Retrozension | Green Day – Dookie

Green Day - DookieWer glaubt, Gute Laune lasse sich nicht in Musik verpacken, konservieren und dann auf Knopfdruck abrufen, der irrt. Den Beweis hierzu treten Green Day auf ihrem dritten Album Dookie eindrucksvoll an.

Dookie erschien 1994 und trug damals entscheidend zum Revival des Punk-Rock bei. Bekannt dürfte wohl jedem die erste Single-Auskopplung Basket Case sein. Für mich war damals schnell klar, dass ich diese CD möglichst schnell haben musste. Da ich damals noch Schüler ohne Einkommen war ging das dann leider doch nicht so schnell. Als es dann aber endlich soweit war, war ich natürlich überglücklich. Sofort wurde die CD auf Kasette gebannt und dann nicht mehr aus meinem Kassettendeck genommen – lang lebe die Auto-Reverse Funktion.

Das Album an sich ist eigentlich eher ein sehr kurzes Werk. Die Gesamtspielzeit beträgt weniger als 40 Minuten, und das ist inklusive eines Hidden-Tracknach etwa 2 Minuten Stille. In diese kurze Zeit pressen Green Day aber mühelos 15 Titel, die allesamt schnell, eingängig, prägnant und kurz sind. Vor allem sind sie aber auch eines: einfach. Man könnte eigentlich meinen, dass daseine Eigenschaft ist, die gegen die Musik von Green Day spricht, aber irgendwie und auf wundersame Weise tut sie das nicht. Wann immer ich heute Green Day im allgemeinen und Dookie im besonderen hörte, kommt bei mir das unglaubliche Gefühl von riesiger Freude und grenzenlosem Spaß auf.

Die Songs schmettern einem das Glücklichsein quasi um die Ohren. Seien es die allseits bekannten Singleauskopplungen Basket Case, When I Come Around oder Welcome To Paradise, oder die vielleicht eher weniger geschätzten Perlen She oder auch Longview. Green Days Charm nicht zu erliegen ist fast unmöglich, und das gilt heute genauso wie vor inzwischen immerhin schon 13 Jahren. Das Album ist zu keinem Zeitpunkt langweilig, aber auch zu keinem Zeitpunkt überragend kreativ. Man könnte fast sogar sagen, die Songs klängen alle ziemlich gleich. Es macht dennoch einfach Spaß und gehört zu den besten Platten der 90er-Jahre, eben weil es nicht überladen anspruchsvoll sein will und weil es im Grunde ziemlich simpel ist. Meiner Meinung nach absolut grandios und ein Klassiker.

Klare Wertung:

rating 5 Star

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