News & Rumors | Bush kommt zurück

Die bessere Nachricht zu erst: George W. ist nicht gemeint und meines Wissens hat sich auch seine Tochter bislang nicht darum bemüht, dem Weißen Haus Ihre nicht gerade unauffälligen Zähne zu zeigen.

Die andere Nachricht dreht sich dann nun um die Band Bush. Wir erinnern uns kurz: Bush kamen aus Sheperds Bush in London, machten gute Grunge-/Alternative-Musik und brachten Frauen zum dahinschmelzen ob des zugegebenermaßen nicht ganz hässlich geratenen Frontmanns Gavin Rossdale, seineszeichens Ehemann der deutlich besser bekannten Gwen Stefanie.

Nun, Gavin hat sich ein Herz gefasst und bringt die Band wieder zusammen, ganz Blues Brothers-mäßig. Allerdings will die Band nicht so sehr, weshalb genau genommen nur der Drummer Robin Goodridge zu überzeugen war. Der Rest, also ziemlich exakt genau die Hälfte, bleibt zu Hause und schaut sich das Ganze aus der Ferne an.

Ob diese “Reunion” am Ende hält was sie ganz sicher nicht verspricht bleibt abzuwarten. Im Oktober soll das neue Album Everything Always Now zu haben sein. Bis dahin heißts geduldig warten … oder halt eben nicht.

EDIT: Auf Soundcloud gibts sogar einen ersten Höreindruck.

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Retrozension | Bush – Golden State

Zeit mal wieder ins Plattenregal (ok, ich gebs zu, es sind nur CDs) zu greifen und einen alten Schinken anzuhören. Bushs Golden State erschien Ende 2001 und markierte das Ende der Band, dass trotz einer Comeback-Ankündigung 2008 meines Wissens bis heute Stand der Dinge ist.

Golden State darf man tatsächlich einen alten Schinken nennen. Das Album klingt mittlerweile schon deutlich angestaubt. Der Sound ist/war typisch für Bush, allerdings ist das Album wenig aufregend. Vor allem nach dem doch relativ experimentierfreudigen The Science of Things verblaßt Golden State deutlich.

Das bedeutet jetzt nicht, dass das Album grundsätzlich als schlecht zu bezeichnen wäre. Es macht sich eher der Eindruck breit, dass die Band einfach unmotiviert war und daher beim Songwriting nicht mehr die Zeit investiert hatte, die notwendig gewesen wäre. So wurde das Album auch kommerziell kein großer Erfolg und die Auflösung der Band folgte auf dem Fuße.

Eigentlich birgt das Album aber durchaus gute Rocknummern. Da wären The People That We Love, Hurricane oder Reasons, die alle zeigen, dass die Band wirklich für gute Grunge-/bzw. Alternativerocknummern stand. Auch wirklich gute ruhige Stücke finden sich mit Inflatable und Out of this World.

Allerdings passte das Album irgendwie nicht mehr so richtig in das neue Jahrzehnt. Zu jammerfreudig, zu wenig Fortschritt im Klang. Die Band hatte ihren Zenit hier schon überschritten. Hier hätte sich die Band wohl eher ein Stück weit neu erfinden müssen. Das hat sie leider verpasst. Die Bandmitglieder trennten sich 2002 auch nicht gerade in enger Freundschaft, was sicher auch am Riesenego von Frontmann Gavin Rossdale lag.

So bleibt Golden State vor allem als Marker des Endes der Band in Erinnerung. Trotzdem ist Golden State ein insgesamt gutes Album gewesen. Leider kam es ein paar Jahre zu spät auf den Markt.

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Retrozension | Bush – The Science of Things

Mit ihrem dritten Album machten Bush musikalisch einen großen Schritt in Richtung Modernisierung des eigenen Stils. Erschienen ist der Longplayer im Jahr 1999, also nach etwa dreijähriger Releasepause. Etwas über 50-Minuten Bush-typische, schwer melancholische Grunge-Rock Mucke, die mir damals zunächst nur mittelmäßig gut gefiel.

Grund hierfür war die Vermischung der bis dahin eher klassischen Bandbesetzung mit elektronischen Elementen. Nun, ich war jung und da neigt man ja gerne dazu, etwas übermäßig polarisiert zu denken. The Science of Things schaffte es aber nach ein paar Tagen, auch mir wirklich gut zu gefallen.

Von der Andersartigkeit der Musik merkt man beim Opener Warm Machine zunächst noch nicht so viel. Aber schon das darauf folgende Jesus Online klingt ein bißchen, als ob im Hintergrund jemand Depeche Mode dazugemischt hätte. Noch stärker dringen dann die elektronischen Beats bei The Chemicals Between Us zu Tage. Trotz alledem bleiben die Songs jederzeit eindeutig als Bush-Kompositionen zu erkennen.

Der vierte Song offenbart eine andere Stilwandlung von Bush. English Fire verzichtet im Grunde komplett auf eine eingängige, herzerweichende Melodie und malträtiert dafür umso mehr mit brachialen Gitarrenriffs und Schlagzeugbeats. Das aber selbst hierzu noch Streicher spielen gehört wohl zu den Eigenheiten von Gavin Rossdale. Spacetravel und 40 Miles from the Sun bieten wieder eher gewohnte Bush-Klänge. Auch Prizefighter bringt musikalisch keine nennenswerten Überraschungen, dafür trumpft The Disease of The Dancing Cats mit einem hübschen und relativ harten Gitarrenriff in der Bridge auf.

Altered States bringt dann im Intro eine Menge Elektronica mit, die sich auch in Teilen im Song selbst fortsetzt. Dabei entwickelt sich der Song durch einen sehr spannenden Refrain zu einem der Highlights der Platte, insbesondere weil hier wieder etwas mehr Hang zur Experimentierfreude durchscheint. Die letzten drei Songs Dead Meat, Letting the Cables Sleep und Mindchanger schließen dann das Album wieder mit typisch Bushigen Nummern zwischen Rock und Seelen-/Herzschmerz.

Alles in allem gehört The Science of Things zu den wirklich guten Alben von Bush – ok, bei einer Gesamtschnittmenge von nur vier ist das nicht so schwer zu erreichen. Dennoch muss ich sagen, dass ich Bush insgesamt nur selten noch bewusst höre. Das liegt vor allem an der sehr stark depressiven Grundstimmung,  die allen Bush-Kompositionen zugrunde liegt, und die mittlerweile nur noch sehr wenig mit meinem Leben zu tun hat. In meinen düsteren Teenie-Jahren sah das natürlich noch anders aus. Dennoch ist The Science of Things kein schlechtes Album, und wenn man die richtigen Momente erwischt, das Album zu Hören, dann macht es auch heute noch wirklich viel Spaß.

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Retrozension | Bush – Razorblade Suitcase

Bush - Razorblade SuitcasÜber das Phänomen “Grunge von der Insel” habe ich ja bereits mit meiner Retrozension zu Sixteen Stone resümieren können. Nun, die Briten der Kombo Bush liesen es sich im Jahre des Herrn 1996 nicht nehmen, einen Nachfolger unters wartende Volk zu bringen. Covertechnisch mit wesentlich mehr Farben bedacht als der Vorgänger, brachte auch das zweite Album aus Sheperd’s Bush, London Grunge der feinsten Sorte.

Ohne sich von dem typischen Bush-Sound zu verabschieden, aber finanziell offenbar deutlich besser ausgestattet, merkt man der Produktion zunehmende Professionalität an. Der Sound ist klarer, dichter und ausgewogener als noch auf dem Debutalbum zu hören. Songtechnisch erlebt der geneigte Hörer keine bösen Überraschungen, aber ein zunehmendes Maß an – sagen wir mal Depression.

Hatte der Vorgänger Sixteen Stone noch den Charme von ständig durchscheinender Lebensfreude, geht diese auf Razorblade Suitcase zunehmend den Bach runter. Das ist nicht unbedingt störend, schließlich machte die Borderline-Störung immer einen wesentlichen Faktor des Grunge-Appeal aus, lässt aber ein wenig der Frische von Bush verblassen.

Um das gleich mal vorwegzunehmen: Razorblade Suitcase ist durchweg ein würdiger Nachfolger zum Debut. Es bietet Herzschmerz-beladene Songs wie Swallowed, Straight no Chaser oder Bonedriven, weiß aber in alledem auch richtig böse zu rocken wie man etwa beim Opener Personal Holloway und Songs wie Greedy Fly, Insect Kin oder auch Synapse zu Hören bekommt. Dennoch bin ich mir sicher, dass bei dem einen oder anderen Song eine etwas weniger leidbelastete Gesangslinie dem Herren Rossdale sicher auch gut gestanden hätte.

So aber wird Razorblade Suitcase ein Album der besten Brückenspringertradition das ideal geeigent ist, um von pubertierenden, immer viel zu traurigen Teenies wie ich mal einer war gehört zu werden. Leider verliert es aber ein Stück des Reizes wenn man dann mal erkannt hat, dass das Leben zwar immer komplizierter wird, aber dennoch einen Heidenspaß machen kann. Gelegentlich kann man mal wieder in Erinnerungen schwelgen und den Soundtrack seiner Jugend genießen, wirklich häufig hört man aber dann doch nicht mehr rein. Dennoch gehört Razorblade Suitcase zu den Guten und ist ein Stück Anerkennung wert.

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Retrozension | Bush – Sixteen Stone

Bush - Sixteen StoneMeist lässt sich ja sehr klar am Klang einer Band erkennen, wo sie geographisch ihre Wurzeln hat. So klingen Pearl Jam, Soundgarden und Stone Temple Pilots unverkennbar amerikanisch, ebenso kann man behaupten, dass wohl niemand Blur, Oasis oder die Arctic Monkeys nicht der britischen Insel zuordnen würde. Ganz anders dagegen liegt die Sache mit Bush. Die mach(t)en nämlich astreinen Grunge-Rock, ohne auch nur einen Hauch von britischer Atmosphäre in ihre Songs einfließen zu lassen.

Sixteen Stone ist das Debütalbum der Band aus Sheperd’s Bush in London – Ähnlichkeiten mit dem Bandnamen sind weniger als zufällig. Das Album, welches in Eigenregie durch die Band produziert und veröffentlicht wurde erschien im Frühjahr 1994 und konnte, wenig überraschend, besonders auf dem amerikanischen Markt einige Käufer finden.

Auch meine erste Begnung mit der Musik von Bush fand über Sixteen Stone statt. Häufig wurden die Band und das Album ja als Nirvana-Klone betitelt. Ein Etikett, dass man so absolut nicht stehen lassen kann. Zu eigenständig kommen die Songs und der Sound daher. Insgesamt finden sich derer 12 auf dem Album, auch wenn das Cover den Song Alien einfach hinten runter fallen lässt. Dafür könnte man streng genommen das punkige, in deutsch angezählte X-Girlfriend als Nicht-Song bezeichnen, womit man wieder bei 11 wäre. Daran sollten wir uns aber wirklich nicht stören.

Was sich dem Hörer präsentiert ist dann auch vom ersten bis zum letzten Song (egal bei welcher Edition des Albums) absolut geradliniger Alternative Rock der eigenständigen Sorte. Die Stimme von Gavin Rossdale überzeugt mehr noch als sein nervig gutes Aussehen (wer Videos von Bush kennt, weiß was ich meine). Die Songs rocken richtig gut und das Gesamtkonzept des Albums wird durchgehalten. Ich kann gar nicht aufzählen wie viele Nachmitttage ich früher damit verbracht habe zur CD die E-Gitarre zu spielen. Das machte höllisch Spaß und würde es wahrscheinlich auch heute noch. Highlights des Albums sind wohl Comedown, Machinehead, Testosterone – mit wirklichen guten Lyrics -, Glycerine und Alien.

Insgesamt macht Sixteen Stone wirklich Spaß, auch wenn ich zugeben muss, dass die CD in letzter Zeit sehr selten den Weg in meine Ohren gefunden hatte. Nachdem ich jetzt für diese Retrozension mal wieder das Vergnügen hatte, könnte das aber wieder öfter der Fall sein. Für volle Punktzahl reicht es dennoch nicht. Da fehlt mir ein bißchen der Innovationsgehalt und das gewisse Etwas. Aber vier Sterne sind ja auch sehr respektabel …

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