Recently Released | The Audience – Dancers and Architects

Wer in letzter Zeit des öfteren auf meiner kleinen bescheiden Musikblogseite vorbeigeschaut hat wird gemerkt haben, dass die Häufigkeit von Posts ein klein wenig zu wünschen übrig lässt. Grund hierfür ist meine bislang sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Online Fanzine Popkiller.de. Die schicken mir unaufhaltsam neue Musik die meist zeitnah zu bewerten ist. Darunter leidet natürlich ein wenig meine eigene Seite, da ich deutlich weniger Zeit habe, mich meinen angestammten CDs zu widmen. Nun ich will mit Sicheheit nicht klagen, denn schon wieder hat mich eine der CDs aus meinem Testprogramm nachhaltig begeistert.

Bisher von mir unbemerkt veröffentlichten The Audience bereits im letzten Jahr ihr Debutalbum Celluloid. Jetzt steht die Veröffentlichung von Dancers and Architects, dem zweiten Album der Band aus deutschen Landen bevor. Ich hatte bereits seit letzter Woche das Vergnügen, die Platte näher kennen zu lernen, und das hatte es auch gebraucht. The Audience machen nämlich astreinen Britpop der gegenwärtigen Generation, und dem stehe ich zumeist eher kritisch gegenüber. Schließlich empfinde ich die meisten Alben aktueller Vertreter dieses Genres als mehr oder weniger gepflegte Langeweile.

Auch Dancers and Architects hielt beim ersten Durchhören nicht unbedingt mehr auf Lager und hätte ich die Platte im Schallträgerhandel meines Vertrauens angespielt, wäre wahrscheinlich kein Kauf daraus geworden, denn auch The Audience klingen zunächst nach einfältigem Britpop. Nun, als Neuling in der Kritikerszene bin ich noch unverdorben genug, einem Album das mir nicht gleich zusagt auch eine zweite Chance zu geben. So geschah es, das etwa nach dem dritten oder vierten Durchlauf die Feinheiten in der Musik zu Tage kamen und Ich nach mittlerweile geschätzten 20 Durchläufen zugeben muss, dass mir Dancers and Architects sehr gut gefällt.

Die ersten Takte des Albums klingen noch sehr stark nach Arctic Monkeys, nur technisch versierter aber gesanglich stehen The Audience erfrischend selbständig da. Vielleicht ließen sich Paralellen zu Bloc Party ziehen, aber die braucht es eigentlich nicht, denn hier sind Kreative am Werk, die es sich glücklicherweise geleistet haben, trotz aller klanglichen Anleihen einen eigenen Sound zu kreieren. Das Ergebnis sind Songs, die gefühl- und stimmungsvoll unterhalten, die durch ihre Rythmusorientierung zum Bewegen ermutigen und die dank melodiöser Feinheiten und Raffinessen nicht nur erheblich Spaß machen, sondern auch lange nach Verhallen des letzten Stückes noch in Erinnerung bleiben.

Highlights zu definieren fällt mir wie fast immer auch auf diesem Album schwer, da die Songzusammenstellung insgesamt sehr stimmig ist und es keine eindeutigen Highlights oder gar Schwachpunkte zu verzeichnen gibt. Das sollte aber nicht als Zeichen der Mittelmäßigkeit interpretiert werden, sondern ist eher ein Resultat der durchgehend hohen Qualität des Longplayers. Hinge Leben und Tod davon ab, würde ich aber doch Fusty Lines, Marble St. 108 und Lucy nennen um meine Haut zu retten.

Zum Schluß kann das Fazit nur heißen: Unbedingt reinhören, unbedingt genießen und nach Möglichkeit kaufen, denn britische Popmusik wurde selten so gut vollbracht, wie es den Herren von The Audience hier gelungen ist.

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Recently Released | Woog Riots – PASP

Es ist das erste Mal, dass ich eine CD, die ich über meine Nebentätigkeit bei Popkiller.de kennengelernt habe, auch auf meinem persönlichen Blog vorstelle, doch das hat seine wirklich guten Gründe.

Die Band, um die es hier geht sind, wie dank des Covers unschwer zu erraten die Woog Riots. Die Band war mir bis Samstag völlig unbekannt, PASP ist aber schon deren zweites Album. Netterweise wurde der eigentlich schon etwas längere Titel des Albums – People, Animals, Places & Society – bereits durch die Künstler auf die Anfangsbuchstaben reduziert. Das erspart dem geneigten Blogger das lange Ausschreiben des Titels oder das eigenmächtige Abkürzen.

Erstmal zur Combo: Woog Riots, das sind Silvana Battisti und Marc Herbert und die stammen mehr oder weniger aus Hamburg. Dank eines Tribute-Albums und eines Debuts, mir persönlich beides unbekannt, konnten die beiden schon einige kleinere Erfolge feiern und unter anderem Deutschland, Finnland und England betouren.

Nun zum Album: PASP unterteilt sich in vier Themenbereiche, man errät es schon fast: People, Animals, Places & Society. Das tolle ist, dass die Texte auch tatsächlich auf diese Themenbereichen passen. Wenn auch zugegebenermaßen mit Interpretationsspielraum. Aber was bietet PASP denn nun musikalisch? Nun, vor allem mal eine erste Überraschung, denn bei den ersten Takten glaubt man erst nicht so recht, dass das wirklich gute Musik sein soll. Ist es aber. Simpel, vielleicht gar banal, aber irgendwie mit Tiefgang und vor allem mit einer gehörigen Portion Humor und Spaß.

Eine Einordnung in Genres kann im Grunde nur Missglücken, denn die Woog Riots erlauben sich, munter aus allen möglichen Einflüssen zusammenszuschmeißen, was ihnen gerade in den Sinn kommt. Dazu noch ein wunderbar sinnfreier (scheinbar) aber tiefsinniger (mit etwas Fantasie) Text. So zum Beispiel beim Opener People Working with Computerssome have money, some have none, some are women, some are men“. Sozusagen Nihilismus in Reinform. Auch schön (und einer meiner ersten Favoriten) ist Octopussy, der von Zwangsverschuwlten Tintenfischen handelt – zumindest scheinbar, oder doch wirklich?. Oder Backstage Lemonade mit Zeilen wie “I’m sitting Backstage with my mom, drinking lemonade (bzw: eating chocolate cake)“. Macht eigentlich keinen Sinn und hat erstaunlich wenig Message, aber was solls.

Das Album macht von vorne bis hinten einen Heidenspaß. Ich komme kaum davon los, seit es die erste Runde im CD-Spieler absolviert hat. Immer wieder versuche ich mich durch andere Musik abzulenken, aber ein kleines Teufelchen in meinem Kopf singt mir kontinuierlich “Livingroom, Monday, Livingroom Tuesday, Livingroom, Wednesday, Thursday, too” ins Ohr. Also doch wieder Woog Riots angemacht und innerlich gelacht. Diese Wirkung kannte ich bisher nur inetwas anderer Form von Green Day.

Gelobt habe ich das Album schon auf Popkiller.de. Hier möchte ich mich dennoch wiederholen: Das Album ist ein Geniestreich und das ist umso erfreulicher, da es sich um einen deutschen (ok, italienisch-deutschen) Act handelt, der mir hier den Kopf verdreht. Unbedingt reinhören! Wirklich! Echt jetzt!

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Diese Woche hat sich für mich die Gelegenheit ergeben, ab sofort auch für das Online-Fanzine Popkiller.de rezensiv tätig zu werden. Ich freu mich auf die Zusammenarbeit mit dem Team aus Hamburg und bin gespannt, was so alles an neuen CDs auf meinem Schreibtisch landet.

Die erste Rezension ist schon online: Landscape Izuma mit Kolorit. Meine Meinung dazu gibts hier zu lesen.

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