Retrozension | Pluto – Redlightsyndrome

Pluto - Redlightsyndrome

Wieder einmal ist es Zeit für grandiose Musik aus Neuseeland. Diesmal mit Pluto und deren Debutalbum Redlightsyndrome aus dem Jahre 2001. Die Band stammt aus Auckland und lässt sich musikalisch sehr schwer einordnen. Genau darin liegt dann natürlich auch hier mal wieder der Reiz. Eine gewisse Zuordnung in Richtung Radiohead kann ich mir nicht verkneifen, obwohl diese zunächst absolut unpassend erscheint. Das werde ich später noch etwas näher erläutern.

Die Besetzung ist halbwegs als klassisch zu bezeichnen. Zweimal gibts den typischen Gitarristensänger, einmal drums einmal Bass und zusätzlich einmal Keyboards. Macht fünf Leute, die richtig innovativ musizieren.

Gehen wir zunächst mal an das musikalische Werk selbst. Schon die ersten Takte von Redlightsyndrome entscheiden ob man diese Band mag oder nicht. Das lässt sich durchaus so pauschal sagen. Als ich das erste Mal in die CD reingehört habe gehörte ich eindeutig zur Gruppe der Nichtmöger. Der Grund ist relativ einfach: Die Stimme des Leadsängers Milan Borich ist alles andere als eine gute Gesangsstimme. Viel zu dünn und faserig kommt sie daher. Entsprechend habe ich die MP3s auch kaum gehört, bis ich irgendwann eine andere Band gehört hatte, die mich extrem an die Musik von Pluto erinnert hatte.

Inzwischen ertrage ich die Stimme nicht nur, sondern muss gestehen, dass sie sogar großen Anteil am Gesamtergebnis bei Pluto hat. Sie fügt sich wunderbar eckig in die sowieso sehr sperrige Musik ein. Gelegentlich ergibt sich der Eindruck, dass die Musiker jeder an einem verschiedenen Riff arbeiten, nur um sich gelegentlich zum Refrain wieder zu treffen. Besonders schön zeigt sich das beim wirklich fantastischen Song Stick With It, meinem absoluten Highlight auf Redlightsyndrome.

Ebenfalls zu den Highlights gehören die Songs Moscow Snow, Bananas in the Mist und Hey Little. Aber wenn man ehrlich ist, sind im Grunde alle Songs wirklich gut. Schade, dass solche Musik kaum international Anerkennung findet. Im iTunes Store findet sich überhaupt kein Song von Pluto, zumindest nicht von der richtigen Band namens Pluto. Eine andere gibts – Vorsicht also. Bei Amazon.de darf man für Redlightsyndrome den “Hammerpreis” von 52 € hinlegen – Importware halt. Zum Glück gibts inzwischen auch die Möglichkeit in Neuseeland online zu schoppen. Bei amplifier.co.nz kann man zwischen Download und Hardware-variante wählen und kommt recht günstig davon. Zumal die Mehrwertsteuer nicht gezahlt werden muss!

Um die Brücke zu Radiohead jetzt noch zu schlagen muss ich zunächst auf die Band Uzi&Ari verweisen. Diese gaben irgendwann im letzten Jahr ein kleines Konzert in Kaiserslautern. In der Beschreibung zur Band standen Bezüge unter anderem zu Radiohead. Zugegeben, das war etwas hoch gegriffen. Aber mir gefiel das Konzert und ich kaufte die beiden Alben. Zu Hause entdeckte ich dann die Ähnlichkeit zu Pluto. So kam ich erneut auf den Trichter Pluto überhaupt zu hören. Diesmal mit Begeisterung. Der Bezug zu Radiohead kann also musikalisch nicht wirklich untermauert werden, außer villeicht über die Tatsache, dass auch Pluto eher dunkle, kopflastige Musik machen und deutlich experimentell ausgerichtet sind. Wer Radiohead mag, kann bei Pluto sicherlich auch gut mithören. Für diejenigen, die Radiohead nicht mögen gilt aber deswegen nicht automatisch das Gegenteil.

Mir jedenfalls gefällt Pluto mittlerweile sehr gut. Das Album Redlightsyndrome ist bislang das einzige, das ich von der Band kenne. Den Nachfolger habe ich mir aber eben parallel bei amplifier.co.nz runtergeladen. Ich bin mal gespannt.

Hörbeispiele aus dem Nachfolgeralbum:

Long White Cross (aus Pipeline under the Ocean)

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Dance Stamina (aus Pipeline under the Ocean)

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Dann noch die Links
Pluto Homepage
MySpace Profil (mit noch mehr Hörbeispielen)

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