Retrozension | Fun lovin’ Criminals – Come find Yourself

Fun Lovin' Criminals - Come find YourselfManchmal, aber nur manchmal soll Musik einfach nur Spaß machen. Ich denke da mir Garantie nicht an so Dinge die man auf Malle als Musik bezeichnet und auch die akustischen Extremausfälle, die manche Menschen sich beim Après-Ski so antun sind nicht, an was ich gerade denke.

Vielmehr habe ich gerade, und das ganz wortwörtlich, die Musik der Fun Lovin’ Criminals im Kopf. Ganz speziell das Album Come Find Yourself aus dem Jahr 1996. Das Erstlingswerk der Band aus NYC macht nämlich einfach tierisch Spaß und lässt sich nicht nur als Musik bezeichnen, man kann sogar mit Fug und Recht behaupten, dass es sich dabei um ausgezeichnet gute Musik handelt.

Der Musikstil lässt sich als Alternative Rock, bzw. Alternative Hip-Hop klassifizieren. Dabei entfalten die Jungs einen Charme, der einen mitnimmt und extrem aufheitern kann. Der Opener Fun Lovin’ Criminals folgt der Tradition vieler Hip-Hop Alben (so zumindest mein Klischee davon) zunächst einmal die Band zu “introducen”. Macht aber nix, außer Spaß. Reiner Hip-Hop ist ziemlich was ganz anderes. Ich würde hier eher eine Melange aus Rock mit leichten jazzig-loungigen Einflüssen unterstellen. Passive-aggressive folgt diesem Stil, wie überhaupt so ziemlich das ganze Album und eignet sich so fast zur Tiefenentspannung. Hier bricht lediglich der Refrain mit krass-verzerrten Gitarrensounds ein wenig aus dem Schema.

Scooby Snacks gehört dann wohl zu DEN Kultsongs der Band. Angereichert mit zahlreichen Originalton-Zitaten aus Quentin Tarantinos Meisterwerken Pulp Fiction und Reservoir Dogs. Dazu ein ziemlich cooler Bassriff und ganz Tarantino typischen Gitarrensounds ist der Song zu Recht gut bekannt und kann durchaus auch ein Albumhighlight genannt werden. Smoke ’em zeigt sich dann wieder ganz entspannt. So lässige Bassriffs kennt man ziemlich wenige. Wirklich toll. Dazu die sehr relaxte und voluminöse Stimme von Hugh “Huey” Morgan. Das passt einfach vorne und hinten.

Bombin’ the L erinnert mich dann ein bißchen an die Beastie Boys, aber eigentlich nur vom Gitarrenriff. Wirklich begründen kann ich es nicht. Die Nummer ist auf jeden Fall eine der hektischeren auf dem Album. Soll aber keine Kritik sein. Nach der Hektik muss dann natürlich wieder eine Nummer wie I can’t get with That kommen. So sanft …….. .

So gehts dann im Grunde auch weiter. Mal ein bißchen schneller, mal wieder hundertprozentig relaxt, aber immer mit Klasse und dem nötigen Funk. Besonders hervorheben möchte ich da noch das Louis Armstrong Cover des James Bond Soundtrack-Songs We have all the time in the World. Wenn man schon versucht Louis Armstrong zu covern, dann kann das fast nur so funktionieren. Wirklich gut. Auch Methadonia sollte als Highlight nicht unerwähnt bleiben. Könnte übrigens fast von Barry White sein, aber nur fast. Außerdem I can’t get with That in der Schmoove Version. Mein perönlicher Favorit auf dem Album.

Die Fun Lovin’ Criminals gehören zu den erstaunlichen Musikern, denen es gelingt den Spaß den SIe beim musizieren haben zu 95% direkt an die Hörer weiterzugeben. Zwischen all dem eher schwermütigen Zeug, dass ich sonst so höre muss ich den FLC wohl das Etikett “Ausnahme” deutlich anheften. Ich freu mich aber, dass mir die Musik empfohlen wurde. Come Find Yourself ist eine wirkliche Erweiterung meiner Musiksammlung und wird immer wieder mal ausgiebigst gehört.

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