Recently Released | JET – Shaka Rock

Letzten Freitag erschienen, seit dem bei mir im CD-Player, auf dem Rechner und damit auf dem iPod und damit auf meinen Ohren: Shaka Rock, das dritte Album der erfrischend rückgratlosen Australier von JET. Für mich immer noch ein absolutes Phänomen und das erklärtermaßen unerklärlicherweise. JET sind eigentlich so etwas wie ein News-aggregator der Musik. Da werden überall Einflüsse gesammelt und nahezu unverarbeitet neu zusammengestellt und das ganze stellt dann ein neues Produkt dar.?!

Ja, das tut es und bei JET bin ich begeistert. Tausend andere Bands tun ähnliches und dringen nicht zu mir durch. Auch auf dem dritten Album mit dem klangvollen Namen Shaka Rock bleibt im Grunde alles beim alten. 12 Tracks Rock wie man ihn aufrichtiger nicht zusammenklauen kann. Hier stimmt einfach alles. Freunde der ersten Alben werden spätestens bei She’s a Genius wiederfinden, was ihnen bisher gefiel, aber JET klingen auch 2009 wieder ein bißchen anders als beim letzten Album 2006. Besonders gut gefällt mir diesmal der Titel Seventeen. Insbesondere die sehr cool zusammengestückelte Gitarrenbegleitung in der Strophe hat es in sich. Man könnte fast sagen JET fingen langsam an sich um einen selbständigen Musikstil zu bemühen.

Ist natürlich alles quatsch. JET klingen alles in allem von der ersten Note an nach bekannten Rocksongs aber irgendwie erkennt man auch immer: “Wow, das ist doch JET“. Und genau darin liegt die Leistung der Band. Gut zugängliche, weil vertraute Rockmusik zu schreiben und dabei so klanggewaltig rüber zu kommen, dass man sie einfach lieben muss/kann/darf.

Shaka Rock ist kein Meilenstein der Musikgeschichte, kein großes Stück Kunst, Nichts, das die Rockmusik weiter nach vorne bringt, aber Shaka Rock ist tanzbar, macht einfach nur Laune und klingt wirklich, wirklich cool. Das können nur JET, das machen in der Qualität nur JET und damit sei der Band fast alles erlaubt.


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Retrozension | JET – Shine On

Befassen wir uns doch heute mal mit einer Band, die ich im Grunde überhaupt nicht mögen dürfte. Opfer, nein, Anlass meiner Verwirrung ist eine australische Kombo, die auf den durchgehend groß geschriebenen Namen JET hört.

JET sind die erste und bislang einzige Band, die dank Last.FM in meiner CD Sammlung aufgenommen wurden. Ich weiß heute nicht einmal mehr genau welcher Song damals über den Last.FM-Player über meine Anlage erklang, aber ich war begeistert, merkte mir Interpret und Album und bestellte die CD. Wenige Tage später hielt ich Shine On in meinen Händen und lauschte begeistert dem wirklich interessanten Album.

JET kann man wahrlich nicht nachsagen, Erfinder einer eigenen Stilrichtung zu sein. Selbst einen sonderlich eigenständigen Sound nennt die Band nicht ihr Eigen. Dennoch lassen es die Rock-Aussies wahrlich fulminant krachen. Im Genre nennt sich das Ganze dann etwa Garage Rock, was nicht wirklich viel weiterhilft, aber das ebenfalls passende Label Hard Rock würde auch auf falsche Fährten locken. Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Beatles und Oasis, zwischen den Rolling Stones und The Who. Böse Zungen behaupten gar, dass einzelne Songs fast komplett bei anderen Künstlern abgekupfert seien, und wer Shine On durchhört, kann sich mit absoluter Sicherheit nicht dem Eindruck erwehren, all die Songs irgendwie schon mal gehört zu haben.

Grund genug also, die Band mitsamt ihrem gesamten Werk einfach in die Tonne zu treten und nie wieder drüber zu sprechen!? Weit gefehlt, denn die Songs sind einfach verdammt gut. Ein bißchen wirkt das Album wie ein Best Of Album des Rocks mit so vielen Elementen aus eigentlich allen Strömungen des General Rock, dass es überrascht, dass die Scheibe bei all ihrer Einfachheit nicht nur derart spannend ist sondern auch so sehr als eigenständiges Album wahrzunehmen ist.

Mein Versuch, jetzt hier einzelne Albumhighlights aufzuzählen, wäre von Vornherein zum Scheitern verurteilt, da einfach alle Songs extrem stark sind. Hier wird absolut aufrichtig und maskulin gerockt. Kein “Grunge-Gewimsel” oder lange Impro-Tiraden. Das hier ist eine Scheibe, die von der ersten bis zur letzten Sekunde radiotauglichkeit zelebriert und dabei glücklicherweise nicht eine Minute die häufig damit assoziierte Niveaulosigkeit durchbrechen lässt. Kurzum, hier sind Handwerker des Rock am Werk, die eine solide Ausbildung beim Meister um die Ecke absolviert haben und nun bemüht sind, auf eben diesem hohen Niveau und mit all den Tricks vom Meister das Handwerk auszuüben. Nothing more, nothing less!

In der Summe macht das aus JET eine Band, die im Grunde völlig unaufregend sind, die sich aber gerade dadurch bisher jeglicher Hype-Maschine entziehen konnten. Das lässt hoffen, dass hier ein auf Dauer solider Act aufgebaut wird, der auch in 20 Jahren noch Musik macht, die zeitlos erscheint und dabei immer auf der Höhe der Zeit ist. Ein wirklich cooles Album, dass mir zumindest Lust auf mehr gemacht hat.


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