Retrozension | Pearl Jam – Binaural

Pearl Jam waren, sind und werden auch immer die wahre Größe des Seattle Rock sein. Keine der Bands, die im Zuge des Nirvana-Hypes zu Weltruhm gekommen sind kann in Sachen Beständigkeit und kreativem Output mit den einzig wirklich verbleibenden Grunge-Größen mithalten.

Das Jahr 2000 sollte für die Band ein besonders prägendes Jahr werden. Am Anfang stand hierbei die Veröffentlichung des sechsten Studioalbums Binaural. Der Titel verweist auf die besondere Aufnahmetechnik, die hier zur Verwendung gekommen ist. Kurz gefasst wird hierbei ein Modellkopf zwischen zwei Mikros platziert. Damit soll ein besonders lebensechter Raumklang eingefangen werden. Mehr darüber weiß natürlich Wikipedia (Achtung: Englisch!).

Weiterhin besonders zu erwähnen ist, dass Binaural das erste Studioalbum ist, auf dem Matt Cameron, allen bekannt als Drummer von Soundgarden, die Holzklöppel auf die Trommeln hauen darf nachdem Jack Irons das Handtuch geworfen hatte. Schlagzeuger hielten sich bei Pearl Jam bis dahin nie besonders lange …

Erwähnenswert natürlich auch der Schicksalsschlag von Roskilde, als während eines Konzert der Band neun Fans/Zuhörer in der Menschenmenge erdrückt wurden.

Wir wollen uns aber mal der Musik zuwenden, die Binaural zu bieten hat. Eröffnet wird mit Breakerfall erfreulich kraftvoll. Keine Frage, hier wird Rockmusik zelebriert. Irgendwie klingt der Song deutlich anders als alle anderen Songs, die die Band bis dahin geschrieben hatte. Man scheint sich ein wenig vom Grunge loszulösen, was natürlich auch dringend nötig ist anno 2000. Auch God’s Dice hält das Tempo hoch, experimentiert mit vielen Soli-Einwürfen, vollem Sound und voller Energie. Pearl Jam klingen geradezu erfrischend, weniger wehleidig als noch auf No Code oder teilweise auch noch auf Yield. Retrospektiv kann man behaupten, dass Binaural für den aktuellen Sound der Band wohl mit am prägensten war. Evacuation wirkt dann geradezu experimentell, fragmentiert. PJ experimentieren mit ihrem Sound gnadenlos und lassen die Fans teilhaben. Ob Evacuation wirklich Album-Qualität hat, bleibt Geschmackssache.

Bekanntere Klänge werden mit Light Years angeschlagen. Eine klassische PJ-Slow-Rock-Nummer, die schnell zum Mitsingen verleitet und einen den Alltag wahlweise vergessen oder umso schmerzhafter erleben lässt. Verdammt gut, aber sicher nichts Neues an sich. Nothing as it Seems hingegen hat das Zeug, aus dem Pearl Jam Evergreens gestrickt sind: episch gut und doch ganz persönlich, nah und verletzlich präsentiert sich die Band. Gitarrensoli, die aus den Untiefen des Raums zu kommen scheinen, perfekt produziert und doch mit diesem Live-Gefühl versehen. Dazu ein Eddie Vedder, der überwiegend zurückhaltend singt, dabei aber dennoch perfekt die Stimmung des Songs trifft. Zu recht einer der besten Pearl Jam Songs bis heute.
Thin Air ist dann eine perfekte Akustik-Gitarren Nummer, die insbesondere aufgrund der fragil wirkenden Zweistimmigkeit, eine besondere Schönheit zu entfalten weiß. Schön auch die leichten Country-Einschläge ab Strophe zwei.

Insignificance rockt einfach nur gewaltig. Der Song strotzt nur so vor Energie, bleibt dabei aber PJ-typisch eher nachdenklich. Besonders gut sind die etwas fuzzigen Gitarrensounds, die fast schon zu modern für die Band wirken. Tolle Nummer. Geniales Nicht-Solo gegen Ende! Noch nie hat die Abwesenheit eines Solos so gut gewirkt. Of the Girl ist einer der Songs, die mit dem Binaural Verfahren auf Band gebannt wurden. Eine sehr organisch wirkendes Stück, das insbesondere die Solo-Qualitäten von Mike McCready in den Vordergrund stellt. Ansonsten sehr entspannt und beeindruckend gut.

Grievance bringt wieder etwas Tempo und experimentierfreude ins Album. Stakkatogitarren, Druck, Optimismus reißen mit und machen Spaß. So einfach ist das. Rival wird von Hundegeknurre eingeleitet, nur um dann in einem besonders schweren Groove einzusteigen und einen sehr spannenden Dialog zwischen den beiden Gitarren von Gossard und McCready zu eröffnen. Dazu reichlich viel klangliche Skurrilitäten, wie dissonante Klavierklänge, viel Hintergrundgeschreie und Zwischenrufe. Man spürt förmlich den Spaß, den die Aufnahme gemacht haben muss. Toll.

Sleight of Hand ist hingegen wieder sehr ruhig, sehr schwermütig und trübsinnig. Man hat so ein bißchen den Eindruck, dass die Nummer nicht unbedingt so richtig in das Album passt. Es fehlt ein bißchen der richtige Guss. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich toll. Soon Forget klingt fast wie Somewhere over the Rainbow, dank Ukulele, einsamer Gesangsperformance von Eddie Vedder und einer leicht bedröpselten Stimmung. Der übliche Lückenfüller, den Pearl Jam auf nahezu jedem Album zu präsentieren wissen. Trotzdem nett, und natürlich voll mit Botschaft versehen. Dafür macht der Song schnell Platz für das fast monumentale Parting Ways. Nur etwas dreieinhalb Minuten geben Pearl Jam ihrer Schlussnummer, die sich dennoch langsam entfalten darf und dabei ins schier übermenschliche wächst. Genial gut, typisch Pearl Jam und vielleicht ein wenig zu viel des Guten, aber was solls; mir hat die Nummer immer richtig gut gefallen. Besonders wenn die schrammige Gitarre dazwischenkracht stellt sich ein Gänsehaut-Gefühl ein. Nach einigen Minuten Stille darf man sich dann noch ein wenig Gehacke auf einer Schreibmaschine anhören. Was das soll weiß man nicht, aber Hidden Tracks waren scheinbar mal in Mode.

Binaural ist sicher nicht das beste Album von Pearl Jam, aber es macht auch heute noch Spaß und landet auch bei mir immer mal wieder im Player und auf meinen Ohren. Insbesondere die klanglich Prägung lässt sich auf den beiden letzten Alben der Band wiederfinden, was ich besonders spannend finde, schließlich klingt das dazwischen liegende Riot Act nochmal ganz anders.


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Flip-Book/For Your Interest | Temple of the Dog (Reunited) – Hunger Strike

Eine kleine Perle von Live-Musik ist folgendes Video. Chris Cornell, wir gedenken kurz dem gefallenen Helden des Grunge, zeigt erste Anzeichen von Reue und begibt sich auf einem Pearl Jam Konzert live in Hungerstreik. So schnell hat man eine Bandreunion, was besonders deshalb etwas besonderes ist, da Temple of the Dog nie wirklich eine Band waren, sondern ein Projekt um einem verstorbenen Freund ein Denkmal zu setzen. Eddie Vedder war damals noch neu in Seattle und aus den Sessions zu Temple of the Dog formte sich binnen kürzester Zeit mit Pearl Jam die vermutlich größte Grunge-Band der Geschichte.

Heute gibt es Pearl Jam noch (das neue Album Backspacer wurde hier ja vorgestellt) und Chris Cornell schlägt sich mit Soloexperimenten durch und ist dabei auch noch überzeugt davon, besser zu sein als je zuvor. Mit glücklicherweise leidlichem Erfolg wegen fahlender Qualität. Vielleicht gibt aber ja die “Reunion” den Stupser den Chris Cornell unbedingt braucht um sich wieder mit guter Musik zu befassen. Aus einer Soundgarden-Reunion wird wohl aber eher nichts. Dann müssten sich Pearl Jam schließlich einen neuen Drummer suchen.

Achtung, das Video ist nichts für Leute, die schnell seekrank werden!


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Recently Released | Pearl Jam – Backspacer

Pearl Jam gehören zu meinen Helden. Die letzten Überlebenden des Grunge der 90er. Ausgerechnet! Hätte man doch schon an mehreren Punkten gewettet, dass Eddie Vedder die Faxen dicke hat und aufhört: Erst die Verweigerung von allem was nach Musikbusiness riecht, dann der verlorene Prozess gegen Ticketmaster wegen der Eintrittspreise. Vor einigen Jahren der Tod von neun Fans auf einem Festival in Dänemark.

Aber Peal Jam tuns noch. Unbeirrt, unverändert und so langsam aber sicher auch ein wenig unbeachtet. Die Band hat sich in den letzten Jahren schon immer deutlicher nach Amerika orientiert. Wenige Konzerte außerhalb der Staaten, noch viel weniger Konzerte in Deutschland. Wer nicht in Hamburg, Berlin oder Düsseldorf wohnt hats ziemlich schwer die Band mal live zu erwischen.

Auch musikalisch ist die Band in vielen Dingen immer amerikanischer geworden; wenig geblieben vom wutgeladenen Sound der ersten drei Alben. Pearl Jam haben sich über weite Strecken auf hohem Niveau selbst bedauert und das in Alben gepresst. Anerkennung gabs von den Medien kaum dafür. Lediglich Do the Evolution schaffte es ein wenig, die Band in die Erinnerung von nicht-Fans zurückzurufen.

Auch das aktuelle Album Backspacer wird daran nichts ändern. Gestern erschienen in Europa und wieder einmal ein typisches, ein gutes Pearl Jam Album. Pearl Jam klingen irgendwie anders diesmal und doch so vertraut. Anders, weil folkiger und amerikanischer, älter und vielleicht auch reifer.

Die Band rockt ordentlich, teils fast klischeehaft gut. Das Album klingt überlegter als alle anderen davor und das Making-of, das es bei YouTube zu sehen gibt verrät auch warum: “Wir haben diesmal die Songs geschrieben, bevor wir Sie aufgenommen haben.” sagt Eddie da so nebenbei. Das tut dem Album gut, denn so bleiben weniger gute Momente, wie sie sich bisher auf fast allen Alben eingeschlichen hatten, die nach Vitalogy kamen, diesmal außen vor; sind weggeschrieben und wegproduziert.

Alle Songs auf dem neuen Album sind gut, können einen mitnehmen und bewegen. Besonderns die Texte sind diesmal irgendwie anders, positiver und berühren, wenn man sich damit beschäftigt. Hier merkt man auch klar den Einfluss des Soloalbums von Herrn Vedder, dass oft ein wenig durchklingt. Die besten Songs sind aber die rockigen Nummern The Fixer ist ziemlich cool, der Opener Gonna see my Friend funktioniert prächtig, Supersonic rockt, klingt dabei aber gelegentlich erschreckend nach Hard-Rock, besinnt sich dann aber wieder auf Grunge-Elemente. Ruhiger gehts bei Speed of Sound zu und der Track ist irgendwie auch ein kleines Highlight. Sehr entspannt, sehr intim. Einfach. Gut. Getoppt wird diese Nummer aber noch vom letzten Track The End. Hier lässt sich die Band von Streichern und Bläsern (klassisch) unterstützen. Funktioniert wie ich finde prima.

Was kann man noch sagen? Die Mördersolos von Mike McCready sind weniger geworden, dafür gibts mehr coole und teils richtig groovige Patterns im gesamten Song. Zum Glück erinnerts aber nicht an The Edge von U2.

Alles in allem also ein positives Urteil. Voll zufrieden bin ich aber trotzdem nicht. Pearl Jam spielen sich langsam aber sicher in die Bedeutungslosigkeit. Das Album bietet wirklich keine herausragenden Stücke, keine neuen Klassiker derer man sich in einigen Jahren noch erinnern wird, die man mit besonderen Erlebnissen verküpfen kann. Das Album klingt auch leider nicht mutig und überhaupt nicht bereit irgendwelche Grenzen zu übertreten. Pearl Jam machen wirklich guten, aber auch wirklich etablierten amerikanischen Rock. Jede Wette, dass wieder jedes Konzert in den Staaten binnen Minuten ausverkauft sein wird aber trotzdem haben Pearl Jam irgendwie ein wenig an Biss verloren. Ich sage das als Jemand, der alle Alben gekauft hat, der mittlerweile sechs Live-Alben/Mitschnitte besitzt (zwei weitere laden gerade auf meinen Rechner (Bonus-Content)), eine B-Side Compilation und zwei DVDs.

Pearl Jam sind grandios, vor allem live. Aber so langsam schleicht sich das Gefühl ein, dass das zu großen Teilen auch daran liegt, dass live auch sehr stark dem alten Zeug gewidmet ist. Lassen sich Pearl Jam hier nur noch für ihre Vergangenheit feiern?

Backspacer ist ein wirklich gutes Rockalbum. Keine schlechten Songs, keine Experimente, die sonst häufig mitten im Album auf einen lauerten, keine Schreibmaschienentipperei in einem Hidden-Track; nicht mal ein Hidden-Track (positiv!). 100 % Pearl Jam, weiterentwickelt zum Besseren aber dennoch irgendwie nicht das, was ich mir im Vorfeld erhofft hätte. Man hat es sicher schon gemerkt, dann mehr als “Gut” wollte mir irgendwie kaum von der Hand gehen bei der Beschreibung.

Hier noch als Nachschub das angesprochene Making-Of zum Album. Absolut sehenswert, vor allem für Fans.


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Flip-Book | Pearl Jam – The Fixer

Schon mal zur Einstimmung auf das heute erschienene Album Backspacer den Clip zu The Fixer. Morgen bekomme ich das Album in meine Hände und spätestens Sonntag folgt die Rezension. Bis dahin genießt den Clip in einer wirklich coolen Optik.


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For Your Interest | Pearl Jam – The Fixer

Wenn das mal keine gute Zeit zu werden verspricht: Nicht nur Portugal. The Man, die Arctic Monkeys und Muse veröffentlichen (bald) neue Alben, auch meine langjährigen Begleiter Pearl Jam hauen im September einen neuen Longplayer namens Backspacer auf den Markt.

Erste Hörprobe gibts zum Glück auch schon. Die Single The Fixer ist unter anderem bei YouTube zu belauschen. Die Reaktionen sind erstmal sehr gespalten und man darf ruhig anmerken, dass die Nummer erst einmal nicht unbedingt nach knallhartem Rock klingt. Da sich Pearl Jam Alben aber meist wie ein Rotwein verhalten und erst nach dem Öffnen den vollen Geschmack entfalten, möchte ich hier gar nicht bewerten sondern nur den Korken schon einmal anpiksen.

Also, schnuppert schonmal.


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Retrozension | Pearl Jam – Yield

Pearl Jam - YieldWieder einmal ist es an der Zeit uns den Dinosauriern des Grunge zu widmen. Nach dem vielleicht nicht so gut angekommenen Vorgänger No Code schickten sich die fünf gesellen aus Seattle an, ein wenig aus der Versenkung aufzuerstehen und brachten 1998 mit Yield ihr fünftes Studioalbum heraus. Wie schon die beiden Vorgänger erschien auch dieses Pearl Jam Album im schicken Digipack, eine Marotte, die sich mittlerweile voll etabliert hat.

Mit Yield schafften Pearl Jam nicht nur einen Bruch in ihrem Umgang mit den Medien und Musiksendern, sondern packten auch eine lange nicht gekannte Spielfreude in die Songs. Fast könnte man von Pearl Jam Reloaded sprechen. Schon der Opener Brain of J offenbahrt die Rückkehr der Band zum echten Alternativschrammelrock. Das schöne daran ist, dass man nicht mehr Wut, Enttäuschung und Depression in dem Song erkennt, sondern einen klaren Hang zu Hoffnung und Freude. Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass PJ anfangen Pop-Musik zu produzieren. Dennoch erfreute es mich damals ungemein bei der Band eine Art Neuanfang wahrzunehmen. Auch das nachfolgende Faithful bietet ebendiese Grundstimmung und weiß dadurch auf ganzer Linie zu überzeugen.

No Way zeigt, dass die Band auch soundtechnisch zu Experimenten bereit ist. Heraus gekommen ist ein kraftvoll zurückhaltender Song, der einen zum Mitwippen animiert und dabei tierisch Spaß macht. Given to Fly ist dann ein wenig nachdenklicher gestimmt. Passend zum Text weckt der Song bei mir irgendwie immer Gedanken an einen weiten Himmel. Keine Ahnung warum dass so ist, spricht aber für die Band. Dieser Song wurde als Single ausgekoppelt und, was deutlich erwähnenswerter ist, wurde mit einem Musikvideo geehrt.

Wishlist, ebenfalls eine Single des Albums, ist dann ein sehr zurückhaltender, ruhiger Song mit einem wunderbar nachdenklichen Text, im Grunde einer sehr romantischen Liebeserklärung. Pilate ist dann die erste Überraschung auf dem Album. Ein total zurückgenommener Strophenteil wird durch einen sehr rockigen Refrain abgelöst, der insbesondere Klangmäßig sehr spannend ist. Irgendwie klingt das ganze zunächst ungewohnt und fremd, irgendwie abgehackt. Inzwischen mag ich den Song aber sehr.

Do the Evolution ist ohne Frage das Highlight auf dem Album. Einen dermaßen rockigen Song habe ich bisher nur selten gehört. Irgendwie geht es ganz klar vorwärts und reißt einen mit. Nicht unerwähnt bleiben darf hier das zugehörige Video, dass im Stil ein wenig an Szenen aus Pink Floyds The Wall erinnert, dabei aber eine ganz eigene, zum Songtext passende Message transportiert. Für mich gehört dieser Song zu den Top Ten Songs der 90er Jahre. Red Dot, der nächste Track auf dem Album ist kein Song, irgendwie. Mehr so eine Art musikalisches Fragment. Macht aber nix, danach gehts ja weiter.

MFC gehört für mich zu den Songs mit dem schönsten Textanfang. Da heißt es “Sliding, out of Revers into Drive, this wheel will be turning right, off in the sunset she’ll ride“. Mit so wenigen Worten wird hier eine komplette Szene aufgebaut. Mag jetzt nicht so spektakulär zu lesen sein. Ich aber kniee nieder vor der Genialität dieser Zeile. Der Song ist übrigens auch stark, nebenbei bemerkt. Low Light passt dann eher in die Kategorie Pearl Jam auf No Code. Im Dreivierteltakt mit vielleicht etwas zu bemühter Zweistimmigkeit entfaltet sich ein ruhiger, entspannter Song mit viel Orgelklang und einigen taktlichen Raffinessen.

In Hiding ist dann wieder von mehr Freude durchsetzt. Und das obwohl der Song exakt das verarbeitet, was Pearl Jam jahrelang ausgemacht hatte. Das Zurückziehen, nicht vor die Tür gehen wollen (sinnbildlich gesprochen) und die Angst vor dem was die Welt von einem erwartet. Irgendwie merkt man aber auch den erfolgten Befreiungsschlag und das tut gut. Push me, Pull me ist ein ganz besonderer Song. Taktwechsel, eine teils undurchdringbare Soundzusammensetzung sowie eine Türklingel machen dieses musikalische Experiment zu dem bisher besten von Pearl Jam. Das das ganze dabei noch als Song zu erkennen ist tut dem ganzen dabei keinen Abbruch.

Schon sind wir wieder am Ende eines Albums angekommen. Mit All those Yesterdays nehmen Pearl Jam für dieses mal Abschied und das auf wirklich gute Weise. Auch wieder eher in bekannter Manier mit ruhigen Klängen und einem eindringlichen aber simplen Gitarrenriff. Der Song steigert sich dann aber und entfaltet sich immer mehr. Die einzigartig gute Stimme Eddie Vedders rundet das Paket ab. Ein gutes Ende.

Yield kann als musikalischer Befreiungsschlag gesehen werden. Die Band hatte es endlich geschafft sich mit ihrer Rolle in der Rockmusik anzufreunden und dabei eine Zufriedenheit erlangt, die sich in den Songs geradezu fassen lässt. Das tut dem Album sehr gut und freute mich damals als Fan ganz besonders, weil das Damoklesschwert des baldigen Ende der Band mit Yield endlich abgeschafft schien. Bis heute scheint das ja auch so geblieben zu sein.


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