You Asked For It | The Ninja Stars – The Spirograph Heroes

Eine nette Email erreichte mich vor ein paar Tagen aus Dänemark:

Hi! We are the NiNjA StARS, a Danish duo. We have just finished our debut EP. It is called The Spirograph Heroes. U can listen to it (and download it for free at bandbase!) in its entirity on Myspace. We have been exploring the delights of cheap keyboards, distorted percussion + vox, no reverb & no compressors this time. We haven’t got a clue where we’re going the next time. We arranged, recorded and produced everything in 2 days, putting much effort into catching the restless energy of being spontaneous. We sure had fun. Hope you’ll enjoy & feel free to post the songs, or if you wish, the whole EP for free download on your blog!

Um ganz ehrlich zu sein, fast könnte man nicht mehr dazu schreiben und sagen, als es das Duo der Ninja Stars (man verzeihe mir, dass ich die Groß-/Kleinschreibeakrobatik im Namen missachte) schon selbst getan hat.

Vier Songs hat die Bands auf ihre Debut EP gepackt, und die sind wahrlich nicht wirklich in eine Schublade zu packen. Das kann nur schief gehen. Mein erster Eindruck beim Song Kick out my Teeth war irgendetwas zwischen Nine Inch Nails treffen ihre bösen Zwillinge und nehmen sich dabei nicht ernst. Das ist nicht hilfreich, aber ich habe ja nie behauptet, dass es hilfreich werden würde. Tatsächlich ist der Opener Kick out my Teeth sogar ein kleiner Geniestreich á la Ryan Holiday. Klingt von vorne bis hinten total billig aber doch so strotzend von Kreativität und coolen Einfällen, dass ich mit meiner Liebe zu skuriller Musik nicht wiederstehen kann.

The Spirograph Heroes (der Song) kann da leider nicht mithalten. Hier fehlt mir ein bißchen die humorige Idee, die ordentliche Melodie und die Abwechslung.

Besser wirds wieder mit Dumping Me, Dumping You. Hier kommen auch wieder die bösen NiN-Zwillinge dazu und machen Musik aus der Hölle. Sicherlich nichts was man laufen lassen sollte wenn man gerade romantische Stimmung erzeugen will, aber irgendwie machts trotzdem Laune. Und schnell vorbei ist es auch.

Die letzte Nummer Everyone Goes könnte dann fast von Mugison sein, und das kann man nur als Riesenkompliment sehen. Schräg, ruhig, melancholisch und verzaubernd schön. So darf/muss experimentelle Musik sein.

The Ninja Stars sind wohl eher keine Shooting Stars von morgen, aber für einen kleinen Ausflug zwischendurch ist die Musik wirklich mal was anderes und zeugt von viel Kreativität und Potenzial. Vielleicht, oder eher hoffentlich, folgt ja irgendwann mal ein Album. Das könnte spannend werden. Freunde skuriller Indiemusik sollten auf jeden Fall mal einen Abstecher zur MySpace-Seite wagen, da kann man die komplette EP anhören. Wer sie gleich ganz sein eigen nennen möchte kann sich das Werk auch auf Bandbase.com legal herunterladen.

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Recently Released | The Constellation Branch – The dream Life, the real Life, the empty Glass …

Self-Releases gibt es ja seit spätestens der Erfindung von MySpace und den ersten Erfolgsgeschichten á la Arctic Monkeys mindestens wie Sand am Meer. Wer ehrlich mit sich ist muss zugeben, dass das meiste davon eigentlich eher Schund denn gute Musik ist. Umso erfreulicher, wenn man dann doch mal wieder auf eine echte Perle aufmerksam wird.

So geschehen im Fall von The Constellation Branch. Nicorola.de brachte anfang Dezember einen eher unscheinbaren Post zum Debut von The Constellation Branch heraus, das bereits Anfang 2009 durch die Band veröffentlicht wurde. Der Artikel lies mich zumindest so neugierig zurück, dass ich mir auch sogleich das Album herunterlud und reinhörte. Seitdem erinnert mich die freundliche RTM-Kuh quasi täglich daran, dass ich eine Rezension zu diesem wirklich imposanten Release verfassen will. Jetzt da meine Blogpause vorbei ist komme ich endlich dazu.

The dream Life, the real Life, the empty Glass … darf ruhig und allen Ernstes als echtes Alternative-Konzeptalbum beworben werden. Dabei schaffen The Constellation Branch einen unwahrscheinlich dichten Sound, der ein wenig an Radiohead auf einem Heavy-Trip erinnert. TCB rocken gewaltig und kommen dabei dank sehr präzisem Schlagzeugspiel auch immer mal wieder in die Nähe von (hörbarem) Metal, sind aber doch insgesamt klar als Alternativegruppe einzuordnen.

Spannend macht das Album, dass das Prädikat self-produced Self-Release hier nicht bedeutet, dass man auf gute Produktionseinfälle verzichten müsste. Im Gegenteil versuchen The Constellation Branch hier auf oberstem Niveau mitzuhalten und schaffen das  auch. Hier und da merkt man vielleicht, dass der Sound etwas Tiefe vermissen lässt, aber das habe ich ehrlich gesagt bei manchen Labelreleases schon deutlich gravierender gehört.

Die Musik selbst ist abwechslungsreich, kreativ, originell und spannend geschrieben und inszeniert. Anfangs fielen mir noch jede Menge Assoziationen zu anderen Bands ein, mittlerweile muss ich eindeutig sagen, dass die Band einen sehr guten eigenen Stil repräsentiert, der vorwiegend durch die gesangliche Leistung und ein bißchen durch vereinzelte Gitarrenparts dezent an Radiohead erinnert. The Constellation Branch rocken aber deutlich verzerrter, etwas weniger verquer und mit einer anderen Agenda. Die Musik sprüht jetzt zwar auch nicht unbedingt vor Lebensfreude, ist aber doch deutlich lebensbejahender als alles, was Radiohead bislang herausgebracht haben.

Dadurch, dass das Album als Konzeptalbum angelegt ist findet man die klassischen Werkzeuge eines solchen vor: wiederkehrende Motive, ein Song in mehreren Sätzen und textliche Kontinuität. Das alles zusammen hinterlässt den erfreulichen Eindruck, ein Werk aus einem Guss zu hören und macht wirklich von vorne bis (fast) ganz hinten außerordentlich Laune. Nur der Hidden-Track hätte (wie eigentlich immer) nicht sein müssen. Der Gag des Hidden Tracks sollte mittlerweile ja eigentlich abgelutscht sein, aber irgendwie meinen die Künstler offenbar immer noch, dass die Hörer sich darüber freuen ein Album nicht per Repeat genießen zu können.

Alles in allem leisten The Constellation Branch aber etwas, von dem man gar nicht genug haben kann. Ein hervorragendes Album, verfügbar gemacht zum Nulltarif. Das Konzept scheint aufgegangen zu sein, der Tourkalender ist voll, unter anderem mit Terminen bei SXSW, dem Mega-Indie Festival in Austin, Texas.

Mein Vorschlag: Rüber zu MySpace, Reinhören (z.B. Re-Creation in Sleep), Runterladen (legal!), Abrocken (amtlich). The dream Life, the real Life, the empty Glass ist deutlich mehr als nur ein achtbares Debut. Das Album gehört für mich zu den positivsten Eindrücken aus 2009 und es muss das Prädikat Self-Release nicht als Entschuldigung mit sich herum tragen. Vielmehr müsste das ein oder andere Label-Release aus 2009 den Vergleich fürchten. The Constellation Branch spielen nämlich ganz oben mit.

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Recently Released | White Rabbits – It’s Frightening

Das Jahr fing gut an. Der erste Stapel CDs vom Popkiller enthielt neben Adam Arcuragi und Tommy Finke auch die CD der White Rabbits. Das erste der drei Alben, das ich einlegte war eben das der White Rabbits, und ich war schon beim ersten Song hellauf begeistert. Wie es sich herausstellen sollte, war es auch die einzige der drei CDs, die mich nachhaltig zu begeistern wusste. Adam Arcuragi fiel leider wegen Produktionsfehlern durch, Tommy Finke bekam einen sauberen Verriss, zeigte sich aber per Twitter zumindest  als guter Nehmer und retweetete mit den Worten: “Mein erster Verriss”. Es sollte nicht der letze sein, wie sich mittlerweile zeigte.

Aber zurück zu den White Rabbits. Die stammen eigentlich aus Missouri, leben aber wohl mittlerweile in Brooklyn, sind zu sechst (!)  und haben bereits im Mai letzten Jahres ihr Zweitlingswerk names It’s Frightening auf den US-Markt geworfen und immerhin eine Platzierung (#184) in den Charts erreicht. Im Januar kam das Album jetzt auch auf dem heimischen Markt in die Läden und ich muss sagen, dass sich ein Kauf sicher lohnt.

Die White Rabbits haben einen sehr eigenen Stil entwickelt Musik zu machen, die auch von Radiohead und Travis sein könnte, aber durch die White Rabbits-Note dann doch überraschend eigenständig klingt. Das gefällt mir persönlich wirklich gut. Schon der Opener Percussion Gun kann auf ganzer Linie überzeugen. Ein scheinbar simpler Rythmus bietet die treibende Kraft, doch wer versucht mal eben schnell mitzutrommeln kommt schnell dahinter, dass hier das Taktmaß doch auf spannende Weiße verschoben wird. Das ganze wird ganiert mit gut dosierten Gitarren und Klaviereinlagen (Bass gibts selbstverständlich auch). Dazu der sehr angenehme Gesang und fertig ist ein Song, der eigentlich nur als Hit bezeichnet werden kann. Da unsere heimischen Radiostationen aber mit dem Begriff erschreckend inflationär umgehen, sollte man einfach mal festhalten, dass es ein verdammt guter Indie-Rock-Song ist.

Rudie Fails macht gut weiter; etwas ruhiger aber wieder mit einem bestechend guten Percussioneinsatz und insgesamt großer Zurückhaltung in der Gesamtinstrumentierung. Trotzdem weiß die Nummer ordentlich zu rocken. Wirklich gut! Und gut geht es weiter mit They done Wrong/We done Wrong. Einer wunderbar melodiösen Nummer, die sich auch wieder mit einem sehr gut dosierten Instrumenteneinsatz zeigt. Treibende Kraft wie in allen Songs ist auch hier die gut ausgebaute, aber nicht aufdringliche Percussion-Sektion. Hervorragend untermalt durch simple aber effektive Gitarrenriffs und sparsame Klaviereinsätze. Überhaupt ist das der rote Faden im Werk der White Rabbits. Alle Musiker verstehen sich hervorragend darauf, sich der Bandleistung unterzuordnen. Allein der auf dem Album verübte Verzicht auf ausufernde Klavierparts ist ein sher seltenes Phänomen in Bands mit Pianisten. Aber es funktioniert aufs Beste.

Lionesse erinnert sehr stark an die Kollegen der Band Alter Me, ist sehr kraftvoll und macht weiter mit den Qualitäten, die schon die vorhergehenden Songs auftischen. Das nachfolgende Company I Keep ist dann vielleicht das absolute Highlight der Platte; ein wunderschön ruhiger Song, der sehr stark aus der weiten Klangatmosphäre schöpft und dem viel Raum zum Entfalten gegeben wird. Durch die später einsetzende dezente Mehrstimmigkeit klingt der Song wunderbar melancholisch und leidenschaftsvoll. Dabei wissen auch hier die einzelnen Instrumente genau, wieviel Einsatz erforderlich ist, um die maximale Wirkung zu erzielen.

Der sehr gezielte instrumentale Einsatz ist die große Leistung der White Rabbits auf It’s Frightening und das setzt sich auch in den verbleibenden fünf Songs so fort. Hier wird kein Stück instrumental überfrachtet, es gibt keine Klangexperimente, die in die Hose gegangen wären. Dazu kommt eine glasklare und wirklich hochprofensionelle Produktion, die das Beste aus der Band herauszuholen weiß. Mit It’s Frightening ist bereits das erste neue Album des Jahres in meiner Sammlung ein heißer Anwärter auf die Jahres-Top10. Die wirklich sehr schmale Nische zwischen Radiohead, Travis und Alter Me wurde aufs Beste mit den White Rabbits gefüllt. Die klingen erfreulich stark und vorrangig nach sich selbst, haben elf zurückhaltende aber doch auch elf wunderbar rockige Nummern in einer Großbesetzung geschrieben und vertont, klingen dabei aber doch angenehm klein und haben mir damit eindrucksvoll bewiesen, dass weniger manchmal sooo viel mehr sein kann.

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You Asked For It | My Glorious – Home is where the Heart Breaks

Eine weitere freundliche und sehr gut passende Anfrage zu einer Rezension erreichte mich von der Band My Glorious aus Wien. Mit Home is where the Heart breaks legen die drei Österreicher gerade ihr erstes Studioalbum vor, nachdem Sie offenbar – von mir allerdings unbemerkt – mit ihrer EP Leper bereits den ein oder anderen Achtungserfolg auch schon in Übersee feiern konnten. Gerne habe ich mich bereit erklärt, mir das neue Album anzuhören und meinen Senf dazu zu geben, und ich darf schonmal vorwegnehmen, dass ich es nicht bereut habe.

Anfangs ging mir das zugegebenermaßen anders. Der erste Durchlauf lies mich zweifeln, ob ich hier einen Bezug zum Album finden würde, auf dessen Basis sich eine vernünftige und faire Rezension schreiben lassen würde. Zwar gefiel mir der Opener Love Extender gleich im ersten Anlauf, mit den nachfolgenden Songs hatte ich aber so meine Mühe. Das darf zum Teil daran gelegen haben, dass ich das Album zunächst im Auto hörte. Zum Teil aber sicher auch daran, dass die ein oder andere Melodie für meine Ohren zunächst etwas wahllos klang.

Mittlerweile habe ich das Album aber mehrfach laufen lassen und ich finde das Albumsdebut von My Glorious wirklich ordentlich. Denn hier wird hier ehrlich und sauber gerockt. Kein weichgespielter Poprock, kein ausschließlich in Melancholie verfallener Alternativerock, der nicht in Fahrt kommt. Nein, My Glorious drehen gerne mal auf und klingen dabei hier und da ein ganz feines bißchen wie bekannte Größen aus dem Genre des Alternative und damit überwiegend gut.

Die Top-Songs dabei sind für mich beispielsweise das bereits erwähnte sehr rockige Love Extender, das sehr schöne und ruhige Horse und das sich langsam aufbauende Use Me, das, wenn es letzlich losbricht erschreckend nah an Audioslave ist, zumindest was die Instrumentenleistung betrifft. Als Schwachpunkt sehe ich den Song Atmosphere. Der klingt etwas uninspiriert und auch scheint mir der Sänger hier etwas jenseits der Grenze dessen zu sein, was die Stimme leisten kann. Dafür überrascht das anschließende und fast schon nach Prog-Rock klingende It’s love when wieder positiv.

Es ist also nicht alles gut am Album, aber erfreulicherweise glaube ich, dass das insgesamt weniger an My Glorious liegt als an der Produktion. Leider habe ich auf dem ganzen Album das Gefühl, dass die Songs unnötig dumpf klingen. Das ist nicht so tragisch als dass man sich das Album nicht anhören könnte, aber im Vergleich zu anderen CDs fällt doch irgendwie auf, dass hier irgendetwas klanglich nicht stimmt. Ansonsten gibt es auch das ein oder andere Effektexperiment in Gesang und Schlagzeug, dass ich persönlich für einen Fehler halte. Es drängt sich auch sonst permanent das Gefühl auf, dass mit etwas mehr Führung in der Produktion viel mehr aus den wirklich gut geschrieben Songs rauszuholen gewesen wäre. Das haben My Glorious, oder genauer gesagt der Tonmeister leider nicht ausgeschöpft. Das ist insofern wirklich schade, weil ich die Songs potenziell für sehr stark halte und mir gerade die sehr rockige Gesamtausrichtung ziemlich gut gefällt.

Insgesamt aber darf man Home is where the Heart breaks nicht nur überzeugten Förderern von Bands aus dem deutschen Sprachraum ans Herz legen. Wem der Sinn nach ehrlichem Alternativerock steht, der kann bei My Glorious durchaus fündig werden. Die Band hat deutlich Potenzial. Da kann man auch mal über Produktionsmängel und -versäumnisse hinweghören.

Das Album von My Glorious ist seit Freitag den 05. Februar 2010 erhältlich.

P.S.: Vielleicht liegt das auch an mir, aber Albencover mit einem Herz sehen irgendwie auch alle gleich aus …

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You Asked For It | Infight – Discoland

Bisher habe ich die Anfragen von Bands bezüglich Rezensionen meist schlichtweg ignoriert. Als Blogger bekommt man nämlich ziemlich häufig ziemlich unpassend irgendwelche Anfragen etwa: „Sollen wir uns gegenseitig verlinken?“ (15x pro Jahr), „Wir sind eine Band und dachten Du könntest uns mal schnell erwähnen“ (25x pro Jahr), „Ist dein Penis zu klein?“ (56.348x pro Jahr).

Das Problem mit den meisten dieser Anfragen ist aber, dass Sie nicht zielgerichtet sind und damit im Prinzip als Spam durchgehen. Warum bitte sollte ich auf eine Homepage verlinken, die Reisen verkauft (und mir noch nicht mal eine Provision anbietet)? Warum sollte ich über Bands schreiben, deren Musikstil so gar nicht zu dem passt, über das ich sonst so schreibe? Warum sollte ich überhaupt schreiben?

Nur gelegentlich passen diese Anfragen, und dann freue ich mich auch. Ich werde gerne auf neue Musikblogs aufmerksam gemacht, wenn Sie thematisch passen. Ich freue mich auch über aufstrebende Bands, die in den hier besprochenen Genres zuhause sind und um Rezensionierung bitten. Dazu muss dann aber auch was geboten werden, sprich: Songs müssen her und zwar offline-abspielbare. Was nicht auf den iPod passt wird nicht bemustert. Ich weiß nicht wie es andere machen, aber ich höre Musik auf dem Weg zur Arbeit und zurück. Natürlich läuft Musik auch zuhause, aber da will ich nicht jeden Song einzeln starten müssen, da läuft die Musik ebenfalls über die üblichen Mediaplayer bzw. den CD-Spieler. Wer also ernsthaft will, dass Blogger sich die Zeit nehmen sich mit der Musik von aufstrebenden Bands zu beschäftigen, der sollte eben zur Bemusterung das Album, die EP zur Verfügung stellen. Als Download, als „Real-Life“-CD oder meinetwegen auch als Musikkassette (gibt’s die noch?). Was das betrifft, haben Infight im Grunde alles richtig gemacht. Zumindest hat es für mich den Anschein: Stilistisch passt es zum Blog, es wird ein Download zur Verfügung gestellt und eine höflich formulierte Anfrage wird auch gleich mitgeliefert. Bingo!

Daher habe ich die Ehre, die erste Retrozension.de-Rezension über eine Band zu verfassen, die ich überhaupt noch nicht kenne. Mit dem Resultat müsst ihr, liebe Band, leben; You Asked For It! Ihr wolltet es so! Und ich habe eine neue Kategorie auf meinem Blog.

Infight haben also eine EP rausgebracht und wollen, dass die Welt Bescheid weiß. Könnt ihr haben: Infight kommen aus dem schönen Freiburg uund machen Punk und leben Punk mit allen eingebauten Peinlichkeiten; schräge Künstlernamen, schrilles Konzept und tendenziell eher flachen Texten mit Message.

Das funktioniert bedingt auf den fünf Songs der EP Discoland. Ist der Song No Fitting noch einigermaßen gelungen, nervt das über fünfminütige Shoot Shoot Shoot schon extrem dank ständig wiederholtem Refrain. Öde! Sorry, liebe Band.

Besser ist da schon wieder Hitclip. Es zeigt sich, dass die Band musikalisch durchaus gute Einfälle zu bieten hat. Die Gesangslinie und Performance gehören aber eindeutig nicht zu  den Stärken der Band. Dafür gefallen mir die immer wieder eingestreute Synthiepassagen ganz gut.

Die Dominieren auch den Beginn von Song Nummer vier Beatboy Batman. Guter Anfang, durchaus ordentliches Potenzial, dass mit Einsetzen der Singstimme leider wieder verspielt wird. Begeisterung kommt keine auf, da die Melodien uninspiriert sind und die Umsetzung gesanglich leider auch nicht mit der Instrumentalebene des Songs mithalten kann. Selbiges gilt auch für die letzte Nummer der EP, wobei Sidewards insgesamt noch das Highlight der kleinen Sammlung bildet.

Infight ist mit der EP Discoland mit Sicherheit kein großer Wurf gelungen, ich kann mir aber gut vorstellen, dass Live-Abende mit der Band eine Menge Spaß bringen können, denn die Musik an sich hat Tempo, gute Einfälle und griffige Beats. Gesangliche Unpässlichkeiten lassen sich live auch eher verzeihen und so tendiere ich dazu, Infight eher als Live-Party-Band, denn als gutem Studioact einzuordnen.

Bildet euch selbst eine Meinung, auf www.in-fight.com gibt’s die EP zum kostenfreien Bezug für Jedermann.

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For your Interest | Blogpause (bald zu Ende)

Aus privaten Gründen kam ich bislang in diesem Jahr noch nicht zu bloggen, lässt man den Jahresrückblick 2009 mal aussen vor. Demnächst wird sich das wieder grundlegend ändern. Es wird eine neue Kategorie auf Retrozension.de geben, die sich dann auch um die Bemusterung aufstrebender Bands kümmert, so Sie denn musikalisch ins Konzept passen. Schwerpunkt soll aber auch weiterhin die Retrozension bleiben. Meine Arbeit für Popkiller.de bleibt natürlich auch bestehen. Immerhin ist der Popkiller für mich die spannendste Quelle für die Entdeckung neuer Musik geworden.
Also, bitte noch ein paar Tage Geduld, dann kann es auch 2010 weitergehen.

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