Recently Released | Foo Fighters – Wasting Light

Zugegeben, ich habe lange gebraucht, bis ich diese Rezension fertig hatte. Das lag zum Einen daran, dass ich momentan einfach wenig Zeit finde überhaupt zu bloggen, das lag aber auch daran, dass Ich sicher gehen wollte das Album der Foos auch richtig verstanden zu haben. Nun, davon bin ich jetzt überzeugt. Ob mich das Album auch überzeugen konnte? Weiterlesen!

Sie haben es endlich wieder getan. Die Foo Fighters haben am 15. April ihr sechtes Studioalbum Wasting Light veröffentlicht. Die gute Nachricht gleich vorweg: es wird wieder zünftig gerockt. War der Vorgänger Echoes, Silence, Patience, Grace eher ein sanftes Album, werden auf Wasting Light endlich wieder die Verzerrer auf voll gedreht und Gas gegeben. Das weckt wieder Hoffnungen nach Foo Fighters wie man sie nicht unbedingt im Radio spielen wird, und das wäre nach der Single Wheels ganz eindeutig ein Kompliment.

Leider sind Träume aber Schäume. Das Album rockt zwar Standesgemäß, es finden sich aber keine wirklichen Hymnen à la Hero oder Everlong auf dem Album. Selbst typische Songstrukturen, die die Foos auf ihren alten Alben so spielend einzubauen wussten, fehlen leider völlig.

Das ist dann auch das Kernproblem. Die Foos schaffen endlich wieder das geladene Album, dass man sich schon beim letzten Mal gewünscht hat und man will es geradezu lieben, aber die Suche nach Highlights fällt erschreckend schwer. Es ist nicht etwa so, dass die Songs schlecht wären oder am Ende gar die Produktion nicht passen würde. Es ist vielmehr so, dass die Songs nicht überraschen. Sie sind handwerklich wirklich gut, es macht sich aber der Eindruck breit, dass die Foo Fighters seit ihrem eingeschlagenen Erfolgsalbum In Your Honor ein wenig bequem geworden sind.

Genau genommen besteht ganz akut die Gefahr, dass die Band zum neuen Bon Jovi mutiert. Das wäre der grösste anzunehmende Unfall.
Es gibt aber auch viel Gutes auf Wasting Light. Insbesondere die etwas ruhigeren Nummern können da weitgehend überzeugen. So wird I should have known zum echten Highlight des Albums und lässt die leider überwiegende Mittelmäßigkeit des übrigen Werks ein Stück verzeihen.

Ein Fazit muss leider eher nüchtern ausfallen. Ich wollte mich begeistern lassen, ich war wirklich heiß auf ein Foo Fighters Album, dass endlich mal wieder ordentlich Drive hat. Leider hat Wasting Light wenig mehr als Drive zu bieten. Es finden sich keine neuen Evergreens und es bleibt im Grunde eine Sammlung von 11 Songs, die sich nur wenig voneinander absetzen und die zwar alle für sich gute Rocknummern sind und nach Foo Fighters klingen, aber nicht die Erwartungen an Foo Fighters erfüllen können.

Es scheint als wären die Foos damit an dem Punkt angekommen, an dem man sich durch Verweis auf analoge Aufnahmetechnik und die Rückbesinnung auf die heimische Garage davon abzulenken versucht, dass das Mojo fehlt. Ich hoffe die Band kann sich davon wieder erholen.

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Flip-Book | Foo Fighters – Wheels

Die Foo Fighters bringen ja derzeit ein Greatest Hits Album mit dem über alle maßen kreativen Namen Greatest Hits raus. Und wie das mittlerweile so üblich ist drängeln sich da so der ein oder andere neue Song mit auf die Compilation, um auch alten Fans einen Kaufanreiz zu liefern.
Nun, ich für meinen Teil werde da nicht drauf reinfallen und es verschmerzen, zwei Songs eben nicht zu besitzen. Netterweise haben aber die Foos zumindest zu Wheels, einem der beiden neuen Songs, ein Video veröffentlicht. Also, anklicken und genießen. Nichts besonderes, aber in jedem Fall ein netter Song.

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Retrozension | Foo Fighters – In Your Honor

Foo Fighters - In Your Honor Lange Zeit hatte die Band um Dave Grohl bei mir einen schweren Start. Das änderte sich erst 2005 mit Erscheinen des Doppel-Longplayers In Your Honor. Dafür war der Einstieg in die Diskographie dann umso rasanter; innerhalb weniger Monate konnte ich so sämtliche Alben nach und nach in meine Sammlung aufnehmen.

Kommen wir aber zunächst einmal auf In Your Honor zu sprechen. Verpackt im schönen Digipack, besteht das Album musikalisch aus zwei Teilen mit jeweils exakt 10 Songs. Das raffinierte daran ist, dass der erste Albumteil knallhart rockt, während der zweite eher melancholische, akustisch arrangierte Liederchen enthält. Zudem befindet sich auf den Rückseiten der CDs (ja, auch eine CD hat eine Rückseite) jeweils eine DVD-Schicht, die auf  Disc Eins eine kleine Making-of Dokumentation zum Entstehen des Albums enthält und auf Disc Zwei einen 5.1 Surround-Mix des gesamten Albums, abspielbar zum Beispiel auf dem heimischen Computer. Wer sich jetzt wundert, dass die eigene Version des Albums nicht so umfangreich ausgestattet ist, der hätte ebenso wie ich im CD-Handel auf die teurere Limited Edition optionieren müssen. Ob sich so etwas lohnt ist Geschmackssache, ich denke aber schon.

One

Anders als etwa die Smashing Pumpkins auf Mellon Collie and the Infinite Sadness haben die Foo Fighters sich erspart, eigene Titel für die zwei Silberlinge zu suchen. So heißt Disc Eins schlicht und ergreifend One, wie die zweite Scheibe heißt, verrate ich später. Musikalisch steigen die Foos gleich voll ein. Der Opener In Your Honor ist sowas von ehrlichem, uramerikanischem Alternative Rock, dass man den Song eigentlich nur lieben kann. Wer die Foos schon vorher kannte wird insgesamt eher wenig überrascht gewesen sein. Für mich öffnete sich damals aber eine neue Welt da, wie ich eingangs schon erwähnte, dies meine erste ernsthafte Begegnung mit den Foos war. Die Musik ist so unglaublich reif, so erwachsen und doch unverfälscht, dass ich mich ernsthaft frage, wie ich so ein Phänomen so lange nicht für mich entdecken konnte. No Way Back macht da keinen Unterschied. Dave Grohl spielt sein Gesangstalent voll aus und reißt einfach mit. Wer da mithören kann ohne den Takt wenigstens zu klopfen ist musikalisch vermutlich tot.

Best of You ist dann die erste Single aus In Your Honor und war für mich mit der Grund die 17 oder 20 Euro in die CD zu investieren. Das Video dazu ist zwar nach meinem Befinden reichlich einfallsfrei inszeniert, hat aber seinen Zweck was mich betrifft wie man sieht völlig erfüllt. Weiter rockts ohne Pause und ohne wesentliche Tempovariation durch DOA, Hell und The Last Song, der eigentlich wirklich an ein Albumende gehört hätte und zwar nicht nur aus textlichen Gründen. Free Me macht aber schnell klar, dass das Ende des Rock noch lange nicht gekommen ist und so bretzeln die Foos noch ein bißchen weiter.

Resolve ist meines Wissens die zweite Singleauskopplung des Doppelalbums gewesen und gefällt mir persönlich besser als Best of You, aber im Grunde haben Singles ja auch glücklicherweise nichts bis nicht viel über die Qualität von Alben zu sagen. Zwischen den beiden Singles lassen sich auch hier acht hervorragende Rocksongs entdecken, die den beiden Singles in nichts nachstehen. Der ruhigste Song auf One ist dann The Deepest Blues are Black. Eine kleine Pause kann aber ja auch wirklich nicht schaden. Den Abschluss von One macht dann End Over End, ein Song der ebensogut wie The Last Song als Plattenabschluss funktioniert. Hier kann man der Band höchstens vorwerfen, sich nicht zwischen den Nummern entschieden zu haben und zwei “Rausschmeisser” auf eine CD gepackt zu haben.

Two

Der pfiffige Leser hat es sich wahrscheinlich schon denken können. Die Zweite Disc trägt analog zur Bennenung der ersten den schlichten Namen Two. Still leitet die Scheibe mit sphärischen Klängen ein. Dazu spielt ein recht simples aber völlig ausreichendes Gitarrenriff bis Dave Grohl mit sanfter Stimme einsetzt. Schnell wird klar: hier ist träumen erlaubt. In ruhigem Tempo wird der Melodie Raum gegeben, sich zu entfalten. Die Band experimentiert mit anderen Elementen als auf One und scheint sich dabei nicht im Mindesten unwohl zu fühlen. What if I do? steigt dann direkt hitverdächtig hinterher. Eine unglaublich anschmiegsame Melodie in Verbindung mit einem direkt eingängigen aber nicht nervig naivem Refrain, das ist Songwriting wie man es nicht jeden Tag zu hören bekommt.

In die selbe Kategorie passt Miracle. Hier stimmt einfach alles: Melodie, Instrumentierung, Stimmung. Led Zeppelin-Legende John Paul Johnes ist hier übrigens am Piano zu hören. Danach darf er dann noch für Another Round in die Mandolinensaiten greifen. Das Tempo bleibt verhalten, die Grundstimmung eher nachdenklich aber nicht depressiv; schön und ergreifend. Friend of a Friend ist das am simpelsten arrangierte und produzierte Stück: nur Dave mit viel Hall in der Stimme und einer Akustikgitarre in den Händen. Textlich lassen sich hier ohne Zweifel Geschichten zu Kurt Cobain erkennen. Das hat einen guten Grund, denn der Song ist nach Aussage von Dave Grohl der erste Song den er überhaupt jemals geschrieben hat – und zwar noch zu Nirvana-Zeiten.

Over and Out wirkt dahingegen wieder wie ein musikalischer Qunatensprung. Extrem klare Gitarrenklänge und diese Stimme … ich bin begeistert. On the Mend schließt sich da insgesamt perfekt an und lässt einen gerade weiter in seinen Gedanken schwelgen. Virginia Moon, aufgenommen mit Norah Jones, die sowohl Pianoklänge als auch Gesang beisteuert, gehört der Song für mich zu den Perlen des gesamten Albums. Gitarre spielt hier übrigens niemand aus der Band sondern Joe Beebe, der mir dennoch völlig unbekannt ist.

Cold Day in the Sun wirkt dann fast ein bißchen unpassend auf Two. Im Grunde handelt es sich dabei um einen ganz eindeutig rockigen Song. Singen darf hier Drummer Taylor Hawkins. Der Song ist gut, aber passt nicht 100%-ig ins Konzept. Einen Tiefpunkt möchte ich das aber ausdrücklich nicht nennen. Razor ist dann der sehr spannende Abschluss des zweiten Albumsteils. Josh Homme von QOTSA darf die Gitarre bedienen, Dave singt gedankenverloren auf grandios schöne Weise das sehr ergreifende Liedchen.

Ich habe mittlerweile mehrfach in Foren und Bewertungen gelesen, dass In Your Honor nicht zu den stärksten Momenten der Foos zählen soll. Wie man zu einem solchen Schluss kommen kann, erschließt sich mir auch heute, nachdem ich alle Albend der Band kenne, nicht. Für mich zählt das Album zu den klaren Highlights der 2000er und ich bin froh, die Foos dann doch noch für mich entdeckt zu haben. Auch wenn es ketzerisch klingen mag: Ich bin mir sicher, dass Kurt Cobain keine besseren Songs hätte schreiben können, würde er noch leben.

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Recently Released | Foo Fighters – Echoes, Silence, Patience & Grace

Foo Fighters - Echoes, Silence, Patience & GraceBevor ich mich dem eigentlichen Titel des Posts zuwende, noch eine kurze Erklärung zur Funkstille der letzten Woche. Ich habe am Montag meine neue Arbeitsstelle angefangen. Und als wäre das alleine nicht schon genug Grund mal ein wenig kürzer zu treten, kommt erschwerend hinzu, dass ich täglich knapp vier Stunden unterwegs bin, um zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen. Nun ja, meine Wohnungssuche läuft und dürfte mich daher hoffentlich bald näher an meine Arbeitsstelle bringen und mir dann auch wieder mehr Blog-Zeit bieten.

Wegen meiner veränderten Lebensumstände kam ich im Übrigen auch erst heute morgen dazu, mir die neue Foo Fighters Platte zuzulegen – und damit wären wir wieder beim eigentlichen Thema angekommen. Gestern erschien nämlich das von mir heiss ersehnte Album Echoes, Silence, Patience & Grace. Der Titel selbst führt glücklicherweise dann doch in die Irre, denn anstatt uns mit buddhistischem Gedankengut ins Nirvana (Wortspiel-Alarm!) zu erleuchten, bringen die Foos wieder einmal ein sehr gutes und deutlich rockiges Album auf die Beine. Nach dem Mega-Erfolg von In Your Honor sicher keine leichte Aufgabe. Nach meiner Erfahrung ist es immer schwierig nach einem Doppelalbum wieder voll zu überzeugen.

Den Einstieg schafft Echoes, Silence, Patience & Grace aber spielend. Schon der Opener The Pretender, der gleichzeitig auch die erste Single darstellt, fasst die ganze Spannbreite, die man noch von In Your Honor im Ohr hat, in einem Song zusammen und weckt Hoffnungen auf Foo Fighters typische Rock-Eskapaden. Ein wirklich grandioser Song.

Es kommt dann aber doch etwas anders als erwartet. Bereits der zweite Song Let It Die beginnt dann doch wieder etwas ruhiger als man erwarten würde. Und hält die ruhige Grundnote auch ziemlich lange durch. Erst kurz vor Schluss erlauben die Gitarren sich den Verzerrer dazu zu bringen. Sind das noch die Foos? Bislang kannte man sie eher als Entweder-Oder-Band. Entweder es rockte was das Zeug hält, oder eben es wurde ein ruhiger Song gespielt, aber auch das dann eben konsequent. Jetzt auf einmal entdecken die Jungs um Dave Grohl die Dynamik und Akkustikgitarre?

So ist es wohl, und das scheint mir zumindest kein Fehler zu sein. Die Songs erhalten dadurch eine angenehme Tiefe und zeigen, dass der ruhige Teil des letzten Albums wohl doch seine Spuren hinterlassen hat. Der ruhigeren Songsstruktur ist es dann wohl auch geschuldet, dass die Produktion ungewohnt klar erscheint. Dave Grohl singt sehr genau und lässt neue Qualitäten in seiner Stimme zum Vorschein kommen.

Insgesamt ist der erste Eindruck von Echoes, Silence, Patience & Grace ein sehr guter. Das Album ist nicht das knüppelharte Rock-Album, dass die Single The Pretender vermuten lies. Es ist aber auch nicht die weichgespülte Esotherik-Platte, die der Titel suggeriert. Im Grunde haben die Foos ihr Album In Your Honor durch den Fleischwolf gedreht und das beste daraus in 12 (bzw. 13 in der Bonusversion) Songs verpackt. Dabei ist die Band gewachsen und die Qualität der Arrangements unweigerlich gestiegen. Ein wirklich gutes Album von dem ich mir sicher bin, dass es in der nächsten Woche noch einiges Tiefe und Größe gewinnt, je öfter ich die Gelegenheit habe mich reinzuhören.

Wirklich gut und mit Potenzial zu 5 Sternen

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News & Rumors | Releasedatum für Foo Fighters – Echoes, Silence, Patience and Grace

So langsam wird es offiziell. Das Releasedatum für das nächste Foo Fighters Album wurde jetzt endgültig mit dem 21. September bekannt gegeben. Ich freu mich schon wie Bolle auf das neue Album der Band um Dave Grohl.

Die erste Singleauskopplung The Pretender ist bereits seit längerem auf dem MySpace-Auftritt der Band zu hören. Kurzzeitig geisterte jetzt auch schond das Video zur Single auf YouTube rum, wurde aber aufgrund einer Beschwerde der Plattenfirma wieder runtergenommen.

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For Your Interest | Foo Fighters Album vorbestellen – Single geschenkt bekommen

Foo Fighters - Echoes, Silence, Patience & GraceIm offiziellen Newsletter der Foo Fighters wurde verkündet, dass jeder, der sich das neue Album Echoes, Silence, Patience and Grace vorbestellt, die Single The Pretender automatisch und sofort erhält. Das Angebot bezieht sich ausschließlich auf den iTunes Store und schließt Frankreich aus.

Angesichts der Tatsache, dass die Single bereits überall im Internet rumschwirrt, klingt das Angebot nach mehr, als es wirklich ist. Die Single bezahlt man durch den Kauf des Albums ja eh mit. Dennoch eine gute Aktion, die die Vorbestellungen sicherlich anheizen dürfte. Ich selbst werde mir aber lieber die Hardware-Version des Albums zulegen.

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