Recently Released | Matt Costa – Unfamiliar Faces

Matt Costa -Unfamiliar Faces

Wieder einmal gibt es Zuwachs in meinem Wohnzimmeregal. Matt Costa hat dafür gesorgt, dass ich mal wieder Geld in einen Tonträger investiert habe und darauf hatte ich mich auch schon seit Anfang Dezember gefreut. Das Zweitlingswerk nennt sich Unfamiliar Faces und steht ganz in der Tradition des Vorgängeralbums Songs We Sing – oder auch nicht.

Zunächst aber ein paar Worte zu Matt Costa, der vielen noch weitgehend unbekannt sein dürfte. Matt Costa hat es geschafft auf dem Weg zu musikalischem Erfolg zu gelangen, wie es schon tausende Künstler vor ihm versucht hatten und in großer Mehrheit kläglich daran gescheitert sind: Per Demotape. Das viel nämlich eines Tages von Tom Dumont, seineszeichens Gitarrero bei No Doubt, entdeckt undgeliebt. Also kümmert er sich um Matt Costa und kann ihn dann auch irgendwann bei Jack Johnson im Vorprogramm platzieren. And the rest is history … wie man so schön sagt. Seither ist Costa bei Brushfirerecords, dem Label von Jack Johnson, unter Vertrag und hat außer seinem Debutalbum auch Songs auf Jack Johnsons Soundtrack-Alben A Brokedown Melody und Sing-a-longs and Lullabuys beisteuern dürfen.

Unfamiliar Faces bringt nun den typischen Matt Costa Sound, der sich hauptsächlich durch die sehr eigenständige Stimme von Costa definiert. Die Songs sind folkig bis rockig, bestückt mit Akustik-Gitarre und Klavier plus Begleitung und machen Spaß. Soweit die Übereinstimmungen zu Songs We Sing. Auf der anderen Seite klingt Unfamiliar Faces nämlich ganz anders als der Vorgänger. Die Songs klingen fast schon ein bißchen nach altem Dylan, zeigen Bluegrass-Einflüsse sind weniger rockig arrangiert und haben etwas weniger vom eigenständigen Stil des Debutalbums.

Die Frage ist natürlich: Sind diese Änderungen gut oder aber nicht. Nun, ich kann ganz eindeutig sagen, dass ich es nicht sagen kann. Als ich das Album neu erstanden hatte war ich zunächst enttäuscht. Nicht so sehr wie bei Chris Cornell, aber doch ein Stück weit. Die Songs sind weniger gefühlvoll und weniger intim. Inzwischen hat sich meine Enttäuschung aber wieder deutlich relativiert. Ganz klar handelt es sich bei Unfamiliar Faces um ein gutes Album. Sehr folklastig aber nicht zu sehr. Matt Costa zeigt seine stärken wieder im Songwriting und hat es eindeutig verdient, ganz groß rauszukommen. Irgendwie macht sich bei mir nur das Gefühl breit, dass die Zeit für dieses Album momentan einfach nicht stimmt. Ich meine das jetzt nicht jahreszeitlich sondern mehr generationsbezogen. Die Songs sind gut – der Zeitgeist geht aber gerade ein bißchen woanders hin.

Trotzdem möchte ich zumindest die Empfehlung aussprechen, selbst mal reinzuhören. Mir macht Unfamiliar Faces inzwischen viel Spaß. Das liegt an Songs wie Mr. Pitiful und Never Looking Back. Und von der Sorte gibt es noch mehr. Also ausprobieren und selbst entscheiden. Zum Start gibts von mir eine zumindest ein gute Grundbewertung.

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