Retrozension | The Offspring – Ignition

The Offspring - The OffspringMeiner frühen Begeisterung für seichten Punk hat es dieses zweite Album der Band The Offspring zu verdanken, dass sie den Weg in mein CD-Regal gefunden hat. Betitelt mit dem Wort Ignition, welches so viel wie Zündung oder in diesem Fall treffender Entflammung bedeutet. Gekauft hatte ich mir das Werk, nachdem meine Begeisterung für den Superseller Smash in meiner frühen Jugend kaum Grenzen kannte.

Ignition ist das Zweitlingswerk der Punkband aus Kalifornien. Da verwundert es wenig, dass man produktionstechnisch nicht unbedingt das allerbeste erwarten kann. Ansonsten bietet das Album in erster Linie Punk à la Offspring. Zum Mitgrölen gar nicht schlecht, aber die Langzeitbegeisterung bleibt wohl eher auf der Strecke.

Im Grunde folgt Ignition dem gleichen Muster wie später auch Smash. Punk zum Abwinken und Texte, die von Themen handeln die typisch für jugendliche Linke sind. So erzählt der Song L.A.P.D. von Polizeigewalt in L.A. Über Gewalt wird in Kick him when he’s down referiert. In Burn it Up lassen The Offspring sozusagen einen Chronischen Pyromanen zu Wort kommen, diesem Song dürfte im Übrigen wohl auch der Albumtitel geschuldet sein.

Musikalisch ist das Ganze dabei wirklich nicht schlecht und konnte mich in meiner Teenie-Zeit auch wirklich begeistern. The Offspring bieten typisch punkige Riffs und Songstrukturen. Die Stimme von Dexter Holland trägt durch die Songs wie es sein sollte.

Dennoch höre ich Ignition mittlerweile eigentlich gar nicht mehr. Das liegt hauptsächlich daran, dass meine Begeisterung für Punk schon sehr lange brach liegt. Irgendwie ist man mit der Zeit herausgewachsen aus der Musik, die für ein sehr vereinfachendes Weltbild steht.Weder die Texte noch die sehr eindimensionalen Songs können mich heute noch begeistern. Für Leute, die The Offspring heute noch mögen kann man trotzdem ein Kaufempfehlung aussprechen. Ansonsten lieber die Finger weg lassen. Ich bereue den Kauf zwar nicht, aber die CD hat in meiner Sammlung vermutlich schon ordentlich Staub angesetzt.

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The Offspring - Smash

In etwa zur selben Zeit wie Green Days Dookie, erschien auch der Superseller Smash von The Offspring. Ich glaube fast jeder, der zu dieser Zeit das Album von Green Day kaufte, konnte auch bei Smash nicht widerstehen.

Hier nahm die Single Self-Esteem den Platz von Green Days Basket Case ein und sorgte dafür, dass der Longplayer letztendlich über 11 Millionen Mal über die Ladentheke ging. und wie die Sache so ist konnte auch ich mich damals der Magie der Musik nicht entziehen. Aufmerksam geworden war ich auf The Offspring mal wieder dank MTV. Das Video zu Self-Esteem traf damals genau meinen pubertierenden Nerv. Alles sah so unglaublich cool und – ich glaube es heute kaum noch selbst – reif aus. Die Jungs schienen etwas zu sagen haben und ich wollte zuhören.

Natürlich musste Ich erst einmal wieder das riesige Hinderniss der Plattenfinanzierung überwinden. Mit einem kleinen Taschengeld gar nicht so einfach. Irgendwie kam ich dann aber doch auch an die megacoole Platte mit dem Röntgenbildcover ran und war natürlich auch hier wieder unendlich begeistert.

Im Unterschied zu Green Day klingen The Offspring sehr ernst. Zwar handelt es sich ebenfalls um Punk der eher leichten Sorte, aber zumindest teilweise sind die angesungenen Themen doch recht ernst. Im Vordergrund sollte doch aber auch hier eher die musikalische Umsetzung stehen. Und da muss man sagen, das Smash fantastisch produziert ist. Begrüßt wird man auf der Platte von einem Erzähler – kein Scherz – der einen erst einmal höflich empfängt und ermuntert sich zu entspannen. Man fand ich das damals witzig, besonders, weil dann gleich im ersten Song die Gitarrenriffs die Platte wirklich eröffnen. Dazwischen die Stimme von Dexter Holland – auch die zweifelsohne für mich damals sehr cool – die immer sehr eindringlich und vor allem auch etwas tragisch klang. Songs wie Bad Habit, Something To Believe In Genocide, Come Out And Play und natürlich Self-Esteem geben den Tenor der Platte vor, die anderen Songs ziehen eindrucksvoll mit. Die Platte ist insgesamt sehr stimmig und zu recht ein riesiger Erfolg gewesen. Und dennoch haben The Offspring für mich nie die Bedeutung von Green Day erreicht. Sie blieben immer die, die mit Green Day berühmt geworden sind. Das verhält sich in etwa so, wie das Verhältnis von Deep Purple zu Uriah Heep. Beides erfolgreiche Bands, aber die eine ist doch deutlich besser als die andere.

Das mag daran liegen, das die Alben nach Smash durchweg als richtig schlecht zu bezeichnen sind, oder aber daran, das The Offspring das gewisse etwas, das mich bei Green Day so gefesselt hat, nie transportieren konnten. Im Endergebnis ist Smash zumindest ein Album, das man immer mal wieder hören kann, aber nicht zwingend muss.

Dennoch:

rating 3 star

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