischt einen eher ebscheidenen Start. People Say klingt mir persönlich zu glattgebügelt, zu sehr auf Pop getrimmt und ein klein wenig scheint es fast, als wollten Portugal. The Man auf biegen und brechen endlich im Mainstream ankommen. Work all Day versöhnt da schon wieder ein bißchen, während Lovers in Love wieder falsch abbiegen möchte. Auch hier wieder ein klanglich wenig mutiges Arrangement das auf den ersten Eindruck etwas zu brav klingt. In Form kommen Portugal. The Man dann mit The Sun. Hier erkenne ich jene Qualitäten wieder, die die Band momentan so einzigartig machen. The Home kommt dem sogar noch näher. Hier kann man sich direkt hineinversetzt fühlen, in die wirklich guten Live-Auftritte der Band. Interessante Mehrstimmigkeiten, ein guter Groove und Melodien, die es bislang wirklich nur bei P.TM gibt. Ein wenig fehlt mir die Entfesselung des Rocks, wie sie so fantastisch auf Church Mouth gelungen war, aber das will ich gar nicht mal überbewerten.

Ab hier haben es Portugal. The Man dann geschafft. Jetzt macht das Album wirklich Spaß, es wird dezent experimentiert, es werden eingängige Songs erschaffen, die vielschichtig genug sind, um nicht schnell eintönig zu werden. Besonders gut gelungen finde ich den Song Everyone is Golden, aber um wirklich verlässlich Favoriten zu benennen ist es momentan noch zu früh.

Die Special Edition des Albums bietet zusätzlich zum Studioalbum noch eine Akustik-Fassung des Albums unter dem Titel The Majestic Majesty, auf dem lediglich der Song Let You Down fehlt. Der Mehrwert ist jetzt nicht gerade phänomenal, aber rechtfertigt für Fans durchaus den kleinen Aufpreis. Besonders schön ist auch das Digipack der Special Edition, das sich sehr aufwendig gestaltet zeigt und sich in alle Richtungen aufklappen lässt, bis es die CDs freigibt. Sehr schön. In der Originalität vergleichbar mit Mugisons Mugiboogie.

Was mir noch aufgefallen ist, ist dass der bisherige Drummer Jason Sechrist nicht mehr in den Credits finden lässt. Als Drummer wird hier nur unter Guests Garrett Lunceford geführt. Jason Sechrist (und seine Familie) tauchen lediglich unter den Danksagungen auf. Auch nennt sich die Band in den Credits nicht Portugal. The Man sondern Approaching AIRballoons. Was da wohl der Hintergrund ist?

Das Album ist auf jeden Fall ein guter Release. Besser und besser zugänglich als Censored Colors, aber leider in Sachen Kreativität hinter den beiden Vorgängern Waiter: “You Vultures!” und Church Mouth. Dennoch bin ich mir sicher, dass auch dieses Album insgesamt ein würdiger Zuwachs zur Diskographie von Portugal. The Man/Approaching AIRBalloons ist. Auf die Tour freue ich mich auch schon jetzt.

Audiohäppchen von The Satanic Satanist:

People Say

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Work all Day

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Lovers in Love

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