Recently Released | Voicst – A Tale of two Devils

Wieder einmal freut es mich, über mein Engagement bei Popkiller.de eine wirklich gute Band für mich neu entdeckt zu haben. Diesmal geht es um die Niederländische Kombi mit dem interessanten Bandnamen Voicst. Die Band hat bereits letzten Monat ihr zweites Album veröffentlicht und erstmals wurde Deutschland auch mit einer Veröffentlichung beglückt.

Klingt nach viel Vorschusslorbeeren, aber die haben sich Voicst wahrlich hart verdient. In den Niederlanden sind die drei Jungs längst keine unbekannten mehr. Mehrere größere Festivals wurden bereits durch deren Auftritte geschmückt, Werbekampagnen wurden durch die Musik der Band versüßt und sogar in der Fernsehserie One Tree Hill wurde der Soundtrack mit Voicst-Musik gestaltet. Das kann sich sehen lassen. Nun also auch die Attacke auf den deutschen Musikmarkt, und man kann nur hoffen, dass das gut gehen wird. Die Chancen dafür stehen eigentlich nicht schlecht, denn musikalisch liefern Voicst saubere Kost.

Schon der Opener High as an Amsterdam Tourist packt mit seinem griffigen, poppigen Indie-Rock den Zuhörer. In der Strophe höre ich parallelen zu Goodshirt, und das kann eigentlich nie etwas schlechtes heißen. Feel like a Rocket wirkt durch seine Bläserarrangements fast schon Ska-mäßig, aber keine Angst. Die Nummer ist wirklich gut.

Es folgt Feelings Explode, das mit einem besonders groovigen Ansatz sehr modern wirkt und mich ein wenig an Britpop á la The Audience erinnert. Eines meiner liebsten Stücke ist Aha Erlebnis. Ein sehr jazziger Einstieg mit Klarinette (oder Saxophone?) geht über in eine wunderbar gesteigerte und gefühlvolle moderate Rocknummer. Großartiger Refrain, großartiger Song.

Bei A Year and a Bit lassen Voicst dann ihre poppige Seite durch und klingen erschreckend nah nach Robbie Williams. Voll radiotauglich und trotzdem nicht schlecht. Auch Everyday I work on the Road könnte wunderbar in jedem beliebigen deutschen Pop/Rockradio laufen und würde sicher einige Fans finden. Griffige Nummer, knackiger Beat, eingängiger Refrain. Gut gemacht.

So geht es weiter. Don’t get me Wrong könnte ohne großen Aufwand zu einer Drum ‘n Bass-Nummer umgeschriebenproduziert werden. Auch hier wieder viel Robbie Williams-Anleihe im Refrain. Aber der gute Teil davon. Wirklich spannendes Songwriting. Erschreckend poppig dann So simple that it’s hard to understand. Hier wieder ganz große nähe zu The Audience und ein echt mitreißender Refrain. Dazu fällt auf, dass die Produktion echt topp ist. Und zwar durchgehend.

Second Blow nimmt dann Tempo raus und baut sich als wunderbar ruhige Ballade auf. Besonders überzeugend für mich ist die wirklich spannende Melodieführung. E-Slick ist dann wieder eine ganz klare, fast schon straighte Rocknummer. Gewaltiger Rythmus, colles Riff und auch hier ein überzeugend mitreißender Refrain. Mitsingen ist hier schnell möglich und Pflicht!

Mixed Words klingt wieder etwas synthetischer und erinnert wieder ein Stück näher an Goodshirt, wobei ich den Song definitiv nicht darauf reduzieren möchte. Besonders durch die Bläserarrangements hebt sich auch hier Voicst deutlich von fast allen anderen Bands ab. Eine gewisse melodiöse Nähe zu Blur möchte ich noch unterstellen.

Das abschließende Two Devils ist mit seinen 1:57 dann noch ein weiteres Highlight des Albums. Instrumentiert nur mit einer wunderbar minimalistisch gespielten Gitarre und einer bewegenden Melodie. Grandios.

Voicst haben mit A Tale of Two Devils ein wahrlich gelungenes Deutschlanddebut vorgelegt. Es macht wirklich Spaß hier zuzuhören, mitzugehen und sich ein ums andere mal tiefer in das Album hereinzuhören. Durch spannende Gastmusiker, wie den Pianisten von Simon & Garfunkel, den Saxophonisten von Gogol Bordello und den Trompeter von Beyoncé (!) wurde die bereits sehr gut geschriebene Musik auch in der Produktion hervorragend gewürzt, dass sich das Album insgesamt sicher zu den Top-Erscheinungen in diesem Jahr zählen darf. Unbedingt mal reinhören.

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Retrozension | R.E.M. – New Adventures in Hi-Fi

Zu R.E.M.s New Adventures in Hi-Fi habe ich irgendwie eine besondere Beziehung. Das liegt vermutlich vor allem daran, dass das zehnte Album der Band aus Atlanta das erste R.E.M. Album war, dessen Release ich bewusst erlebt habe.

Nicht lange vor dem Release im Jahr 1996 habe ich erkannt, dass R.E.M. eine wirklich gute Band sind. Hier gehört ein kurzer Dank meiner Schwester ausgesprochen, die Automatic For The People besaß und mich so auf den Geschmack brachte. Den Release von Monster hatte ich dann irgendwie auch noch verpasst, für New Adventures in Hi-Fi im Jahr 1996 war ich dann aber endlich auf den Geschmack gekommen. Und im Nachgang darf man wohlsagen: kein Album zu früh!

New Adventures in Hi-Fi ist bis heute das erfolgreichste Album von R.E.M., zumindest wenn man die Chartplatzierungen auf Wikipedia richtig interpretiert. Nummer eins in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Finnland und Schweden und immerhin noch Nummer zwei in den USA, das ist doch mal eine gute Leistung.

Die viel bessere Leistung daran ist aber, dass das Album nicht nur erfolgreich sondern auch wirklich gut ist. Wesentlich vielschichtiger als Monster oder Automatic for the People, atmosphärisch angenehm melancholisch und für ein Mainstreamalbum ziemlich experimentierfreudig. Schon der Opener How The West Was Won And Where It Got Us überzeugt auf ganzer Linie. Vor allem dadurch, dass das Stück mit Hörgewohnheiten aufbricht. Das Intro wird nur durch Drums gespielt, die Begleitung ist sehr rudimentär durch Bass und Klavier gegeben und irgendwie klingt das Stück auch im Refrain sehr filigran ohne dabei aber “unrockig” zu werden. Cool gemacht.

The Wake Up Bomb ist wohl bis dato eines der rockigsten und besten Stücke von R.E.M. Orgel, verzerrte Gitarren und einen überzeugenden Rythmus. Da bleibt kein Kopf ruhig auf dem Hals sitzen. Ich liebe diesen Song. New Test Leper folgt als ruhigerer Song. Hier kann man wieder einmal in den wirklich poetischen Zeilen schwelgen. So gut schreiben neben Michael Stipe nur die wenigsten.

Undertow bringt wieder etwas mehr die klanglich experimentelle Seite der Band zum Vorschein. Hier begrüßen den Hörer zunächst dampfend, stampfende Maschinensounds, ehe der Midtempo-Rocksong Form annimmt. Auffällig auch hier die teilweise fast zerbrechliche Gesangsstimme von Michael Stipe, die immer relativ nahe am Sprechgesang vorbeischrabbt. Sehr relaxt. Ebenso E-Bow the Letter, ein – wie es der Titel schon suggeriert – auch mit dem E-Bow gespieltes Stück. Der hilft, E-Gitarren ohne Anschlag spielen zu können, was in etwa an das Bogenspiel auf einer Geige erinnert. Ein cooles extra ist auch die Background-Stimme, die hier von niemand geringerem als Patti Smith geliefert wird.

Leave ist dann noch so ein echtes Highlight auf dem Album. EIne der konsequentesten und beeindruckendsten Kombinationen aus Synthesizer und Rocksong, die die Musikgeschichte bisher vorgebracht hat. Dabei wunderbar simple in der Grundstruktur und rockig ohne Abstriche. Echt beeindruckend. Thematisch passend schließt sich dann das Stück Departure an. Auch hier wird gnadenlos gerockt und eine Mischung aus Spoken Words Performance (man fühlt sich an Stadionrockansagen erinnert) und Gesang unterlegt mit einem sehr griffigen Gitarrenriff und ergänzt durch einen Mitgröl-Refrain. klassische Entfruster-Nummer, nichts zu kritisieren.

Etwas Entspannung bringt dann Bitersweet Me. Atmosphärisch erinnert der Song zunächst ein wenig an Automatic for the People, mündet dann aber in einen fantastisch eingängigen Refrain. Be Mine wird dann noch einmal deutlich ruhiger und zeigt wieder die poetischen Fähigkeiten der Band. Die Musik wie auch der Text laden zum Verweilen, zum Nachdenken, zum Sich-Selbst-Verlieren ein. Toll!

Die nächsten Textzeilen widmen sich dann Binky the Doormat, also einem Fußabtreter. Merkwürdig, aber trotzdem ein ziemlich guter Song. Zither schließt direkt als Instrumentalstück an (Automatic For The People lässt grüßen) und wird wiederum von So Fast, So Numb gefolgt. Hier gehts wieder etwas rockiger zur Sache. Insgesamt ein ziemlich entspannter Song mit cooler Klavierbegleitung.

Den Abschluss bilden dann zunächst Low Desert, eine ruhige Rocknummer mit viel Slideguitar-Einsatz, und abschließend dann Electrolite, eine Stück, dass vor allem von der Klavierbegleitung und der bestechenden Gesangslinie lebt. Ein überraschend positiv gestimmter Abschluss für das insgesamt doch oft schwermütige Album.

New Adventures in Hi-Fi konkurriert bei mir immer wieder mir Automatic For The People um den Platz des besten R.E.M. Albums. Eine Entscheidung kann man hier kaum treffen, denn beide Alben stehen für sich und sind ohne jeden Zweifel große Kunstwerke. Selten gelingt es Bands so dorchgehend eine Stimmung zu schaffen und so das Album zu mehr zu machen als nur eine wahllose aneinanderreihung von Songs. Hier wird das Hörerlebnis zur Entdeckungsreise und genau so müssen gute Alben einfach aussehen/klingen. In jedem Fall ist New Adventures in Hi-Fi pflicht in einer gut sortierten Indie-Rock Bibliothek.

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Recently Released | R.E.M. – Accelerate

R.E.M. - Accelerate Hallo Welt, ich bin wieder daheim. Ich war ein bißchen weg im Urlaub. Genauer gesagt in Seattle und Umgebung, zum Wandern, Einkaufen, Burger Essen, im Regen stehen, Vulkane bestaunen und, und, und.

Da ich aber nicht so bin, hab ich auch was aus dem Urlaub mitgebracht. R.E.M. waren so nett, nach vier Jahren Studioalbumspause mal wieder einen Silberling aufzulegen, und da die CD-Preise in den Staaten unverschämt günstig sind, und der Dollar von Tag zu Tag noch günstiger wird, musste ich natürlich vor Ort zugreifen. SO hab ich für den Schnäppchenpreis von nur 9,57 € (Stand heute – und fallend) das neue Album Accelerate erstanden. Das macht Freude – und noch mehr Freude macht, dass meine CD-Sammlung jetzt auch mit CDs bestückt ist, die auch physisch aus Seattle stammen 😉 .

Genug der Vorrede, kommen wir mal zum Album. Eigentlich hatte ich mir nach dem letzten R.E.M.-Album geschworen, der Band endgültig abzuschwören. Der Verfall begann schon ein bißchen mit dem Album Reveal, aber das inzwischen vorletzte Album Around the Sun war einfach nur noch enttäuschend. Damit wären R.E.M. nicht die erste Band gewesen, die bei mir in Ungnade gefallen sind. Die Gesellschaft von den Smashing Pumpkins, Silverchair, Live und sicherlich noch ein paar anderen hätte R.E.M. auch ganz gut gestanden, aber die Band hatte – zum Glück – andere Pläne mit mir.

Der Neuling Accelerate stellt eine Rückkehr zu wirklich älteren Zeiten dar. Ein bißchen Monster ein bißchen Document, kein bißchen New Adventures in Hi-Fi oder Automatic, aber auch kein bißchen Reveal und Around the Sun – und letzteres ist wirklich erfreulich.

R.E.M. präsentieren sich auf Accelerate endlich wieder mit der Lust am Rockbeat, am Musizieren mit krachigen Gitarren und wummerndem Bass. Und sie können es auch noch. Bisweilen scheinen zwar einzelne Melodiestränge etwas holprig zu sein, aber das kann sich auch noch geben, wenn man das Album mal etwas besser kennen gelernt hat. Ich hatte bislang erst Gelegenheit für zwei Rotationen.

Die erste Single Supernatural Superserious – die hatte ich ja bereits mit Video verlinkt – ist das sicherlich eingänglichste Stück auf dem neuen Longplayer. Dennoch glaube ich, das sich da schon bald ein paar andere Stücke in den Vordergrund drängen werden. Beispielsweise der Opener mit dem schönen Titel Living Well Is The Best Revenge, der so wunderschön nach R.E.M. klingt, dass man schon allein dafür das Album kaufen möchte. Auch der Titel Accelerate ist ebenfalls sehr gut, wobei mir der Refrain noch etwas sperrig erscheint.

Im Fazit kann ich sagen, dass sich der Kauf von Accelerate auch zu deutschen CD-Preisen sicherlich lohnt, wenn man R.E.M. nicht erst seid New Adventures in Hi-Fi mag. Sicherlich entfaltet Accelerate nie das Potential von Automatic for the People aber dafür, dass R.E.M. jetzt endlich wieder gute Musik for the People machen, haben sie schon eine neue Chance verdient. Mir gefällt jedenfalls sehr gut was ich bisher gehört habe.

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Retrozension | Goodshirt – Good.

Goodshirt | Good.Es wird Zeit, die beste Band der Welt vorzustellen. Hierbei handelt es sich um ein Quartett aus Grey Lynn, Auckland. Es dreht sich also wieder einmal um einen echten Kiwi-Import. Goodshirt gehören zu den wenigen Phänomenen, die mich schon beim Erstkontakt voll überzeugt hatten. Ich glaube ich hatte schon erwähnt, dass ich in Neuseeland über einen Kollegen einen ganzen Haufen Musik zum Reinhören anvertraut bekommen hatte. Goodshirt hörte ich erstmals, als ich in der Nähe von Wellington spazieren ging.

Schon die ersten Takte von Place to Be, dem Opener von Good. (Punkt gehört zum Namen) waren die reinste Offenbahrung. Und ich bemühe mich gerade nicht zu übertreiben. Der Sound von Goodshirt ist dermaßen einzigartig, dass ich bis heute wirklich keine Band gefunden habe, die auch nur annähernd an den Stil der Jungs aus Grey Lynn herankommen. Vermutlich gibt es sowas zwar irgendwo, aber vermutlich müssen sich solche Soundvisionäre mit chronischer Erfolglosigkeit abfinden.

Der Mangel an Vergleichsmöglichkeiten zwingt mich nun irgendwie dazu, den Sound in Worte zu fassen. Und das ist nicht einfach. Im großen und ganzen ist die Musik von Goodshirt Indiepop von der rockigen Sorte. Dazu kommen Synth-sounds und eine für mich immer noch kaum fassbare Begabung, Songs zu schreiben, die es so irgendwie noch nie gab. Das zeigt sich auch bei dem Song Green, der vermutlich ausschlaggebend für den Bandnamen war. Mit gerade einmal 2:05 Minuten Spielzeit ist der Song unglaublich knackig und kurz, aber eben auch unglaublich gut. Innovativ ist vielleicht das beste Wort für meine Begeisterung. Nächster Song ist Blowing Dirt, ein etwas ruhigerer Song, der aber auch wieder das sehr eigenwillige Songwriting von Goodshirt herausstellt.

Slippy gehört dann zu den absoluten Highlights, nicht nur des Albums sondern der ganzen Diskographie der Band. Musikalisch ein Meisterwerk, überzeugt hier auch das Textkonzept. Es handelt sich dabei um Textschnipsel einer Zeitungs-Anzeigenseite. Das bringt einen der lustigsten Texte, die ich persönlich kenne. Danach gehts weiter mit Everyday, einem Instrumentalstück, das wieder ein bißchen Ruhe in die Platte bringt, und damit den Weg für Sophie freimacht. Sophie schaffte es sowohl in Neuseeland als auch in Australien auf Platz 1 der Charts, und ich kann nur sagen völlig zurecht.

Merrilands Domain schließt auch eher wieder in ruhigen Tönen an, führt aber das Konzept des Albums in guter Weise fort. Auch Catch this Light bleibt sehr ruhig. Hat aber eine Harmonie, die sämtliche Lehren der Musik in Frage zu stellen scheint. Ich liebe es. Monotone stimmt dann Töne an, die vielleicht entfernt ein bißchen an Blur erinnern. Zumindest zunächst. Spätestens wenn der Synth dann die Bridge intoniert, vergisst man diesen Vergleich aber ziemlich schnell wieder. Mousey schlägt dann eine ganz andere Richtung ein, und ich muss zugeben, dass dieser Song einem durchaus auch auf die Nerven gehen kann. Aber eingerahmt von so viel guter Musik fällter eigentlich gar nicht negativ ins Gewicht. Eine ganze Platte davon wollte ich aber nicht hören.

Der Endspurt wird von Long Last Day eingeleitet, einem sehr ruhigen Song, der aber hervorragend geeignet ist, die Welt um einen herum zu vergessen. Schluss ist dann mit Mud Sky. Einem ebenfalls eher ruhigen Song, der insbesondere durch die elektronisch veränderte Gesangsstimme auffällt.

Ich denke mir ist es nicht gelungen, auch nur annähernd der Begeisterung gerecht zu werden, die Goodshirt bei mir auslösen. Ich kann wirklich nur empfehlen die Platte zu kaufen und selbst kennen zu lernen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich die Scheibe auch hervorragend als Soundtrack für einen Roadtrip durch Neusseland eignet. Ein kleines Hinderniss ist vielleicht, dass es Goodshirt in Deutschland nicht zu kaufen gibt. Dafür gibts aber ja das Internet. Und damit meine ich Online-Shops! Zum Schluss noch die Wertung: Volle Punktzahl plus volle Begeisterung!

Mangels der Möglichkeit, mp3s zum Verlinken zu finden, muss ich mich mal wieder YouTubes Embedfunktion bedienen. Das hat im Falle von Goodshirt aber den Vorteil, dass ihr in den Genuss von sehr witzigen One-Shot Videos kommt. Der Einfachheit halber sind die Videos nach ihrer Reihenfolge auf Good. sortiert.

Place To Be

Green

Blowing Dirt

Sophie

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News & Rumors | R.E.M. – Supernatural Superserious

Die größte (gemessen am Erfolg) Indieband aller Zeiten meldet sich mal wieder zu Wort. ich möchte an dieser Stelle keinen Hehl daraus machen, dass die beiden letzten Alben der – inzwischen nur noch – Dreierkombo aus Athens, Georgia bei mir für tiefe Enttäuschung gesorgt hatten.

Das neue Werk Accelerate soll der Eigenwerbung der Band entsprechend an ältere Sounds und Songs erinnern, und ich denke das lässt sich nur als gute Nachricht werten. Bleibt zu hoffen, dass die Prophezeiung dann auch entsprechend eintritt. Erscheinungsdatum ist übrigens der 31. März.

Wie zum Beweis gibt es nun via YouTube das Video zu ersten Single zu bestaunen. Und im Vergleich zu den Songs auf Reveal und Around the Sun klingt Supernatural Superserious zumindest schon man nach einer deutlichen Verbesserung. Grund genug für mich, die Embed-Funktion von YouTube einer Premiere auf meinem Blog zuzuführen. Viel Spaß damit.

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Retrozension | R.E.M. – Monster

R.E.M. - Monster

Nachdem R.E.M. 1992 mit ihrem Album Automatic For The People gezeigt hatten, dass sie zu den ganz großen Bands ihrer Zeit gehören, erschien zwei Jahre später der Nachfolger Monster. Obwohl sich Monster laut Charts erfolgreicher platzieren konnte als Automatic For The People, ist dieses Album für mich musikalisch immer ein Rückschritt gewesen. In keinster Weise knüpfen R.E.M. an die Genialität des Vorgängeralbums an, und das ist wirklich schade. Oder vielleicht doch nicht?

Dennoch wäre es verkehrt Monster für sich als missglückt zu bezeichnen. Es ist nur so, dass Monster musikalisch einfach viel eher als Vorgängeralbum zu Automatic glaubhaft ist. Der etwas kratzigere, ungestüme R.E.M. Sound, wie man ihn noch von Green, Out Of Time oder Document kennt, kennzeichnet auch Monster. Automatic For The People erscheint dazwischen fast wie ein Missgeschick.

Aber ich möchte hier auch erstmal die Vergleiche fallen lassen, und Monster für sich selbst stehen lassen. Der Opener What’s The Frequency, Kenneth eröffnet mit R.E.M. typischen Gitarrensounds, den verhaltenen, aber guten Vocals von Michael Stipe. Das ganze versprüht besten Indiecharme, insbesondere, da dieVocals ein wenig zu leise abgemischt scheinen, und auf übermäßige Produktionseffekte verzichtet wurde. Crush with Eyeliner folgt mit seinem charakteristischen Phasergitarrensound. Die Gangart des Albums wird spätestens hier klar. Es sind eher poppige Songs mit etwa 4 Minuten Länge. Die Schwermut bleibt außen vor, überschwengliche Freude wird sicher aber auch woanders zelebriert. Auch King of Comedy folgt auf den Pfaden seiner Vorgängersongs. Eher poppig inszeniert und gute Partymusik. Erst I don’t Sleep, I Dream zeigt sich etwas düsterer und ruhiger, ohne dabei allzusehr in Melancholie zu verfallen. Ein wirklich guter Song. Schluss mit Ruhe schreit dann förmlich Star 69. Es rockt erstmals richtig und befreit die Platte von der bis dahin zelebrierten Lethargie. Nach so einem Song wird es zeit für einen Engtanzsong, und der kommt auch prompt mit Strange Currencies. Da schmelzen die Herzen und man kann sich förmlich vorstellen wie zahllose Pärchen engumschlungen auf der Tanzfläche schwofen. Tongue hilft dann, den romantischen Augenblick noch ein paar Minuten länger festzuhalten, und macht dabei einen guten Job. Jetzt will man aber dann doch mal wieder ein bißchen tanzen. Da kommt Band and Blame genau recht. Der vielleicht beste Song des Albums fängt eher sanft an, um dann im Refrain ein bißchen rockiger zu werden. I Took Your Name folgt auf dem Fuße, und erinnert wegen seines Phasersounds nicht unwesentlich an Crush with Eyeliner. Macht aber nix. Ist trotzdem ein guter Song. Let me in schlägt wieder ruhigere Töne an. Mit stark übersteuerter Gitarre und nur sehr zaghaftem Schlagwerkeinsatz. Mit Circus Envy wird nochmal das Haus gerockt, dass die Fetzen fliegen. Toller Refrain übrigens, der mich ein wenig an die Rocknummern von The Police erinnert. Zum Schluß dann das eher ruhige und auch ein wenig düstere You.

Insgesamt ist Monster ein wirklich gutes Album, dass wirklich Freude macht. Mir kommt es immer ein wenig vor wie eine nette Party. Nicht zu düster, nicht zu überschwenglich. Wahrscheinlich gehört Monster auch wirklich zu den besten Alben, die R.E.M. bisher produziert haben. Aber dennoch steht es meiner Meinung nach im Schatten des Überwerks Automatic For The People. Macht aber ja eigentlich nix. So lange es Spaß macht, oder?

Gute Musik

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