For Your Interest | Amplive – Radioheadz Rainydayz Remixes

Amplive - Rainydayz RemixesNachdem die Gerüchteküche bereits früh hochgekocht war, dass sich ein mir völlig unbekannter DJ/Mixer/Produzent/
Wasauchimmerersichnennt namens AmpLive plant, Radioheads neuestes Album In Rainbows zu remixen. Nachdem dazu eine Unterlassungsverfügung erlassen wurde und diese letztendlich doch wieder aufgehoben wurde ist es nun so weit. AmpLives Rainydayz Remixes stehen zum Download bereit. Das alles mit dem wunderschönen Kommentar: It’s not up to You. It’s free. Soll heißen: Der Download ist völlig kostenlos zu tätigen, und dabei dennoch völlig legal.

Als Grundmaterial hatte AmpLive Zugriff auf Mastertapes der Radioköpfe. Das ganze wurde dann noch gewürzt mit Vocals von so namhaften MCs wie Too $hort, MC Zumbi of Zion I, Chali2na of Jurassic 5, Codany Holiday, und Del The Funky Homosapien. Kennt ihr nicht? Ich auch nicht. Macht aber nix. Entstanden sind so zumindest satte 8 Tracks, sorry ich meine Trackz.

Das Ergebnis lässt sich dann aber durchaus hören. So ein bißchen wie Radiohead (ach nee) gekreuzt mit Gorillaz und allem was man sonst so aus der Remix-Ecke kennt. Sicher nichts für eingefleischte Indie- und Alternativefreunde, wer aber bereits den Mut entwickelt hat ein Stück weit über den Tellerand hinauszuschauen, respektive: zu hören, der wird es sicher nicht bereuen. Spaß macht der Remix allemal. Das Original bleibt aber unerreicht.

P.S.: Den Bass-Booster sollte man vorher aber besser ausschalte. Das dröhnt!

Hier gehts zum Download!

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Retrozension | Dimmer – I Believe You Are A Star

Dimmer - I Believe You Are A Star Willkommen zurück auf retrozension.de. Ich hoffe meine 5 treuen Leser und natürlich auch alle anderen, die zufällig hier vorbeigeschneit sind sind gut ins neue Jahr gerutscht.

Für den Start in 2008 habe ich eine schöne Perle aus Neuseeland auf meinem iPod ausgegraben. Die Rede ist diesmal von Dimmer, einer Band um den in NZ sehr bekannten Musiker Shayne Carter, der dereinst bei den auch hierzulande nicht gänzlich unbekannten Straitjacket Fits bekannt wurde. Nach deren Auseinanderbrechen im Jahre 1994 formierte Carter die Band Dimmer, deren Musikstil nur schwer in eine der vielen Schubladen passt, die man sich gerne mal zurechtlegt, um Musik zu sortieren.

Die Musik von Dimmer ist eindeutig geprägt von Elementen der Rockmusik. Dennoch kommt das Debutalbum I Believe You Are a Star so gar nicht als Rockalbum daher. Daher rührt auch meine vermutlich völlig unpassende Einordnung unter Dub und Electronica. Mir aber egal. My Blog is my Kingdom! Electronica deutet schon an, dass die musikalische Reise in Richtung elektronische Klangwelten geht. Die Instrumentierung ist dabei aber weiterhin als “klassisch” zu erkennen. Gitarre, Schlagzeug und sehr viel Bass schaffen eine Klangatmosphäre, die sich eventuell schon als Ambient bezeichnen liesse. Über allem ‘schwebt’ der Gesang und verbindet die Klanggefüge auf sehr entspannende Weise.

Für solche Musik wurde wohl der Begriff “Chill Out” kreiert. Im Grunde trifft Dimmer dabei genau die Gangart, die man nach einer durchzechten Sylvesternacht gut gebrauchen kann. Bei alledem macht es mir zumindest unglaublich Spaß, die Musik zu entdecken. Da gibt es äußerst raffinierte Taktwechsel und ausgefallene Instrumentierungen. Den Rock in der Musik kann man bei alledem nicht direkt hören, und doch weisen die Songs die vertauten Rockelemente auf, so dass man sich in einer irgendwie fremd anmutenden Musikrichtung doch wie zu Hause fühlen kann – was sich im übrigen auch als Parallele zu meinem (sehr kurzen) Leben in Neuseeland verstehen lässt.

Besonders gut gefällt mir dabei die Nummer Seed, die durchaus schon an Radiohead auf Hail to the Thief erinnert – und das schon 2001, also ganze zwei Jahre vor Radioheads sechstem Album. Andere Nummern gehen dann aber wieder in andere Richtungen. Schon die Nummer nach SeedEvolution – klingt fast schon eine Spur zu poppig. Aber wirklich nur fast.

In der Bewertung komme ich (wie so häufig) nicht umhin, ein Top-Album zu erkennen. Villeicht mit der kleinen Einschränkung, dass ich es nicht immer und überall hören könnte, aber wenn die Stimmung passt, ist I Believe You Are a Star eine echte Perle.

sehr schickes Kleinod

Netterweise sind Dimmer so freundlich, uns bei MySpace sowie auf ihrer Homepage einige Hörbeispiele zu hinterlassen, so dass ihr nicht darauf angewiesen seid, meinen wirren Ausführungen zu folgen. Stattdessen könnt ihr euch selbst ein Bild machen, ob Ihr euch musikalisch hingezogen fühlt.

Der Song Drop You Off lässt sich auf MySpace anhören und stammt aus dem hier besprochenen Album

Drop You Off  (aus I Believe You Are a Star)

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Auf dimmer.co.nz gibts außerdem aktuelle Hörbeispiele aus den letzten beiden Alben, die mir bislang selbst noch unbekannt sind

Come Here (aus You’ve got to hear the Music)

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Lucky One (aus You’ve got to hear the Music)

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Don’t even see Me (aus There my Dear)

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Scrapbook (aus There my Dear)

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Retrozension | Fat Freddy’s Drop – Based on a True Story

Fat Freddys Drop - Based On A True Story

Und wieder habe ich die Ehre über eine echte Kiwi-Band zu schreiben. Wie schon Rhombus kommen auch Fat Freddy’s Drop aus Wellington, der schönsten Stadt der Welt. Musikalisch zeigen sich aber ein paar deutliche Unterschiede.

In völligem Unwissen über die Stilrichtung Ska, würde ich aus dem Bauch heraus sagen, dass der dicke Freddy dem Ska nicht fern ist. Schon die Instrumentierung mit Bass, Schlagzeug, Gitarre und Bläsern stützt diese Behauptung. Hinzu kommt, dass die Musik von Fat Freddy’s Drop sehr Reggae-lastig ist, zumindest was die rythmische Ausprägung betrifft. Gesanglich müsste man die Band dann aber doch eher in die Soul-Ecke stellen. Insgesamt kann man also von einer durchaus bunten Mischung sprechen, die aber sehr wohl gut klingt.

Zugegeben, ich wäre der Musik nicht angetan, wenn ich damit nicht ein paar Erinnerungen ans andere Ende der Welt verbunden hätte. Das liegt allerdings daran, dass ich grundsätzlich kein Freund des Ska, des Reggae oder der Soulmusik bin. Einer meiner Kollegen in Neuseeland verschaffte mir allerdings einen sehr breiten Einblick in die Musikszene von Neuseeland. Und dabei kann man über das Album Based on a True Story nicht hinwegsehen. Als ich Anfang 2006 in Wellington war, waren Fat Freddy’s Drop auf so ziemlich allen Radiostationen präsent. Der Erfolg der Band machte sogar keinen Halt vor den unendlichen Weiten des Erdenrund, und so kam es, dass FFD selbst in Deutschland veröffentlichten und am ersten Verkaufstag schon Gold erreichten. Für eine Chart-Platzierung hat es zwar nicht gerreicht, aber wen störts?

Das Album wird eröffnet von der ersten Single des Albums Ernie. Ein sehr rythmisches Klavierintro leitet den Zuhörer zunächst musikalisch ein bißchen in die falsche Richtung. Mit einsetzen der Band zeigt sich jedoch schnell, dass hier der Reggae “reggiert”. Besonders spannend wird die Musik aber durch die soul-lastigen Gesangslinien. Wie gesagt im Einzelnen können mich weder Soul noch Reggae begeistern. In der Mischung wird die Musik aber spannend und interessant. Sehr schön und entspannt geht das Album dann mit Cay’s Crays weiter. Da fängt man durchaus an, von Sonnenuntergängen am Tasmanischen Ozean zu träumen.

Ich will jetzt an dieser Stelle nicht Song für Song das Album durchsprechen, nur so viel sei gesagt: Das Album hat einen Charme, der sich mir nicht beim ersten Reinhören erschlossen hatte, aber mittlerweile immer deutlicher durchdringt. Ich kann daher nur empfehlen, beim nächsten Besuch im Plattenladen mal Ausschau nach Based on a True Story zu halten und einfach mal reinzuschnuppern.  Es ist immer noch nicht wirklich meine Musik, aber im richtigen Moment kann ich der Platte sehr viel abgewinnen.

3 gaaanz große Sterne

Zum Reinhören gibts vom Album Based on a True Story zwei Songs auf der absolut nicht gepflegten MySpace-Seite der Band. Und nicht irritiern lassen von der Angabe Grossbritannien, die ist falsch.

Nach dem grausigen MySpace Auftritt nun noch den Link zur Bandhomepage. Leider ohne Audio.

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Retrozension | Rhombus – Future Reference

Rhombus - Future ReferenceUnd wieder einmal schreibe ich über eine Platte, die eigentlich gar nicht in meiner Musikbibliothek stehen dürfte. Rhombus machen Musik mit der ich eigentlich gar nichts anfangen kann: Die Label Dub und Hip-Hop stehen ganz groß im Raum. Das ganze wird gewürzt mit Einflüssen aus Reggae und Jazz und Soul und erinnert dabei ein bißchen an Gorillaz, Jamiroquai und die Fun Lovin’ Criminals.

Über Rhombus zu schreiben macht mir aus noch einem anderen Grund große Freude. Rhombus kommen aus Neuseeland, genauer gesagt aus der grandios schönen Hauptstadt Wellington. Über Musik aus Neuseeland zu stolpern ist für den durchschnittlichen Mitteleuropäer gar nicht so einfach, die meisten Bands werden hierzulande völlig zu Unrecht gar nicht wahrgenommen und so freut es mich, zumindest einige davon mal ein wenig ins Licht rücken zu können.

Das ich mit Rhombus starte war dabei eigentlich nicht geplant, aber irgendwie kam ich am Sonntag auf die verrückte Idee mal wieder die Scheibe Future Reference zu hören und hab den totalen Zugang dazu gefunden. Seit dem “dreht” sich nicht viel anderes auf meinem iPod. Die Rhombus-Crew ist im Grunde durchaus mit den Gorillaz vergleichbar. Es handelt sich hier weniger um eine feste Band, als um eine Kooperation mehrerer in Neuseeland bekannter Musiker, die Rhombus eben als Nebenprojekt betreiben. Wechselnde Besetzung und das Zusammentreffen mehrerer Genres zeichnen die Band dabei im Wesentlichen aus.

Future Reference ist die zweite Platte von Rhombus. Die andere kenne ich bislang nicht, werde das aber mit Sicherheit demnächst ändern. Die Stimmung der Platte zu beschreiben fällt mir unglaublich schwer. Obwohl ich, als ich in Neuseeland war, maximal zweimal in die Platte reingehört hatte, erinnert sie mich momentan sehr an meine Zeit dort. Das Lebensgefühl der Kiwis ist perfekt eingefangen – unbeschwert und doch ernsthaft, entspannt und doch voll konzentriert. Die Platte beginnt mit einem Text in Maori, den ich absolut nicht verstehe. Danach zeigt der eigentliche Opener Mile High wohin die Reise geht. Und diese Formulierung war noch nie so war wie in diesem Fall. Der MC schlüpft in die Rolle eines Flugcapitains und begrüßt uns erstmal auf der Reise. Das ganz mit einem zwinkernden Auge und hinterlegt mit einem unglaublich mitreißenden Reggae-Groove, dass die Schwarte kracht. Da will sogar ich anfangen zu tanzen, und das soll was heißen.

In ähnlicher Manier finden sich einige Songs auf Future Reference, etwa Haver (wirklich gut) oder auch Pocket Full Of Seconds (in welchem der MC dem Hörer gesteht, dass er gerade nur seine Zeit stiehlt). Zwischen den eher Hip-Hop gepräten Stücken finden sich dann auch immer wieder ein paar sehr soulige R’n’B-hafte Stücke, und obwohl ich bei dieser Musik häufig das Gefühl habe einen Ausschlag zu entwickeln schaffen Rhombus es, mich zum Zuhören zu Bewegen. Sei es mit Swans oder Scorching Bay. Besonders schön ist bei letzterem auch das Trompetensolo, dass auch auf einer Joe Kraus-Platte nicht fehl am Platz wäre. Wirklich gutes Zeug.

Was man der Rhombus-Crew bei wirklich jedem Stück anmerkt, ist der Spaß den die Jungs und Mädels beim Musizieren haben. Da merkt man, dass die Musiker beim Produzieren nicht (nur) an Verkaufszahlen denken, sondern einfach nur eine Platte machen wollen, die zunächst einmal ihnen selbst gefällt. Solche Platten haben meiner Meinug nach den größten Charme, und Neuseeland hat davon eine ganze Menge zu bieten. Future Reference gehört definitiv zu den Ausreißern in meiner Musiksammlung, aber die Platte hat sich inzwischen einen festen Platz in meiner Neuseeland-Favoritenliste erobert. Nicht ganz oben, aber auf jeden Fall ziemlich weit vorn.

Ich will zurück nach Wellington!!! Tolle Musik.

Weiter Informationen zu Rhombus gibts auf deren Homepage. Leider aber nix zum Probehören. Dafür kann man Future Reference aber hier downloaden (nachdem man dafür bezahlt hat natürlich).

Und da hab ich Rhombus noch auf MySpace entdeckt. Natürlich mit Hörbeispielen. CloudKicks stammt von Future Reference. Und den Titel Swans gibts hier im Remix:

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Und dann noch TOOS Matsuri Mix (kannte ich bislang auch nicht)

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Retrozension | Gorillaz – Gorillaz

Gorillaz - Gorillaz

Es gibt diese Momente, da passieren Dinge, die man im Leben nicht für möglich gehalten hätte. Einer dieser Momente ereilte mich, als ich bei der Bundeswehr war. Irgendwann in dieser Zeit schauten wir abends gemeinsam fern und stolperten dabei auch über MTV, wo plötzlich eine musikalische Urgewalt los brach: Das Video zu Clint Eastwood der für mich bis dahin nie gehörten Gorillaz. Für mich am überraschendsten war damals, dass ich glaubte die Stimme des Blur-Sängers Damon Albarn ausmachen zu können zwischen den Hip-Hop Beats und Rapeinlagen.

Was ich zunächst für unmöglich gehalten hatte, erwies sich aber dann doch als war und obwohl ich damals nicht sicher war, ob ich mich mit der Musik der Gorillaz anfreunden könnte, stellte sich für mich dann doch heraus, dass es ging. Ziemlich gut sogar.

Die Gorillaz stiessen mit ihrem Debut-Album für mich eine Tür in eine bis dahin ungekannte Musikrichtung auf. Obwohl ich “echten” Hip-Hop bis heute meide haben die virtuellen Musiker der Gorillaz mir die Musikrichtung grundsätzlich näher gebracht. Das ich überhaupt ein offenes Ohr für diesen Crossover hatte lag wohl daran, dass man zum einen ganz deutlich merkt mit wie viel Energie und Spaß die reellen Musiker an dieser Platte gearbeitet hatten. Zum anderen ist meine Begeisterung für musikalische Experimente schon lange sehr groß, besonders wenn diese so wunderbar hörbare Songs hervorbringen.

Der ersten Single Clint Eastwood konnte damals wohl kaum jemand entgehen, aber das schöne ist, dass die Platte noch wesentlich mehr zu bieten hat:  19-2000 besipielsweise, oder aber auch Tomorrow Comes Today, Starshine oder auch der Opener Re-Hash. Mein absoluter Favorit bleibt aber das sehr kompromisslose und wenig radiotaugliche M1A1. Mit diesem Album schufen die Gorillaz ein Werk, an dem sich fast alle Bands eine dicke Scheibe abschneiden könnten, was das Neuerfinden von Musik betrifft. Statt dem ewig gleichen Rezept zu folgen und austauschbare Songs zu produzieren wagten die Musiker hinter den Zeichentrickfassaden es über den Tellerrand ihrer Genres hinauszublicken und zusammenzuführen, was vordergründig nicht zusammengehört.

Das Ergebnis spricht für sich und gehört vermutlich zu den wichtigsten Platten des aktuellen Jahrzehnts. Wer sich noch nicht mit dem Phänomen Gorillaz beschäftigt hat, sollte dies dringend nachholen. Und selbst wenn man das Ergebnis musikalisch nicht nachvollziehen kann, den gebührenden Respekt kann man den Schaffern der ersten Vollcomicband der Musikgeschichte wohl nicht vorenthalten.

Ein ALbum, das die Musik vorangebracht hat

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