Recently Released | Pearl Jam – Live at the Gorge 05/06 (Teil 2)

Pearl Jam - Live at the Gorge Concert 1

Mittlerweile hatte ich ausreichend Gelegenheit etwas vertiefter in die Pearl Jam CD-Sammlung Live at the Gorge hinein zu hören. Wer sich erinnert: Einen kleinen Aufriss zur Veröffentlichung habe ich bereits verfasst.

Bevor ich jedoch genauer auf die einzelnen Konzerte eingehe vielleicht noch ein paar grundsätzlichen Worte. Man mag sich fragen, ob man wirklich 3 Konzerte einer Band an einem Ort auf CD besitzen muss. Zumal, wenn es sich dabei um Pearl Jam handelt, die wie bereits geschrieben inzwischen sowieso jedes ihrer Konzerte als Download veröffentlichen. Nun die Antwort ist eigentlich ganz einfach: eigentlich braucht man das nicht. Wenn ich in meine eigene CD-Sammlung schaue, dann stehen da von Pearl Jam folgende Live-Alben: Live on two Legs, eine Zusammenstellung von Live-Mitschnitten von 1998. Dann aus der 72-CD Serie den Auftritt vom Nürburgring aus dem Jahr 2000. Live at Benaroya Hall, den Benefiz Akustik-Auftritt und nun noch die drei Konzerte aus der Schlucht am Columbia-River. Nicht zu vergessen, die DVD Live at the Garden, die Pearl Jam bei ihrem Konzert im Madison Square Garden zeigt. Also genau genommen sollte das völlig ausreichen um zu erahnen wie Pearl Jam live so drauf sind. Und dennoch: ich habe bisher keine Sekunde bereut die Box Live at the Gorge gekauft zu haben, denn Pearl Jam beweisen für mich immer wieder eindrucksvoll, dass sie die wohl beste Live Band sind, die momentan über den Planeten tingelt. Jedem Konzert widmen sie sich mit einer Hingabe als wäre es genau das Konzert, auf das sie sich die ganze Tour über gefreut hätten. Und das merkt man und freut sich daran.

Pearl Jam - Live at the Gorge Concert 1

Live at the Gorge die Erste – 1. September 2005
Wie schon im ersten Artikel zur CD-Box geschrieben, handelt es sich beim konzert vom 1. September 2005 um einen unvergleichlichen Mammut-Auftritt. 37 Songs geben Pearl Jam zum besten und versuchen dabei den im Hotel nebenan eingekehrten Tom Petty wachzuhalten so lange es nur geht. Dies wird dann auch zum Running Gag des Konzertes und gipfelt darn, dass Eddie Vedder das Publikum anstiftet, im Chor “We’re sorry, Tom” zu singen. Auch das Tom Petty Cover I won’t back down dürfte wohl diesem Anlass geschuldet sein. Ansonsten erlebt man Pearl Jam überwiegend von ihrer besten Seite. Ein paar unübersehbare Patzer gibt es zwar zu Anfang der Show, aber diese werden von Eddie Vedder selbstironisch kommentiert, was für zusätzliche Sympathie sorgt. Die Songauswahl deckt im Prinip alle Phasen der Band ab und die Darbietung ist einfach grandios. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass diese erste Konzert das Highlight der CD-Box ist.

Tracklist:
Disk: 1
1. I Believe In Miracles
2. Small Town
4. Low Light
5. Man Of The Hour
6. I Am Mine
7. Crazy Mary
8. Black
9. Hard To Imagine

Disk: 2
1. Given To Fly
2. Last Exit
3. Save You
4. Do The Evolution
5. Alone
6. Sad
7. Even Flow
8. Not For You
9. Corduroy
10. Dissident
11. MFC
12. Undone
13. Daughter
14. In My Tree
15. State Of Love and Trust
16. Alive
17. Torch

Disk: 3
1. Start of Encore’s
2. Love Boat Captain
3. Insignificance
4. Better Man
5. Rearviewmirror
6. I Won’t Back Down
7. Last Kiss
8. Crown Of Thorns
9. Blood
10. Yellow Ledbetter
11. Baba O’Riley
Das erste Konzert bringts wirklich

Pearl Jam - Live at the Gorge Concert 1

Live at the Gorge die Zweite – 22. Juni 2006
Das zweite Konzert der Box fand im Juni 2006 statt. Im Grunde gilt das meiste was sich zum ersten Konzert sagen lässt auch für dieses Konzert. Man erlebt Pearl Jam in Hochform, die Songauswahl deckt wieder quasi alle Phasen von Pearl Jams Schaffen ab. Highlights für mich sind unter anderem der Temple of the Dog Song Crown of Thorns, das The Who Cover Baba O’Riley, vom Album Vtalogy der Song Corduroy und das als schlechten Song angekündigte Dirty Frank, das während einer Tour entstand, als Pearl Jam mit den Red Hot CHili Peppers unterwegs waren, was man sehr klar heraus hören kann.

Tracklist:
Disk: 4
1. Wash
2. Corduroy
3. Hail Hail
4. World Wide Suicide
5. Severed Hand
6. Given To Fly
7. Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town
8. Even Flow
9. Down
10. I Am Mine
11. Unemployable
12. Daughter (It’s OK-Dead Moon)
13. Gone
14. Black
15. Insignificance
16. Life Wasted
17. Blood

Disk: 5
1. Start Of Encore’s
2. Footsteps
3. Once
4. Alive
5. State Of Love And Trust
6. Crown Of Thorns
7. Leash
8. Porch
9. Last Kiss
10. Inside Job
11. Go
12. Baba O’Riley
13. Dirty Frank
14. Rockin’ In The Free World
15. Yellow Ledbetter
Auch dieses Konzert war grandios

Pearl Jam - Live at the Gorge Concert 1

Live at the Gorge die Dritte – 23. Juni 2006
Zum Schluss nun noch das dritte Konzert aus der Schlucht. Passiert ebenfalls im Juni 2006 und zwar genau ein Tag nach dem eben noch besprochenen Konzert. Das ganze bietet, wenig überraschend, mal wieder Pearl Jam in Topform. Tolle Songs, das Publikum kennt jede Songzeile, Eddie Vedder weiß wieder einmal genau wie er sein Publikum anzuheizen hat. Für europäische Ohren vielleicht etwas zu viel “Thanks to our Troops”, aber das darf man ihnen wohl zugestehen. Highlights unter anderem Animal, Do the Evolution, Rats und Satan’s Bed. So machen Live-CDs Spaß.

Tracklist:
Disk: 6
1. Severed Hand
2. Corduroy
3. World Wide Suicide
4. God’s Dice
5. Animal
6. Do The Evolution
7. In Hiding
8. Green Disease
9. Even Flow
10. Marker In The Sand
11. Wasted Reprise
12. Better Man
13. Army Reserve
14. Garden
15. Rats
16. Whipping
17. Jeremy
18. Why Go

Disk: 7
1. Start Of Encore’s
2. I Won’t Back Down
3. Life Wasted
4. Big Wave
5. Satan’s Bed
6. Spin The Black Circle
7. Alive
8. Given To Fly
9. Little Wing
10. Crazy Mary
11. Comatose
13. Yellow Ledbetter
Tolles Konzert

Um nun abschließend nochmal auf die Eingangsfrage zurück zu kommen: Nein, man braucht sowas nicht, drei Livealben von einer Band aus zwei Touren von einer Location. Aber es macht verdammt viel Spaß wenn man dann doch so unvernünftig war und es sich gekauft hat. Ich bleibe beim Urteil meines ersten Eindrucks: Pearl Jam zeigen eindrucksvoll, dass sie ihre Fans mit Hingabe musikalisch bedienen und jedes Konzert mit vollem Einsatz vorbereiten und durchziehen. Gäbe es mehr Bands mit solcher Fanbindung und solchem Einsatz, dann wäre auch die Krise der Plattenindustrie nur halb so dramatisch.

Eine geglückte Zusammenstellung

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