Retrozension | The Offspring – Smash

The Offspring - Smash

In etwa zur selben Zeit wie Green Days Dookie, erschien auch der Superseller Smash von The Offspring. Ich glaube fast jeder, der zu dieser Zeit das Album von Green Day kaufte, konnte auch bei Smash nicht widerstehen.

Hier nahm die Single Self-Esteem den Platz von Green Days Basket Case ein und sorgte dafür, dass der Longplayer letztendlich über 11 Millionen Mal über die Ladentheke ging. und wie die Sache so ist konnte auch ich mich damals der Magie der Musik nicht entziehen. Aufmerksam geworden war ich auf The Offspring mal wieder dank MTV. Das Video zu Self-Esteem traf damals genau meinen pubertierenden Nerv. Alles sah so unglaublich cool und – ich glaube es heute kaum noch selbst – reif aus. Die Jungs schienen etwas zu sagen haben und ich wollte zuhören.

Natürlich musste Ich erst einmal wieder das riesige Hinderniss der Plattenfinanzierung überwinden. Mit einem kleinen Taschengeld gar nicht so einfach. Irgendwie kam ich dann aber doch auch an die megacoole Platte mit dem Röntgenbildcover ran und war natürlich auch hier wieder unendlich begeistert.

Im Unterschied zu Green Day klingen The Offspring sehr ernst. Zwar handelt es sich ebenfalls um Punk der eher leichten Sorte, aber zumindest teilweise sind die angesungenen Themen doch recht ernst. Im Vordergrund sollte doch aber auch hier eher die musikalische Umsetzung stehen. Und da muss man sagen, das Smash fantastisch produziert ist. Begrüßt wird man auf der Platte von einem Erzähler – kein Scherz – der einen erst einmal höflich empfängt und ermuntert sich zu entspannen. Man fand ich das damals witzig, besonders, weil dann gleich im ersten Song die Gitarrenriffs die Platte wirklich eröffnen. Dazwischen die Stimme von Dexter Holland – auch die zweifelsohne für mich damals sehr cool – die immer sehr eindringlich und vor allem auch etwas tragisch klang. Songs wie Bad Habit, Something To Believe In Genocide, Come Out And Play und natürlich Self-Esteem geben den Tenor der Platte vor, die anderen Songs ziehen eindrucksvoll mit. Die Platte ist insgesamt sehr stimmig und zu recht ein riesiger Erfolg gewesen. Und dennoch haben The Offspring für mich nie die Bedeutung von Green Day erreicht. Sie blieben immer die, die mit Green Day berühmt geworden sind. Das verhält sich in etwa so, wie das Verhältnis von Deep Purple zu Uriah Heep. Beides erfolgreiche Bands, aber die eine ist doch deutlich besser als die andere.

Das mag daran liegen, das die Alben nach Smash durchweg als richtig schlecht zu bezeichnen sind, oder aber daran, das The Offspring das gewisse etwas, das mich bei Green Day so gefesselt hat, nie transportieren konnten. Im Endergebnis ist Smash zumindest ein Album, das man immer mal wieder hören kann, aber nicht zwingend muss.

Dennoch:

rating 3 star

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Retrozension | Green Day – Dookie

Green Day - DookieWer glaubt, Gute Laune lasse sich nicht in Musik verpacken, konservieren und dann auf Knopfdruck abrufen, der irrt. Den Beweis hierzu treten Green Day auf ihrem dritten Album Dookie eindrucksvoll an.

Dookie erschien 1994 und trug damals entscheidend zum Revival des Punk-Rock bei. Bekannt dürfte wohl jedem die erste Single-Auskopplung Basket Case sein. Für mich war damals schnell klar, dass ich diese CD möglichst schnell haben musste. Da ich damals noch Schüler ohne Einkommen war ging das dann leider doch nicht so schnell. Als es dann aber endlich soweit war, war ich natürlich überglücklich. Sofort wurde die CD auf Kasette gebannt und dann nicht mehr aus meinem Kassettendeck genommen – lang lebe die Auto-Reverse Funktion.

Das Album an sich ist eigentlich eher ein sehr kurzes Werk. Die Gesamtspielzeit beträgt weniger als 40 Minuten, und das ist inklusive eines Hidden-Tracknach etwa 2 Minuten Stille. In diese kurze Zeit pressen Green Day aber mühelos 15 Titel, die allesamt schnell, eingängig, prägnant und kurz sind. Vor allem sind sie aber auch eines: einfach. Man könnte eigentlich meinen, dass daseine Eigenschaft ist, die gegen die Musik von Green Day spricht, aber irgendwie und auf wundersame Weise tut sie das nicht. Wann immer ich heute Green Day im allgemeinen und Dookie im besonderen hörte, kommt bei mir das unglaubliche Gefühl von riesiger Freude und grenzenlosem Spaß auf.

Die Songs schmettern einem das Glücklichsein quasi um die Ohren. Seien es die allseits bekannten Singleauskopplungen Basket Case, When I Come Around oder Welcome To Paradise, oder die vielleicht eher weniger geschätzten Perlen She oder auch Longview. Green Days Charm nicht zu erliegen ist fast unmöglich, und das gilt heute genauso wie vor inzwischen immerhin schon 13 Jahren. Das Album ist zu keinem Zeitpunkt langweilig, aber auch zu keinem Zeitpunkt überragend kreativ. Man könnte fast sogar sagen, die Songs klängen alle ziemlich gleich. Es macht dennoch einfach Spaß und gehört zu den besten Platten der 90er-Jahre, eben weil es nicht überladen anspruchsvoll sein will und weil es im Grunde ziemlich simpel ist. Meiner Meinung nach absolut grandios und ein Klassiker.

Klare Wertung:

rating 5 Star

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