Retrozension | Goodshirt – Good.

Goodshirt | Good.Es wird Zeit, die beste Band der Welt vorzustellen. Hierbei handelt es sich um ein Quartett aus Grey Lynn, Auckland. Es dreht sich also wieder einmal um einen echten Kiwi-Import. Goodshirt gehören zu den wenigen Phänomenen, die mich schon beim Erstkontakt voll überzeugt hatten. Ich glaube ich hatte schon erwähnt, dass ich in Neuseeland über einen Kollegen einen ganzen Haufen Musik zum Reinhören anvertraut bekommen hatte. Goodshirt hörte ich erstmals, als ich in der Nähe von Wellington spazieren ging.

Schon die ersten Takte von Place to Be, dem Opener von Good. (Punkt gehört zum Namen) waren die reinste Offenbahrung. Und ich bemühe mich gerade nicht zu übertreiben. Der Sound von Goodshirt ist dermaßen einzigartig, dass ich bis heute wirklich keine Band gefunden habe, die auch nur annähernd an den Stil der Jungs aus Grey Lynn herankommen. Vermutlich gibt es sowas zwar irgendwo, aber vermutlich müssen sich solche Soundvisionäre mit chronischer Erfolglosigkeit abfinden.

Der Mangel an Vergleichsmöglichkeiten zwingt mich nun irgendwie dazu, den Sound in Worte zu fassen. Und das ist nicht einfach. Im großen und ganzen ist die Musik von Goodshirt Indiepop von der rockigen Sorte. Dazu kommen Synth-sounds und eine für mich immer noch kaum fassbare Begabung, Songs zu schreiben, die es so irgendwie noch nie gab. Das zeigt sich auch bei dem Song Green, der vermutlich ausschlaggebend für den Bandnamen war. Mit gerade einmal 2:05 Minuten Spielzeit ist der Song unglaublich knackig und kurz, aber eben auch unglaublich gut. Innovativ ist vielleicht das beste Wort für meine Begeisterung. Nächster Song ist Blowing Dirt, ein etwas ruhigerer Song, der aber auch wieder das sehr eigenwillige Songwriting von Goodshirt herausstellt.

Slippy gehört dann zu den absoluten Highlights, nicht nur des Albums sondern der ganzen Diskographie der Band. Musikalisch ein Meisterwerk, überzeugt hier auch das Textkonzept. Es handelt sich dabei um Textschnipsel einer Zeitungs-Anzeigenseite. Das bringt einen der lustigsten Texte, die ich persönlich kenne. Danach gehts weiter mit Everyday, einem Instrumentalstück, das wieder ein bißchen Ruhe in die Platte bringt, und damit den Weg für Sophie freimacht. Sophie schaffte es sowohl in Neuseeland als auch in Australien auf Platz 1 der Charts, und ich kann nur sagen völlig zurecht.

Merrilands Domain schließt auch eher wieder in ruhigen Tönen an, führt aber das Konzept des Albums in guter Weise fort. Auch Catch this Light bleibt sehr ruhig. Hat aber eine Harmonie, die sämtliche Lehren der Musik in Frage zu stellen scheint. Ich liebe es. Monotone stimmt dann Töne an, die vielleicht entfernt ein bißchen an Blur erinnern. Zumindest zunächst. Spätestens wenn der Synth dann die Bridge intoniert, vergisst man diesen Vergleich aber ziemlich schnell wieder. Mousey schlägt dann eine ganz andere Richtung ein, und ich muss zugeben, dass dieser Song einem durchaus auch auf die Nerven gehen kann. Aber eingerahmt von so viel guter Musik fällter eigentlich gar nicht negativ ins Gewicht. Eine ganze Platte davon wollte ich aber nicht hören.

Der Endspurt wird von Long Last Day eingeleitet, einem sehr ruhigen Song, der aber hervorragend geeignet ist, die Welt um einen herum zu vergessen. Schluss ist dann mit Mud Sky. Einem ebenfalls eher ruhigen Song, der insbesondere durch die elektronisch veränderte Gesangsstimme auffällt.

Ich denke mir ist es nicht gelungen, auch nur annähernd der Begeisterung gerecht zu werden, die Goodshirt bei mir auslösen. Ich kann wirklich nur empfehlen die Platte zu kaufen und selbst kennen zu lernen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich die Scheibe auch hervorragend als Soundtrack für einen Roadtrip durch Neusseland eignet. Ein kleines Hinderniss ist vielleicht, dass es Goodshirt in Deutschland nicht zu kaufen gibt. Dafür gibts aber ja das Internet. Und damit meine ich Online-Shops! Zum Schluss noch die Wertung: Volle Punktzahl plus volle Begeisterung!

Mangels der Möglichkeit, mp3s zum Verlinken zu finden, muss ich mich mal wieder YouTubes Embedfunktion bedienen. Das hat im Falle von Goodshirt aber den Vorteil, dass ihr in den Genuss von sehr witzigen One-Shot Videos kommt. Der Einfachheit halber sind die Videos nach ihrer Reihenfolge auf Good. sortiert.

Place To Be

Green

Blowing Dirt

Sophie

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