Recently Released | Arctic Monkeys – Humbug

Seit letzten Freitag ist es also draußen, das aktuelleste, das neueste, das dritte Album der Arctic Monkeys. Da sollte kurz Zeit dafür sein zu erwähnen, dass es immerhin die Besprechung des Debutalbums eben jener Band war, die diesen Musikblog eröffnete. Genug aber der Gefühlsduselei. Es gibt ernstere Dinge zu besprechen als Bloghistorie.

Die Single Crying Lightning konnte zumindest eine zeitlang auf diesem Blog ja schon gehört werden, zumindest so lange, bis YouTube wieder mal den Stecker zog. Ein Schicksal, das mehr und mehr Videos zu treffen scheint.

Kommen wir aber jetzt wirklich zum Thema. Crying Lightning, die erste Singleauskopplung aus Humbug sollte ja auch einen ersten Vorgeschmack auf das dazugehörige Studiowerk liefern. Um erhlich zu sein: den Job macht die Single eher schlecht. Crying Lightning klingt richtig gut, aber auch allzu sehr nach den Arctic Monkeys aus alten, scheinbar vergangenen Zeiten. Arctic Monkeys 2009 scheinen langsam reifer zu werden, und das merkt man auch der Musik deutlich an.

Die auffälligste Neuerung ist sicher, dass das Album insgesamt deutlich ruhiger geworden ist als seine beiden Vorgänger. Mal abgesehen von den drei ersten Nummern My Propeller, Crying Lightning und Dangerous Animals nehmen die Pol-Affen deutlich das Tempo raus und fangen an, mit dem Klang zu experimentieren. Dazu haben sie sich auch für sieben der zehn Tracks kompetente Produktionsunterstützung in Person von Joshua “Josh” Homme (jepp, genau der) geholt, und das hört man auch ziemlich deutlich raus. Das gute ist: die Kombination aus BritPop und Krachgitarren klappt hervorragend. So sind auch gerade die im Teamwork produzierten Nummern die glanzstücke des Albums. Crying Lightning gehört sogar dazu.

Nach nunmehr fünf Tagen mit dem Album fällt es mir immer noch schwer, ein klares Urteil zu fällen, wobei ich diese Tatsache an sich sogar eher als positiv werten möchte. Wie schon gesagt, das Album ist klar anders als die beiden Vorgänger. Man erkennt zwar ganz eindeutig die Band wieder, aber der Druck, die Griffigkeit der beiden ersten Alben (und insbesondere des Debuts) ist nicht mehr so präsent. Darunter leidet die Tanzbarkeit, nicht aber die Qualität.

Die Band hat sich (erfreulicherweise) dazu entschlossen eine Entwicklung zu starten und erwachsener zu werden. Auf diesem Weg geht sicher der ein oder andere Fan der ersten Stunde verloren, die Band dürfte daraus aber gestärkt hervorgehen. Besonders auffällig ist diese Entwicklung beim Track Fire and the Thud. Bleibt die übliche Frage, die man sich bei solchen Veränderungen stellt: Sind das noch die Arctic Monkeys oder geht das schon zu weit?

Nein, zu weit geht das nicht. Ich bin seit jeher ja ein großer Freund von Entwicklung und den Arctic Monkeys habe ich, wie sich ja dank der Existenz von Post#1 beweisen lässt schon von Beginn an wirklich großes zugetraut. Humbug ist kein Album, dass Maßstäbe setzt oder in die Geschichte des Rock eingehen wird, aber das Album ist spannend, anders, reif und von vorn bis hinten überwiegend richtig gut. Hier und da hat es vereinzelte Längen, aber insgesamt sehe ich die Band auf einem sehr guten Weg. Und hier gilt klar die Devise: Der Weg ist das Ziel.


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