For Your Interest | Smashing Pumpkins veröffentlichen nächstes Album kostenlos

Noch nicht veröffentlicht, schlägt die Bekanntmachung vom nächsten Smashing Pumpkins-Werk doch jetzt schon große Wellen im Internet. Teargarden by Kaleidoscope, so der Titel des kommenden Longplayers, wird völlig umsonst und offenbar ohne zeitliche Begrenzung im Internet herunterzuladen sein. Nebenbei wurde auch die astronomisch anmutenden Titelangabe von 44 Tracks dazu geliefert.

Freunde haptisch erfassbarer Tonträger können sich aber auch eine von elf jeweils vier Tracks starken EPs zulegen, wenn Sie denn schnell genug sind. Schließlich will Billy Corgan hier eine strenge Limitierung einhalten.

Ob das neue Werk denn musikalisch auch in der Lage sein wird, Wellen zu schlagen bleibt abzuwarten. Ab dem 31, Oktober könnte hier Klarheit entstehen. Dann nämlich wird Teargarden by Kaleidoscope erscheinen. Mir haben die letzten Erscheinungen der Smashing Pumpkins zumindest nicht mehr gefallen, aber für umsonst kann man ja zumindest mal reinhören.

Für alle die es noch nicht mitbekommen haben auch noch der Hinweis, dass der langjährige Drummer Jimmy Chamberlain ausgestiegen ist und durch den 19-Jährigen Mike Byrne ersetzt wurde.

Gefunden bei Visions.de

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Retrozension | The Smashing Pumpkins – Siamese Dreams

Wie so oft in meiner Musikhörerkarriere, habe ich auch bei den Smashing Pumpkins nicht mit Album Nummer eins angefangen, auf eine Band aufmerksam zu werden. Logische Konsequenz: man kennt dann zwar aktuelle Alben, die Vorgänger sind einem  aber erst einmal unbekannt. Was macht man also? Nun, ganz klar, ab in den CD-Laden und nachgekauft, was noch fehlt. So geschehen beim Album Siamese Dreams der Smashing Pumpkins.

Das Album ist das zweite Machwerk der Band aus Chicago und erscheint 1993. Produziert ist die Scheibe von keinem geringeren als Butch Vig, den man als Produzent hinter Nirvanas Nevermind kennen sollte. Auch für The Smashing Pumpkins sollte die Zusammenarbeit mit Butch einiges an Erfolg bedeuten: Das Album wurde der erste internationale Erfolg für die Band, obwohl der Durchbruch in den Mainstream erst mit dem großen Nachfolger kommen sollte.

Die Songs auf Siamese Dreams klingen zunächst ganz anders als alles, was auf Mellon Collie so zu finden ist. Einzige Ankerpunkte sind oberflächlich betrachtet die fuzzigen Gitarrensounds und die doch sehr eigenwillige Stimme von Billie Corgan, die sicher nicht jedem gefällt. Die Songs wirken unglaublich dicht, was auch an bis zu 50 (!) Gitarrenspuren in den Songs liegen dürfte.

Die Stimmung ist, wie könnte es auch anders sein, jugendlich bedrückt und eher schwermütig. Ganz genau so, wie es mir in meinen jungen Jahren unglaublich gut gefallen hat. Dazu gibt es ja auch das schöne Zitat aus den Simpsons. Frei übersetzt: “Teenager zu deprimieren ist wie fischen in einem Fass voller Fische”. Das bezog sich zwar schon auf die Zeit nach Mellon Collie, die Aussage passt dennoch schon sehr gut.

Wie also sind die Liedchen so im einzelnen? Wirklich gut. Ich möchte hier ganz bewusst keine Song zu Song Besprechung machen, denn das Album bietet sowohl stimmungs- als auch produktionstechnisch ein durchgängiges (und durchgängig hohes) Niveau. Ich mus zugeben, dass mir Mellon Collie immer besser gefiel, hätte ich aber Siamese Dream, wie so viele andere schon zum Release gehört, ich wäre sicherlich vollends begeistert gewesen.

Mein damaliger Top-Favorit war immer der Song Soma, der zunächst sehr zurückhaltend und auch sehr leise daher kommt. Dies steigert sich langsam in Richtung “Rock ohne Hemmungen” und hält dabei wunderbar den Spannungsbogen, bis zuletzt ein Solo kommt, in dem Alles erlaubt ist. Wirklich cool. Ganz anders aber auch sehr gut ist hingegen Spaceboy, das hier vielmehr auf die Eingängigkeit der Melodie setzt und mit etwas mehr Fröhlichkeit fast zur Pop-Hymne taugen würde. Auch gut ist das zuckersüße Sweet, Sweet, das geradezu kindlich vergnügt scheint.

Ich muss zugeben, dass ich in den letzten Jahren sehr wenig in die TSP-Alben meiner Kollektion hereingehört habe. Das liegt zu großen Teilen daran, dass die Kürbisse mitlerweile in eine Richtung zerbersten, die mir spätestens seit Machina nicht mehr nachvollziehbar ist. Als ich heute morgen aber wieder einmal in Siamese Dreams reingehört habe, war ich angenehm überrascht, wie gut das Album tatsächlich ist. Man muss es als Werk seiner Zeit verstehen, aber auch gegen viele Releases aus heutigen Tagen, kann der leicht psychedelische Ansatz locker mithalten. Dazu weist das Album auf langer Strecke ein unglaublich starkes Tempo auf und kann wirklich mitreißen. Für meinen Geschmack sind die Gitarrensounds etwas zu synthetisch und die Songs klingen gelegentlich etwas zu faserig. Hat man sich aber reingehört, schafft man es locker das zu übersehen und die Tendenzen auf dem Weg zu Mellon Collie zu entdecken.

Siamese Dreams ist damit ein mehr als solides Album und schon deshalb, weil es aus der guten Phase der band stammt, sollte man es einfach kennen. Kein Meisterwerk, aber trotzdem jeden Cent (Korrektur: Pfennig) wert.

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Retrozension | The Smashing Pumpkins – Mellon Collie And The Infinite Sadness

The Smashing Pumpkins - Mellon Collie and the Infinite SadnessMit ihrem Megaseller-Doppelalbum Mellon Collie and the Infinite Sadness versüßten The Smashing Pumpkins mir einen ganzen Sommer meines Lebens. Das klingt jetzt hochtrabend romantisierend und ist es wahrscheinlich auch. Ganz unwahr ist es dennoch nicht.

Meine erste Begegnung mit TSP sowohl als auch dem Album fand im Frühjahr 1996 statt und hätte besser nicht sein können. Ein Wochenende mit einer Jugendorganisation, Nachts im Freien rücklings auf einer Wiese liegend, ganz leichter Regen, etwas wehmütige Stimmung und aus einem Ghettoblaster (welch unpassendes Wort) tönt sanft aber nicht leise 1979. Sowas vergisst man nicht.

Das Album der Smashing Pumpkins ist im Grunde das wohl genialste Doppelalbum zwischen Pink Floyds The Wall und In Your Honor von den Foo Fighters. Musikalisch eher mit keinem von beiden verwandt, aber qualitativ für mich auf einer Stufe. Ganze 28 Songs feinster Güte brachten die Kürbisse 1995 heraus. Ordentlich getrennt auf zwei CDs mit jeweils 14 Songs, die erste davon mit dem Titel Dawn to Dusk, die zweite als Twilight to Starlight betitelt.

Dawn to Dusk –
Die freundlichere der beiden CDs. Irgendwie mit mehr Hoffnung zwischen den Zeilen, positiver. Der Opener mit selbem Titel wie das Album, ein Stück mehr oder weniger nur aus Klavier, lockt einen zunächst auf eine falsche Fährte. Das folgende Tonight, Tonight beginnt auch noch relativ orchestral und kann bereits unglaublich fesseln. Danach rockt es konsequent und kompromisslos. Besonders hörenswert: Zero, Bullet With Butterfly Wings, An Ode To No One und das epische, 9 Minuten und 21 Sekunden lange, Porcelina Of The Vast Oceans. Das schöne ist, dass die Songs auf Dawn To Dusk allesamt sehr gut zusammenpassen. Kein Song fällt aus der Grundstimmung heraus, alle Tracks sind einheitlich gut produziert.

Twilight to Starlight –
Der zweite Teil des Doppelalbums kommt ungleich düsterer daher als der erste. Die Songs sind deutlich depressiv gestimmt (obwohl auch Dawn to Dusk einen gewissen melancholischen Tenor nicht vermissen lässt). Insgesamt rockt diese zweite CD nicht unbedingt mehr, aber härter . Im Gegenzug sind auch die ruhigeren Songs hier zu finden. Mit Tales Of A Scorched Earth fällt dann auch ein Song irgendwie aus dem Produktionskonzept heraus. Für mich war die zweite Hälfte des Doppelalbums dennoch immer die bessere. Die Stimmung ist nochmal dichter und im Grunde sind einzelne Songs besser. Meine Lieblinge hier: Where Boys Fear To Tread, Thirty-Three, 1979, Thru The Eyes Of Ruby, Lily (My One And Only) und By Starlight.

Insgesamt ist Mellon Collie And The Infinite Sadness eines der wichtigsten Alben der 90er Jahre. Und das schlug sich auch völlig zu Recht in kommerziellen Erfolg um: weltweit verkaufte sich das Album über 16 Millionen mal. Wer hier noch nicht reingehört hat, hat in jedem Fall etwas verpasst. Kritikpunkte gibts im Grunde keine. Ein echtes Stück Alternative-Rock Geschichte, das mich das ganze Jahr 1996 über begleitete.

So kanns gehen: Ein tadelloses Album

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