Recently Released | Nine Inch Nails – The Slip (Halo 27)

Nine Inch Nails - The SlipEs ist zwar schon eine kleine Weile her, aber dennoch möchte ich in meiner Rubrik Recently Released auf eine wirklich lohnenswerte Neuerscheinung eingehen. Die Band Nine Inch Nails hatte ja erst vor kurzem von sich reden gemacht, als das Album Ghost I-IV erschien. Der erste Teil Ghost I war damals komplett umsonst per Download erschienen, die Teile III-IV konnte man in verschiedenen Varianten nachkaufen.

Für mich war Ghost I die erste tiefergehende Begegnung mit den Nine Inch Nails. Obwohl ich Ghost I durchaus mit Wohlwollen betrachte, störte mich allerdings, dass es sich dabei um ein reines Instrumentalalbum handelt. Nun, mittlerweile haben die NIN nachgelegt und nur Wochen später ein weiteres Album veröffentlicht. Mit The Slip legt die Band wieder ein Album mit Gesang auf und diesmal kann ich durchaus von Begeisterung sprechen.

Ob man jetzt gutheißt, dass hier die Musik quasi verschenkt wird, ist sicherlich eine Auffassungsfrage. Für mich heißt das im Fall der NIN, dass ich so Einblick in die mir bislang nicht aufgefallene Musik erhalte, der mich durchaus dazu bewegen könnte mir andere Alben der Band nachzukaufen.

Nun aber zum Album: The Slip ist sehr spannender Industrialrock, wenn ich mit der Einordnung hier richtig liege. Mich erinnert es in einigen Elementen sehr stark an Bush, insbesondere da die Gesangslinien der beiden Sänger sowie die Stimmen unheimlich ähneln. Einen musikalischen Gesamtvergleich kann ich kaum ziehen, da ich im Industrialbereich bisher einfach keine Maßstäbe habe. Dennoch kann ich sagen, dass die Musik sehr kraftvoll ist und mitunter eine interessante Atmosphäre kreiert.

Erster wirklicher Song ist 1,000,000, der übrigens auf den Instrumentalnoise-Opener 999,999 folgt. Humor haben die ja. Der Song überzeugt mit einem kraftvollen Rhytmus und einer schnell eingängigen Melodie. Letting You stolpert direkt hinterher. Der Rythmus ist treibend, die Gitarren klingen ziemlich stark nach Bush, dafür in diesem Fall der Gesang nicht. Ein bißchen Prodigy scheint für mich ebenfalls durchzuklingen, aber da ich Prodigy auch nicht wirklich kenne, kann es sein dass ich mich mit diesem Urteil ein wenig zu weit aus dem Fenster lehne.

Discipline ist eine etwas ruhigere Nummer. Hier nimmt der Gesang eine stärkere Rolle ein als in den bisherigen Songs. Besonders gut gefällt mir dann Echoplex. Da ist wirklich Spannung dahinter. Head Down klingt dann wieder fast 100%-ig nach einem Bush Song. Wers nicht glaubt hört sich am Besten mal Altered States vom Album The Science Of Things an.

Lights in the Sky stimmt dann deutlich ruhigere Töne an. HIer muss ich allerdings sagen, dass ich ein wenig den Eindruck habe, dassdie Stimme von Trent Reznor nicht wirklich für solche Songs ausgelegt ist. Dennoch ist der Song kein Tiefpunkt im Album. Corona Radiata ist dann ein Instrumentalstück der Sorte, wie sie auch auf Ghost zu fnden sind. Gleiches gilt für The Four of Us Are Dying, obwohl mir der Song deutlich besser gefällt. Den Abschluss macht dann das nicht ganz so instrumentale Demon Seed. Der Song bildet den perfekten Abschluss eines eindrucksvollen Albums, dass mir zumindest eine Vielzahl neuer musikalischen Eindrücke verschafft hat. Wer die Nine Inch Nails bislang nicht kennt, hat mit The Slip eine nicht nur kostengünstige, sondern auch eine lohnende Möglichkeit das nachzuholen.

Wie man zum Download kommt sollte im Übrigen auf www.nin.com zu finden sein

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