Recently Released | Them Crooked Vultures – Them Crooked Vultures

Nach etwas längerer Blogpause melde ich mich wieder mal zurück und freue mich besonders, dass es mit einem besonders guten Release zusammenkommt. Gestern erschienen, zuvor bereits – wie mittlerweile ja üblich – voll im Stream anhörbar: Them Crooked Vultures mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum. Die Band sollte man eigentlich nach diesem Sommer niemandem mehr vorstellen müssen, schließlich stürzte sich die ganze Blogosphäre auf die Nachricht und unzählige Live-YouTube-Schnipsel wie die Geier (hihi).

Die ganze Blogosphäre? Nein, denn (mindestens) ein Blog weigerte sich beharrlich Livevideos der damals noch nicht ganz garen Supergroup zu posten. Irgendwie hatte ich keinen Spaß daran, denn Liveaufnahmen von Amateurfilmern können ja ganz nett sein wenn man die gezeigten Songs bereits gut kennt. Um neue Songs oder gar eine neue Band kennenzulernen halte ich solche Dokumente niederer Klanqualität aber für denkbar ungeeignet.

Nun haben sich die Herren Grohl, Homme und Jones aber endlich auch zusammengefunden um uns mit einer Studioveröffentlichung zu beglücken und da bin ich natürlich der letzte, nicht darüber zu berichten. Supergroups hat man schon viele gesehen; ich erinnere da nur mal eben der Vollständigkeit halber an die Symbiose aus Rage against the Machine und Soundgarden names Audioslave oder den Zusammenschluss aus Guns ‘n Roses, Wasted Youth und Stone Temple Pilots zu Velvet Revolver. Beide Bands sind wohl mittlerweile Geschichte und haben für mich einen fundamentalen Unterschied zur neuen Supergroup: Beide waren nämlich zusammengewürfelt aus guten und nicht ganz so guten Bands. Them Crooked Vultures machen das anders. Josh Homme ist genialer Mastermind der (eigentlich auch Supergroup) Queens of the Stone Age, Dave Grohl als Ex-Drummer von Nirvana und Bandchef der genialen Foo Fighters muss auch nicht diskutiert werden und John Paul Jones als Keyboarder und Bassist von Led Zeppelin mag zwar aus einer anderen Zeit des Rock stammen, ist aber gerade deshalb eine spannende Wahl.

13 Songs, erschienen am 13. Oktober und über eine Stunde Spielzeit gönnen uns die buckeligen Geier und diese 13 Stücke haben es wirklich in sich. Um das vorweg zu nehmen: Eine musikalische Überraschung erleben wir im Grunde nicht, aber das Album klingt genau so, wie es Dave Grohl selbst sehr treffend voraussagte: Es klingt als würde Josh Homme Gitarre spielen und singen, als würde John Paul Jones Bass spielen und als würde Dave Grohl an den Drums sitzen. Noch Fragen?

Eigentlich reicht das schon, das Album zu charakterisieren. Über eine Stunde Rockmusik vom Feinsten, die aus den Zutaten gesehen wohl am meisten nach QOTSA klingt (was vor allem am Gesang liegt), aber beileibe nicht als neues QOTSA-Album durchgehen würde. Nicht jeder Song ist unbedingt ein Meisterwerk, aber keiner der Songs qualifiziert als Mittelmaß. Highlights, soweit man die nach einem Tag schon benennen kann, sind für mich die Songs Dead End Friend, Warsaw or the First Breath You Take after You Give up und das abschließende Spinning in Daffodils. Dazwischen aber wie gesagt kein einziger Song der nicht hätte sein müssen. Einfach verdammt guter Alternative Rock, der vielleicht nur dadurch enttäuscht, dass er die in ihn gesetzten Erwartungen voll erfüllt, statt Sie noch zu übertreffen.

Kurzum: Pflicht für Alle, die Nirvana, die Foos, Die Queens lieben und die Led Zeppelin zumindest Respekt abgewinnen können. Ein rundum gelungenes Experiment mit wenig überraschendem Ausgang.


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