Off-Topic | Klima? Welches Klima?

Ich hatte mir ja lange vorgenommen hier nicht off-topic zu gehen und Musik zum einzigen Inhalt des Blogs werden zu lassen. Grundsätzlich bleibt es natürlich auch dabei, aber es brennt mir auf der Seele auch ein anderes, viel diskutiertes Thema anzuschneiden, einfach deshalb weil sich die Medien längst dazu entschlossen haben jeden Zweifel als Ignoranz per se darzustellen. Die Rede ist vom Klimawandel.
In der Welt der Presse, des Fernsehen und des Rundfunks hat sich der unmögliche Begriff des Klimaskeptikers eingebürgert, ein Etikett das falscher nicht sein könnte aber eben auch eines das typisch dafür geworden ist, wie versucht wird die Diskussion über den Klimawandel zu entsachlichen. Klimaskeptiker, das sind die Ewiggestrigen der Ökologie-Diskussion, die Neo-Nazis der Klimadebatte sozusagen. Wer Skeptikern glaubt lässt sich von der Industrie, der Atomlobby, dem Militär oder wahlweise der geheimen Weltregierung an der Nase herumführen und ist natürlich auch strohdoof.

Mitnichten!

Ich bekenne gerne Farbe und ja, per Definition gehöre ich in die Gruppe der Klimaskeptiker. Ich habe erhebliche Zweifel daran, dass es auf der Welt auch nur einen Wissenschaftler gibt, der die komplexen Zusammenhänge des Klimas mit ihren zahllosen Determinanten auch nur annähernd verstanden hat, um tatsächlich belastbare Langfristprognosen zu erstellen. Bin ich deshalb ein Klimaskeptiker? Laut Medien ja, dabei habe ich nie im Leben bezweifelt, dass es das Klima tatsächlich gibt, sieht man einmal von Überlegungen zu Platons Höhlengleichnis ab. Ich habe keine Skepsis gegenüber dem Klima. Ich bin also kein Klimaskeptiker, und ich bezweifle ernsthaft, dass man auch nur einen Menschen auf diesen Begriff korrekt zuordnen könnte.

Vielleicht wäre also der Begriff Klimawandelskeptiker besser? Nun, ich bin mir zumindest sicher, dass es Klimawandelskeptiker gibt. Ich gehöre definitiv nicht dazu. Ganz im Gegenteil weiß ich sogar, dass Klimawandel der Normalzustand ist, seit sich die Erde eine Atmosphäre zugelegt hat. Mal war es heiß, mal war es kalt. Mal wechselte das Klima schnell, mal eher langsam. Unsere steinzeitlichen Vorfahren kämpften in Europa noch im Meterhohen Dauerschnee gegen Mammuts, die Römer spazierten dann in Sandalen über die selben Landstriche. Wir, als moderne Menschen, betreiben Hamsterkäufe wenn die Wettervorhersage 2cm Schnee ansagt. Man darf also festhalten, dass ein sich langfristig nicht verschiebendes Klima eher die Ausnahme darstellen würde. So gesehen steht für mich fest, dass ich auch kein Klimawandelskeptiker bin.

Nun wird es natürlich schwierig für unsere notleidenden Medien, denn es wird langsam deutlich, dass sich die Sachverhalte so einfach darstellen lassen, wie es für die oberflächliche Berichterstattung unserer Zeit tragbar wäre. Es fehlt ein ehrliches, griffiges Label für all diejenigen Menschen, die der so schön aufgebauten öffentlichen Meinung entgegenstehen. Die letzte Bastion von Zweiflern lässt sich irgendwie nicht so richtig greifen, denn die Diversifizierung von Geisteshaltungen ist dem Klischee-Bildzeitungsleser nicht vermittelbar. Da auch der Spiegel immer stärker das Berichterstattungsniveau in Richtung Bild abrutscht (und das sage ich als Abonnent), bleibt offenbar kein Raum mehr für offene, objektive Artikel ohne Diffamierungstendenzen.

Hier kommen wir langsam auch zum Stein des Anstoßes für diesen Post. Der Spiegel hat in dieser Woche einen Bericht, fast eine Randnotiz, über die dürftigen Erklärungsversuche bezüglich der Emailaffäre in der Englischen Klimaforscherszene. Gestolpert bin ich bei der Lektüre insbesondere über einen Satz, eine Behauptung, sanft im Nebensatz eingepflegt um nicht weiter aufzufallen.

“…Denn die Briten sind verunsichert – ungeachtet der weiterhin klaren Faktenlage zum menschlichen Einfluss auf die Erderwärmung. …”

Vielleicht bin ich ja tatsächlich zu skeptisch, aber von einer klaren Faktenlage bin ich längst nicht überzeugt. Schuld daran sind vor allem die Klimaforscher selbst. Mal ungeachtet dessen, ob mit den Emails nun bewiesen wurde, dass/ob kritische Datensätze mit Hintergedanken zurückgehalten/vernichtet wurden: Wer kann mir schlüssig darlegen in welchem Ausmaß das menschliche Tun den Klimawandel beeinflusst? Ich leugne nicht, dass Treibhausgase das Klima erwärmen, ich leugne nicht, dass Messwerte aus den vergangenen hundert Jahren nahelegen, dass sich das Klima in letzter Zeit erwärmt. Ich bezweifle aber zu einem gewissen Grad, dass diese Messdaten flächendeckend Aussagekräftig sind. Dazu muss man sich einmal überlegen, wo Messdaten in der Regel erhoben werden: Im urbanen Raum und sonstigen Siedlungsgebieten. Da, wo geschlossene Bodenbeläge, steinerne Oberflächen und ein offenbare Mangel an natürlichen Kühlelementen (Bäume, Wasser, etc.) ein ausgeglicheneres Klima schaffen würden. Da Städte und Siedlungen in den letzten Jahrzehnten fast ausnahmslos größer wurden, finde ich es zumindest naheliegend, dass das einen entsprechenden Einfluss auf das Mikroklima und damit die lokalen Messwerte hat.

Weitere Zweifel ergeben sich aus der Tatsache, dass mittlerweile jedes Wetterphänomen der Klimaerwärmung zugeschrieben wird. Neulich war ich beruflich unterwegs zu einem Außentermin. Es hatte gerade frisch geschneit, so mussten wir durch den Schnee stapfen, was ja nicht weiter tragisch ist. Was allerdings aus meiner Sicht tragisch ist, war das Gespräch zwischen zwei Terminteilnehmern, dass ich bei der Gelegenheit aufschnappte.

“Ich habe heute morgen in der Zeitung gelesen, dass der Kalte Winter eine direkte Folge der Klimaerwärmung ist.”

“Ja, das habe ich auch gehört”

Mal ganz im Ernst; kann man sowas tatsächlich glauben? Das der Klimawandel und die globale Erwärmung die Gletscher schmelzen lässt, das bekomme ich noch auf die Reihe. Das die Anzahl von Extremwetterlagen im Sinne von Hurricanes und Tornados aufgrund der Erwärmung zunimmt/zunehmen könnte, gebongt. Vertseh ich. Aber warum die Klimaerwärmung nun unsere erwärmten Winter wieder kälter werden lässt, dass macht nun vorne und hinten überhaupt keinen Sinn. Das schlimme ist aber, dass zwei studierte Menschen diese Information aus der Zeitung einfach so hinnehmen. Selbst darüber nachzudenken scheint unmöglich geworden, man könnte ja am Ende ein Klimaskeptiker sein, ein Verstoßener mit der Lepra des freien Denkens verseucht. So kommt es mir vor.

Ich wurde erzogen und gebildet im Dogma des Zweifelns, des Nachvollziehens, des Ergründens und des überzeugten Verteidigens dessen, was sich letzlich für mich als Wahrheit abzeichnet. Nur so kann Demokratie funktionieren, nur so kann ich in Diskussionen zu spannenden Themen bestehen, nur so kann ich aus überzeugter Brust an Gott glauben oder, wie in meinem Fall, eben nicht. Nur so kann verhindert werden, dass Massen von Menschen dumpfen Ideologien hinterherrennen, andere Menschen zu Unmenschen degradieren und sich zum Entscheider über Leben und Tod zu machen. Gerade als Deutscher muss man wissen, wohin einseitiges Darstellen von Sachverhalten im schlimmsten Fall führen kann. Seien es nun die polemischen Äußerungen eines fremdsprachen-unbegabten Außenministers zur Innenpolitik, die Weltanschauung von Nazis und Rechten insgesamt oder eben einfach nur die Berichterstattung zum Thema Klima. In allen Fällen wird versucht mit dem Mittel des einfachen Labels eine Bevölkerungsgruppe per Definition zu diffamieren, um allen anderen klar zu machen, dass das Denken in eine ähnliche Richtung zum gesellschaftlichen Selbstmord verkommt.

Ich leugne nicht, dass sich das Klima wandelt, ich weiß, dass es für viele Menschen gravierende Folgen haben wird, wobei viele der oft erwähnten Folgen meines Erachtens nicht unbedingt auf den Klimawandel als vielmehr auf einen schrecklich dummen Umgang mit der Natur in anderen Dingen zurückzuführen sind. Es lässt sich auch nicht leugnen, dass viele Gletscher schmelzen, wobei übrigens nicht alle Gletscher davon betroffen sind. Eslässt sich aber bis heute nicht beweisen, wodurch diese Klimaveränderungen angestoßen werden. Es gibt Indizien, allerdings tut sich die Wissenschaft in der Auswertung dieser Indizien immer noch erschreckend schwer, wenn man einmal bedenkt, dass die Medien die Wahrheit schon kennen. In meinem Verständnis von wissenschaftlicher Exaktheit gibt es keinen Raum für vermutete Meeresspiegelanstiege v0n geschätzen 30 cm bis hin zu 14 Metern in den nächsten Hundert Jahren. Schmilzt ein Eisberg, dann kann nur der Teil des Eisbergs den Meeresspiegel erhöhen, der über Wasser liegt. Insofern können nur Eismassen auf Landflächen den Meeresspiegel wirklich nachhaltig erhöhen. Wenn man sich dann mal die Größe von Landmassen mit Eisbedeckung und Ozeanen ansieht, dann fällt es mit zumindest schwer nachzuvollziehen, wo hier mehrere Meter Anstieg herkommen sollen. Wohlgemerkt, das ist meine Meinung, mehr noch mein Gefühl, keine Wissenschaft. Dass unter den wegschmelzenden Gletschern in den Alpen Reste römischer Siedlungen auftauchen, lässt doch zumindest Fragen aufkommen, wie es vor 2000 Jahren so mit dem Gletscherbestand bestellt war.

Nach dem 11. September 2001 führten in den USA Wissenschaftler Studien zur Veränderung der Temperaturen durch, nun da der Himmel frei von Kondensstreifen war. Das überraschende Ergebnis war, dass die Temperaturen höher lagen, als vor dem 11. September. Das sollte doch zumindest zu denken geben, ob die Zusammenhänge nicht doch komplexer sind, als es vielfach dargestellt wird. Warum wird mir also per Pressedekret quasi verboten, über die offenen Fragen zu diskutieren und nachzudenken.

Es gibt die schöne und schlüssige Theorie, dass ein Erwärmen der Atmosphäre zum Abreißen des Golfstroms führen könnte, was wiederum zu einer signifikanten Abkühlung in Europa und der gesamten Nordhalbkugel führen würde. Ist es vielleicht möglich, dass dahinter ein Regulierungsmechanismus steckt, der langfristig das Weltklima relativ stabil hält? Was sind aus Sicht unseres Planeten schon vier Grad mehr oder weniger? Die Welt wird davon schon nicht untergehen, und der Mensch wird lernen, sich anzupassen. Vielleicht ist es ja auch der richtigere Weg, sich auf den Klimawandel frühzeitig einzustellen und die Menschheit entsprechend vorzubereiten. Vielleicht bricht aber ja auch schon morgen ein Vulkan aus, der mit seiner Asche wieder über Jahrzehnte die Atmosphäre verdunkelt und die Temperaturen drückt. Wer weiß dass schon.

Die einzige Gewissheit ist, dass noch nie eine Langzeitprognose von Menschen eingetreten ist, dass uns demnach etwas weniger Panik gut zu Gesicht stünde. Stattdessen könnte man ja einmal Anfangen wieder Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen und die offenen Fragen wissenschaftlich anzugehen. Ganz ohne zurückhalten von Daten, ganz sachlich und ergebnisoffen. In der Zwischenzeit betreiben wir aktiven Umweltschutz, nicht aus Angst vor den Folgen des Klimawandels, sondern einfach weil wir sowieso schon wissen, dass Nachhaltigkeit der richtige Weg im Umgang mit unserem Lebensraum ist. Und da wir in einer globalisierten Welt leben, bleibt uns auch keine Alternative als einen Weltumspannenden Umweltschutz zu betreiben. An allen Fronten, in allen Themenfeldern, mit allem, was uns zur Verfügung steht. Das wäre eine Welt, in der wir alle gut leben könnten, egal ob es zwei Grad wärmer wäre oder nicht.

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