Retrozension | Pearl Jam – No Code

Pearl Jam - No CodeHeute kam es irgendwie über mich. Auf dem Weg zur Arbeit hörte ich noch Portugal. The Man, dann ging mir plötzlich Breakerfall, der Opener vom Pearl Jam Album Binaural im Kopf rum, und nach einem Durchlauf wechselte ich dann zu No Code – und war glücklich.

Das überraschte mich insofern, weil No Code irgendwie immer sehr stiefmütterlich behandelt wird. Im Allgemeinen gilt es als das schlechteste PJ-Album und manchmal kann ich diese Kritik auch wirklich nachvollziehen. Heute aber haute das gar nicht hin.

Schon die ersten Takte von Sometimes wecken pure Begeisterung in mir. Vielleicht ein bißchen übertrieben, aber so ist es nun mal. Einen so stimmungsvollen Einstieg in ein Album erlebt man doch eher selten. Die meisten Bands setzen zu Beginn doch eher auf harte Kost. Ok, im Grunde ist das auf No Code nicht viel anders, wenn man Sometimes wirklich nur als Prelude betrachtet. Denn das darauffolgende Hail, Hail knallt dann richtig los und gehört damit zu den villeicht besten und ehrlichsten Rocksongs, die PJ bis dahin und vielleicht auch bis heute geschrieben haben. Interessant ist, dass mich die Gitarrensounds insbesondere bei diesem Song unwahrscheinlich an Stone Temple Pilots Purple erinnern.

Den Hang zu leicht experimentellen Ausflügen leben Pearl Jam dann in den nächsten drei Songs Who You Are, In My Tree und Smile aus. Dieses Paket hat für mich irgendwie immer eine kleine eigene Einheit im Album gebildet. Sozusagen eine EP im Album. Who You Are fällt durch die sehr eigenwillige Percussion-Linie auf, während in In My Tree die Basslinie den Song wesentlich prägt. Smile setzt dann einen dermaßen fröhlichen (bitte in Relation betrachten) Gegenpunkt zu den bisher gehörten Songs, dass man fast meinen könnte zwischendurch das falsche Album eingelegt zu haben. Hier fällt als wesentliches Element die Mundharmonika auf. Wirklich gut!

Off He Goes ist eines der Stücke, die nicht so recht zu begeistern wissen. Ein sehr ruhiges, allem anschein nach live eingespieltes Gitarrenstück, das sehr traurig daher kommt und vermutlich ziemlich gut die Gefühlswelt von Eddie Vedder zu jener Zeit widerspiegelt. Insgesamt aber ein bißchen zu lahm und einfallslos – dennoch: andere Bands waren froh, könnten sie so schlechte Lieder schreiben. Einer der Knaller schlechthin ist dann Habit. Konträrer könnte man einen solchen Song nicht plazieren, nach der balladesken Akustiknummer kommt hier ein Song, der ein wenig an Satan’s Bed erinnert und vielleicht noch einen Schritt weiter geht.

Eines der Highlights des Albums ist sicherlich Red Mosquito. Ein Song im Dreivierteltakt, der im Grunde sehr für sich selbst steht und den jeder PJ-Jünger wohl liebt. Hierauf folgt das nicht weniger markante Lukin – kurz aber ehrlich. Eine meiner früheren Lieblingsnummern und auch heute noch ganz weit oben dabei ist dann Present Tense. Ein Song, der wirklich aus dem tiefsten Inneren der Seele von Eddie Vedder zu kommen scheint. Die Bassarbeit von Jeff Ament ist gerade bei diesem Song besonders fantastisch.

Einmal darf noch gerockt werden auf No Code. Mankind ist ein erschreckend poppiger Song, der – ähnlich wie Smile – eher  zu den Antidepressiva des Albums gehört. Macht Spaß, ist knackig und gut. Nur irgendwie klingt Eddie da ein bißchen seltsam. Aber wie gesagt: Macht Spaß!

Zum Abschluss wirds düster. I’m Open und Around the Bend bilden mal wieder ein Ensemble. Wobei I’m Open als fast ausschließliche Spoken Words Performance vielleicht nicht wirklich Song genannt werden sollte. Im Hintergrund heulen Wölfe und Eddie Vedder, die untergelegte Musik ist aber durchaus Stimmungsvoll und erinnert von der Atmosphäre ein bißchen an R.E.M., wobei mir jetzt aber nicht einfällt an welchen Song ich da genau denke. Ich glaube irgendwas von Up. Around the Bend ist dann ein Gutenachtlied erster Güte. Das meine Ich jetzt zum Glück nicht im mindesten sarkastisch. Der Song ist wirklich gut. Die Produktion lässt nur meiner Meinung nach etwas zu wünschen übrig. Vielleicht ist das aber auch der Tatsache geschuldet, dass der Song wieder sehr stark nach “live einspielen und fertig” klingt.

No Code ist wirklich kein schlechtes Album. Es hat zwar seine Schwächen und klang damals sicherlich nach “typisch PJ“, aber das sollten auch die nachfolgenden Alben noch etwas strapazieren. Zum Glück wie ich finde. No Code leidet etwas unter der sehr düsteren Stimmung, die die Band zur Zeit der Aufnahme befallen hatte. Dannoch sind dabei ein paar Songs entstanden, die auch heute noch auf den meisten Konzerten der Band gefordert und gespielt werden. Kein Grund also, die Band wegen des Albums allzu sehr zu kritisieren. Ich hatte im Vorfeld eigentlich gedacht, No Code mit drei Sternen abspeisen zu müssen, aber heute habe ich es geschafft, das Album mit voller Begeisterung ganze sechs mal durchzuhören. Das passiert nicht mit einem drei-Sterne-Album. Deshalb gibts vier.

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Retrozension | Pearl Jam – VS.

Pearl Jam - VS.

1993 erschien das zweite Album von Pearl Jam, die sich schon durch ihr Debutalbum Ten in die Oberliga des Grunge gerockt hatten. Nach Nirvana galten PJ als die wichtigste Band des Seattle Rock, und das ist ein Status, der die Veröffentlichung eines Nachfolgealbums nicht unbedingt einfacher macht.

Das VS. (sprich: versus) die Erwartungen der Fans erfüllte, ist mittlerweile bereits Geschichte. Das Album verkaufte sich bereits in der ersten Woche über 950.000 Mal, das war Rekord über mehrere Jahre. Dieser enorme Erfolg brachte die Band aber auch an den Rand ihrer Existenz. Mit dem schnellen Erfolg kamen die Bandmitglieder nicht zurecht. Der Versuch sich aus dem Rampenlicht zu entfernen half da wenig. Obwohl die Band keine Musikvideos mehr drehte und auch ansonsten nicht mehr in MTV präsent war, brach der Rummel um die Band nicht ab. Im Gegenteil: es lässt sich sogar vermuten, dass diese Anti-Kommerz-Haltung der Band noch zusätzlich Sympathien brachte. Das ging streckenweise soweit, dass die Verweigerungshaltung als Marketingtrick abgetan wurde.

Was VS. betrifft kann man sagen, dass das Album vielleicht das beste Pearl Jam Album bis heute ist. Kraftvoll wie kaum ein anderes Grunge-Album, roh wie Nirvanas Nevermind, klanglich ganz nah dem Vorgängeralbum Ten. Und dabei ist es noch so viel ausgefeilter als Ten, dass einem die Kinnlade hängen bleiben könnte. Besonders eindrucksvoll ist meiner Meinung nach immer noch der Song Rats. Ein enorm eindringliches Riff, treibende Drums und Eddie Vedder in absoluter Topform treiben einem die Gänsehaut den Rücken herunter. Ein Song, der sicher auch in ein paar Jahrzehnten noch begeisterte Anhänger finden wird. Ähnliche Qualität weisen auch Glorified G und der Opener Go auf

Insgesamt ist gegenüber Ten eine Abkehr von den großen Stadionrock-Balladen zu erkennen. Die Band enwickelte sich hin zu mehr ruhigen Songs wie etwa Elderly Woman behind the Counter in a Small Town, einem Hit den PJ inzwischen auf unzähligen Live-Alben verewigt haben, und der ebenfalls immer wieder für Gänsehaut-Feeling sorgt. Ebenso grandios sind Dissident, Rearviewmirror und Indifference.

Kurzum, VS. ist groß. In der Bandgeschichte stellt sich das Album heute als logischer Zwischenschritt zum Nachfolger Vitalogy dar, dass noch stärker Abkehr nimmt vom stadiongerechten Rock und dabei noch eine Spur rauher klingt. Aber momentan geht es ja um VS. und das abschließende Urteil muss hier lauten: Ein Meisterwerk!

Gaaaaaaaaanz groß

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News & Rumors | Pearl Jam – Immagine Nel Telaio

Pearl Jam haben kürzlich die Veröffentlichung einer neuen Live-DVD bekanntgegeben. Immagine Nel Telaio (Picture in a Frame / Bild in einem Rahmen) wird Live-Mitschnitte von Konzerten in Italien enthalten. Außerdem durfte Regisseur Danny Clinch (unter anderem bekannt als Regisseur der Foo-Fighters Live DVD Skin and Bones) auch noch ein paar intimere Momente hinter den Kulissen mit der Band verewigen.

Als Bonus gaben PJ mal wieder bisher unveröffentlichtes Musikmaterial zum Soundtrack hinzu. Wenn das mal nicht wieder nach einer Kaufempfehlung klingt?

Die Tracklist gestaltet sich wie folgt:

Severed Hand (Mailand)
World Wide Suicide (Zusammenschnitt aller Shows in Italien)
Life Wasted (Turin)
Corduroy (Verona)
State of Love and Trust (Mailand)
Porch (Verona)
Even Flow (Turin)
Better Man (Verona)
Alive (Mailand)
Blood (Verona)
Comatose (Pistoia)
Come Back (Pistoia)
Rockin’ in the Free World (Pistoia)

Bonus Tracks:

A Quick One (While He’s Away) (mit My Morning Jacket / Turin)
Throw Your Arms Around Me (Pistoia)
Yellow Ledbetter (Mailand)

Gefunden auf Billboard.com

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Retrozension | Pearl Jam – Ten

Pearl Jam - Ten

Das mein Einstieg in die Musik von Pearl Jam damals über das Album Vitalogy geschah, hatte ich ja schon geschrieben. Und was macht der brave Musik-Liebhaber, wenn er über Musik stolpert die ihm gefällt? Richtig, er will ganz schnell möglichst alles von der Band hören, das es gibt, um sich eine nachhaltige Meinung zu bilden.

So geschehen bei mir und Pearl Jam. Nach Vitalogy musste ich natürlich unbedingt weiteres Material hören und da traf es sich ganzgut, dass Vitalogy bereits das dritte Album der Band aus Seattle war. Als nächstes hatte ich die Gelegenheit das Debut-Album Ten auf Kasette zu ziehen (das waren noch Zeiten). Der Album Titel bezieht sich auf Mookie Blaylock, einen Basketballer dessen Name zunächst der Bandname sein sollte. Nachdem man sich dann aber Pearl Jam nannte, wurde Mookie mit dem Albumnamen geehrt: 10 war seine Trikotnummer.

Musikalisch ist das Erstlingswerk von Pearl Jam ein Knaller, obwohl sich das Album zunächst nur mäßig verkaufte. Aber dank Nirvanas Erfolg mit Nevermind wuchs auch das Interesse an Ten schnell. Mittlerweile konnte sich das Album allein in den USA mehr als 12 Millionen Mal verkaufen.

Im Vergleich zu Vitalogy – und das ist eben für mich der Vergleichsmaßstab – ist Ten ein deutlich mainstreamtauglicheres Album. Dennoch kann man dem Werk nicht vorwerfen zu weich zu sein. Bereits Once rockt nach einem sehr gemütliche Intro – mit grandiosem Basssound – richtig los. Besonders die markante Stimme von Eddie Vedder setzt hier zeichen. Even Flow setzt dann nach mit absolut stadiontauglichem Refrain und einem sehr eingängigem Gitarrenriff in der Strophe. Kein Wunder, dass Even Flow zur zweiten Single des Albums wurde. Der nächste Track ist Alive, der auch die erste Singleauskopplung wurde. Eddie Vedder singt von einem traumatischen Ereigniss aus seiner Kindheit, Mike McCready und Stone Gossard untermalen das ganze mit traumhaft guten Gitarrenriffs – wenig überraschen also, dass dieser Song wohl zu einer der Hymnen des Grunge-Rock wurde.

Aber Ten bietet mehr. Von Highlights auf dem Album möchte ich gar nicht sprechen, denn dass würde ja automatisch bedeuten, dass die anderen Songs etwas schwächer sind. Neben Jeremy, Oceans, Release, Black, Deep gefallen mir auch die restlichen Songs ausnahmslos sehr gut. Besonders interessant ist aber für Besitzer der sogenannten New European Version des Albums, dass sie mit drei Extra-Tracks belohnt werden: Einer Live-Version von Alive, Wash und dem meiner Meinung nach sehr witzigen und guten Dirty Frank. Ein Song, der während einer gemeinsamen Tour mit den Red Hot Chili Peppers entstand und den Stil eben dieser Band zu imitieren versucht. Das Ergebnis ist amüsant und trotzdem gut.

Im direkten Vergleich zu Nirvanas Nevermind kann man Ten unterstellen, weniger kompromisslos zu sein. Die Gitarren sind nicht so dominant, die Platte ist ‘sauberer’ produziert und die Songs nicht ganz so depressiv gestimmt, zumindest für eine Grunge-Platte. Dennoch ist Ten einer der Meilensteine der Grunge-Ära und das völlig zu recht. Das Album brachte Pearl Jam einen festen Platz in der Seattle-Musikszene und war der Beginn des Schaffens einer der besten Bands aller Zeiten, wie ich finde.

Grandios! Sollte man haben.

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Recently Released | Pearl Jam – Live at the Gorge 05/06 (Teil 2)

Pearl Jam - Live at the Gorge Concert 1

Mittlerweile hatte ich ausreichend Gelegenheit etwas vertiefter in die Pearl Jam CD-Sammlung Live at the Gorge hinein zu hören. Wer sich erinnert: Einen kleinen Aufriss zur Veröffentlichung habe ich bereits verfasst.

Bevor ich jedoch genauer auf die einzelnen Konzerte eingehe vielleicht noch ein paar grundsätzlichen Worte. Man mag sich fragen, ob man wirklich 3 Konzerte einer Band an einem Ort auf CD besitzen muss. Zumal, wenn es sich dabei um Pearl Jam handelt, die wie bereits geschrieben inzwischen sowieso jedes ihrer Konzerte als Download veröffentlichen. Nun die Antwort ist eigentlich ganz einfach: eigentlich braucht man das nicht. Wenn ich in meine eigene CD-Sammlung schaue, dann stehen da von Pearl Jam folgende Live-Alben: Live on two Legs, eine Zusammenstellung von Live-Mitschnitten von 1998. Dann aus der 72-CD Serie den Auftritt vom Nürburgring aus dem Jahr 2000. Live at Benaroya Hall, den Benefiz Akustik-Auftritt und nun noch die drei Konzerte aus der Schlucht am Columbia-River. Nicht zu vergessen, die DVD Live at the Garden, die Pearl Jam bei ihrem Konzert im Madison Square Garden zeigt. Also genau genommen sollte das völlig ausreichen um zu erahnen wie Pearl Jam live so drauf sind. Und dennoch: ich habe bisher keine Sekunde bereut die Box Live at the Gorge gekauft zu haben, denn Pearl Jam beweisen für mich immer wieder eindrucksvoll, dass sie die wohl beste Live Band sind, die momentan über den Planeten tingelt. Jedem Konzert widmen sie sich mit einer Hingabe als wäre es genau das Konzert, auf das sie sich die ganze Tour über gefreut hätten. Und das merkt man und freut sich daran.

Pearl Jam - Live at the Gorge Concert 1

Live at the Gorge die Erste – 1. September 2005
Wie schon im ersten Artikel zur CD-Box geschrieben, handelt es sich beim konzert vom 1. September 2005 um einen unvergleichlichen Mammut-Auftritt. 37 Songs geben Pearl Jam zum besten und versuchen dabei den im Hotel nebenan eingekehrten Tom Petty wachzuhalten so lange es nur geht. Dies wird dann auch zum Running Gag des Konzertes und gipfelt darn, dass Eddie Vedder das Publikum anstiftet, im Chor “We’re sorry, Tom” zu singen. Auch das Tom Petty Cover I won’t back down dürfte wohl diesem Anlass geschuldet sein. Ansonsten erlebt man Pearl Jam überwiegend von ihrer besten Seite. Ein paar unübersehbare Patzer gibt es zwar zu Anfang der Show, aber diese werden von Eddie Vedder selbstironisch kommentiert, was für zusätzliche Sympathie sorgt. Die Songauswahl deckt im Prinip alle Phasen der Band ab und die Darbietung ist einfach grandios. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass diese erste Konzert das Highlight der CD-Box ist.

Tracklist:
Disk: 1
1. I Believe In Miracles
2. Small Town
4. Low Light
5. Man Of The Hour
6. I Am Mine
7. Crazy Mary
8. Black
9. Hard To Imagine

Disk: 2
1. Given To Fly
2. Last Exit
3. Save You
4. Do The Evolution
5. Alone
6. Sad
7. Even Flow
8. Not For You
9. Corduroy
10. Dissident
11. MFC
12. Undone
13. Daughter
14. In My Tree
15. State Of Love and Trust
16. Alive
17. Torch

Disk: 3
1. Start of Encore’s
2. Love Boat Captain
3. Insignificance
4. Better Man
5. Rearviewmirror
6. I Won’t Back Down
7. Last Kiss
8. Crown Of Thorns
9. Blood
10. Yellow Ledbetter
11. Baba O’Riley
Das erste Konzert bringts wirklich

Pearl Jam - Live at the Gorge Concert 1

Live at the Gorge die Zweite – 22. Juni 2006
Das zweite Konzert der Box fand im Juni 2006 statt. Im Grunde gilt das meiste was sich zum ersten Konzert sagen lässt auch für dieses Konzert. Man erlebt Pearl Jam in Hochform, die Songauswahl deckt wieder quasi alle Phasen von Pearl Jams Schaffen ab. Highlights für mich sind unter anderem der Temple of the Dog Song Crown of Thorns, das The Who Cover Baba O’Riley, vom Album Vtalogy der Song Corduroy und das als schlechten Song angekündigte Dirty Frank, das während einer Tour entstand, als Pearl Jam mit den Red Hot CHili Peppers unterwegs waren, was man sehr klar heraus hören kann.

Tracklist:
Disk: 4
1. Wash
2. Corduroy
3. Hail Hail
4. World Wide Suicide
5. Severed Hand
6. Given To Fly
7. Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town
8. Even Flow
9. Down
10. I Am Mine
11. Unemployable
12. Daughter (It’s OK-Dead Moon)
13. Gone
14. Black
15. Insignificance
16. Life Wasted
17. Blood

Disk: 5
1. Start Of Encore’s
2. Footsteps
3. Once
4. Alive
5. State Of Love And Trust
6. Crown Of Thorns
7. Leash
8. Porch
9. Last Kiss
10. Inside Job
11. Go
12. Baba O’Riley
13. Dirty Frank
14. Rockin’ In The Free World
15. Yellow Ledbetter
Auch dieses Konzert war grandios

Pearl Jam - Live at the Gorge Concert 1

Live at the Gorge die Dritte – 23. Juni 2006
Zum Schluss nun noch das dritte Konzert aus der Schlucht. Passiert ebenfalls im Juni 2006 und zwar genau ein Tag nach dem eben noch besprochenen Konzert. Das ganze bietet, wenig überraschend, mal wieder Pearl Jam in Topform. Tolle Songs, das Publikum kennt jede Songzeile, Eddie Vedder weiß wieder einmal genau wie er sein Publikum anzuheizen hat. Für europäische Ohren vielleicht etwas zu viel “Thanks to our Troops”, aber das darf man ihnen wohl zugestehen. Highlights unter anderem Animal, Do the Evolution, Rats und Satan’s Bed. So machen Live-CDs Spaß.

Tracklist:
Disk: 6
1. Severed Hand
2. Corduroy
3. World Wide Suicide
4. God’s Dice
5. Animal
6. Do The Evolution
7. In Hiding
8. Green Disease
9. Even Flow
10. Marker In The Sand
11. Wasted Reprise
12. Better Man
13. Army Reserve
14. Garden
15. Rats
16. Whipping
17. Jeremy
18. Why Go

Disk: 7
1. Start Of Encore’s
2. I Won’t Back Down
3. Life Wasted
4. Big Wave
5. Satan’s Bed
6. Spin The Black Circle
7. Alive
8. Given To Fly
9. Little Wing
10. Crazy Mary
11. Comatose
13. Yellow Ledbetter
Tolles Konzert

Um nun abschließend nochmal auf die Eingangsfrage zurück zu kommen: Nein, man braucht sowas nicht, drei Livealben von einer Band aus zwei Touren von einer Location. Aber es macht verdammt viel Spaß wenn man dann doch so unvernünftig war und es sich gekauft hat. Ich bleibe beim Urteil meines ersten Eindrucks: Pearl Jam zeigen eindrucksvoll, dass sie ihre Fans mit Hingabe musikalisch bedienen und jedes Konzert mit vollem Einsatz vorbereiten und durchziehen. Gäbe es mehr Bands mit solcher Fanbindung und solchem Einsatz, dann wäre auch die Krise der Plattenindustrie nur halb so dramatisch.

Eine geglückte Zusammenstellung

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Recently Released | Pearl Jam – Live at the Gorge 05/06

Pearl Jam - Live at the Gorge 05/06 CoverWenn es eine Band gibt, die alle Rekorde bezüglich Live-Alben hält, dann möchte ich wetten es ist Pearl Jam. 2000 machten sie insbesondere dadurch Schlagzeilen, dass sie ihre gesamte (!) Tour auf CD veröffentlichten. Damit ist nicht gemeint, dass sie etwa aus jedem Konzert der Tour ein Liedchen auf CD pressten. Nein, alle 72 Konzerte der Tour wurden damals veröffentlicht. Das alleine dürfte schon die Anzahl an Live-Alben jedes anderen Künstlers übertrumpfen, ist aber längst nicht das Ende des Superlativs. Jedes (!) Pearl Jam Konzert ist mittlerweile als Download über den TenClub zu beziehen, sofern man Mitglied ist. Das würde ich mal Hingabe nennen.

Jetzt behaupten böse Zungen natürlich gleich, dass das die Ultimative Vermarktungsmaschine sei und überhaupt sehr verwerflich. Nunja, mitnichten würde ich behaupten. Wer so blöd ist, sich 72 Live CDs einer Tour zu kaufen hat wohl gewaltig einen an der Waffel. Aber die Möglichkeit sich eben das Konzert nochmal anzuhören, auf dem man selber war – oder gerne gewesen wäre – ist für mich sowas wie Alternative Rock 2.0.

Nun, genug der Vorrede. Pearl Jam haben es wieder getan, und ein Live-Package zusamengestellt, das sich sehen (besser gesagt hören) lassen kann.

Dabei haben Pearl Jam sich dieses mal sehr zurückgehalten. In der Box enthalten sind diesmal “nur” 3 Konzerte. Geradezu asketisch wurde die Auswahl der Konzerte aber bei der Location behandelt. Alle Konzerte stammen aus the Gorge, Washington. Die Shows waren alle ausverkauft (wie eigentlich immer bei Pearl Jam in den USA) und fanden am 1 September 2005, am 22. und am 23. Juni 2006 statt. Jedes Konzert ist wie gewohnt in voller Länge vertreten. Das macht dann auch eine ganze Menge Holz: Allein das erste Konzert beinhaltet 37 Tracks auf 3 CDs. Da kann man nicht meckern.

Insgesamt bietet die Box Live at the Gorge 100 Tracks auf 7 CDs. Was das besondere ist: Während Bands wie die Rolling Stones inzwischen auf jedem Konzert mehr oder weniger exakt die gleichen Lieder spielen, schaffen Pearl Jam es, sich für jedes Konzert eine neue Setlist zu überlegen. So gibt es auch insgesamt nur wenige Songs, die doppelt gespielt wurden. Nach Angaben auf Amazon.de sollen so insgesamt 76 veschiedene Songs im Set enthalten sein. Nachgezählt habe ich es nicht.

Ein erstes Reinhören habe ich schon geschafft, eine genauere Meinung zu den Konzerten werde ich demnächst noch kundtun. Über sieben Stunden Musik lassen sich eben nicht so auf die schnelle abspulen. Was ich schon mal sagen kann: neben den Superlativen um die Veröffentlichung lohnt sich das Album vor allem wegen der Musik und der Performance. Pearl Jam gehören wohl unumstösslich zu den besten Livebands der Welt, und das merkt man eben auch bei den Mitschnitten der Konzerte. Für Fans ein Muss, für alle anderen eine deutliche Empfehlung.

Rating 5 Star

Nachtrag: Auf Laut.de findet sich eine sehr interessante Rezension zum Tripple-Live-Album von PJ.

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