For Your Interest | Zwei neue Kategorien auf Retrozension.de

Evolution steht uns allen gut und deshalb entwickelt sich auch Retrozension mal wieder weiter. Zwei (Wahnsinn!) neue Kategorien werden eröffnet um hoffentlich künftig noch mehr und umfassender bloggen zu können.

Flip-Book, also Daumenkino, heißen künftig Posts, die neue oder einfach interessante Musikvideos enthalten. Das Medium Musikvideo hatte für mich bislang eine eher untergeordnete Rolle gespielt, aber gelegentlich erinnert man sich doch an  besondere Videos aus der Vergangenheit oder entdeckt spannende Werke. Wer ein wenig regelmäßiger mitliest hat sicher auch schon festgestellt, dass sich YouTube -Einschübe in letzter Zeit ein wenig gehäuft hatten. Künftig also auch in eigener Kategorie auf Retrozension.de für mehr Freiheit beim Bloggen!

In the Press entstand im Konzept in dieser Woche nachdem ich doch sehr verschiedene und spannende Reviews zu Muse – The Resistance gelesen hatte und das Gefühl aufkam, hier müsse mal eine kleine Zusammenstellung gemacht werden. Die Idee ist eine kleine Presseschau zu kontroversen Alben zu erstellen um die Bandbreite von Meinungen darzustellen und hoffentlich die ein odere andere Diskussion dazu anzustoßen. Wie regelmäßig diese Kategorie befüllt wird hängt davon ab, wie interessant und gegensätzlich die Meinungen zu neuen Alben in Zukunft in der Blogosphäre sein werden. Vom Ansatz her freue ich mich aber schon jetzt auf spannende Gegenüberstellungen.

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Flip-Book | Portugal. The Man – Do You

Portugal. The Man waren wieder einmal fleißig und haben uns diesmal ein neues Video mitgebracht. Diesmal der Titel Do You vom Album The Satanic Satanist.

Schauts euch an.

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For Your Interest | Smashing Pumpkins veröffentlichen nächstes Album kostenlos

Noch nicht veröffentlicht, schlägt die Bekanntmachung vom nächsten Smashing Pumpkins-Werk doch jetzt schon große Wellen im Internet. Teargarden by Kaleidoscope, so der Titel des kommenden Longplayers, wird völlig umsonst und offenbar ohne zeitliche Begrenzung im Internet herunterzuladen sein. Nebenbei wurde auch die astronomisch anmutenden Titelangabe von 44 Tracks dazu geliefert.

Freunde haptisch erfassbarer Tonträger können sich aber auch eine von elf jeweils vier Tracks starken EPs zulegen, wenn Sie denn schnell genug sind. Schließlich will Billy Corgan hier eine strenge Limitierung einhalten.

Ob das neue Werk denn musikalisch auch in der Lage sein wird, Wellen zu schlagen bleibt abzuwarten. Ab dem 31, Oktober könnte hier Klarheit entstehen. Dann nämlich wird Teargarden by Kaleidoscope erscheinen. Mir haben die letzten Erscheinungen der Smashing Pumpkins zumindest nicht mehr gefallen, aber für umsonst kann man ja zumindest mal reinhören.

Für alle die es noch nicht mitbekommen haben auch noch der Hinweis, dass der langjährige Drummer Jimmy Chamberlain ausgestiegen ist und durch den 19-Jährigen Mike Byrne ersetzt wurde.

Gefunden bei Visions.de

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In The Press | Muse – The Resistance

Es scheint die Meinungen zu Muses Widerstandsbewegung sind doch sehr geteilt, deshalb dachte ich mir es wäre doch mal nett, hier ein wenig zusammenzutragen, was andere Blogger und Magazine so vom neuen Machwerk der drei Engländer so halten.

Fangen wir mal mit der Kritik auf laut.de an:

Hier kommt das Album mit einer Wertung von 4 von 5 eigentlich ziemlich gut weg. Natürlich wird auch hier die offensichtliche Nähe zu Queen angesprochen:

“Von Queen lassen sich Muse auf “The Resistance” nicht nur beeinflussen: Man hört ganze, wundervoll verarbeitete Zitate in Songs wie “United States Of Eurasia” oder “Exogenesis: Symphony Part 2” heraus. Daraus erwächst ein perfekter Pomp, den die Band in verschiedenen Stilrichtungen ausformuliert.”

Das deckt sich im großen und ganzen mit meiner Meinung. Im Fazit heißt es weiter:

“Bei all den großen Tönen geht zum Glück das Wichtigste nie verloren: Der emotionale Moment – Muse berühren musikalisch und lyrisch in nahezu jedem Song. Sie erfüllen den Hörer mit einer beglückenden Schwere, einer emotionalen Fülle, mit Gänsehaut-Atmosphäre.”

Die Rezension in Gänze findet sich übrigens hier.

Mit fünf von 10 möglichen Punkten schneidet der Longplayer bei Nicorola schon deutlich weniger gut ab:

“Seit Freitag höre ich nun immer wieder das neue Werk des Trios um Matthew Bellamy. (…) Dabei überkommt mich allerdings jedes Mal ein unterschwelliges Gefühl des kalten Grauens, denn was Muse dieses Mal abliefern, das ist verdammt nah an der Schmerzgrenze. Diese Mischung aus Queen– und Depeche Mode-Reminiszenzen, klassischen Pianoparts, breitbeinigen Schweinerock-Riffs und Gitarrensolos ist schwer zu ertragen.”

Harte Worte, aber ich kann trotz meiner Begeisterung für The Resistance verstehen, was gemeint ist. Das Fazit klingt entsprechend wenig begeistert aber doch ziemlich fair so:

“Ich bin mir nicht sicher, ob ich “The Resistance” für einen mit Zucker überzogenen Haufen Scheisse, ein geniales Opus oder einfach nur ein neues Muse-Album halten soll. Beim letzten Werk schrieb ich noch: “Meine Fresse, das ist objektiv betrachtet eine einzige gequirlte Kacke. Aber die Fans werden es lieben. Und deswegen werde ich spätestens jetzt auch einer. Subjektiv ein Meisterwerk!”

Dieses Mal bin ich mir da nicht sicher. Ich brauche noch mindestens 10 Durchläufe, um mich mit dieser Platte anzufreunden. Und ich weiß nicht, ob ich das durchhalte. Vorerst unschlüssige 5 Punkte.”

Hier gibts den ganzen Text zum Nachlesen.

Jetzt wirds hart für alle Muse-Fans. Deutschlands wohl bestes Musikblog (meine Meinung) schallgrenzen.de zerreißt förmlich, was andere momentan begeistert. Drei Autoren beteiligen sich am Soundcheck und die Meinung ist einhellig vernichtend. Zuerst Benedikt:

“… Aber was in aller Welt hat Herrn Bellamy getrieben, sich dermassen intensiv in offensichtlicher Zitatsucht quer durch alle Zeiten und Stile, schwülstigen Pathos und Klischees, opulenten Bombast und letztendlich anschreiend aufdringlicher Belanglosigkeit zu verlieren? Und was will Bel Ami uns mit diesem Album eigentlich sagen? Seht her, was ich alles kann und wieviel Spaß ich dabei habe? Eigentlich bin ich Chopin, König Ludwig II, Johann Strauss, Freddie Mercury, Timbaland, Abba, Led Zeppelin, Depeche Mode und Suzi Quatro in einem. …”

Zumnindest liest es sich lusitg. Gleich im Anschluss Tux:

“Die wenigen Momente auf “The Resistance”, die sich tatsächlich für gutes Liedmaterial eignen würden (”Mk Ultra”), werden ruiniert, sobald der “Gesang” einsetzt. Ich hielt ja schon Brian Molko für unerträglich weinerlich, aber gegen Matthew Bellamy und seine ewig gedehnten Vokale (so spart man sich natürlich auch schlaue Texte, wenn man durch so was die Leute davon abhält, auf sie zu achten) ist Placebo eine wahre Wohltat. …”

Und zu guter Letzt Peter, der Hausherr auf schallgrenzen.de, mit einem kaum überraschenden Vernichtungsschlag:

“Für Jemanden, der unter Analgesie leidet, mag das Album unschädlich sein, dem Gesunden droht Ungemach. In aller Deutlichkeit: Katzendreck. Ich sag’s nicht gern, aber nach mehreren Hördurchgängen fühle ich nur noch körperlichen Schmerz und Erschöpfung pur. “The Resistance” ist des Wahnsinns fette Beute. Grössenwahnsinnger, pompöser, aufgepumpter und sinnleerer Orchestral-Pop, der nichts mit den genialen Werken “Showbiz” und “Origin Of Symmetry” zu tun hat. …”

Hier das Original.

Zur kurzen Klärung für alle, deren griechisch nicht sattelfest ist: Analgesie ist der Fachausdruck für ein Leiden, bei dem man aufgrund von Nervenschäden schmerzunempfindlich ist.

Mich überrascht an der Kritik von Peter übrigens keineswegs, dass er The Resistance nicht mag – ist er doch erklärter Radiohead-Schmäher wegen Thom Yorks gesanglicher Leistung. Da Matthew Bellamy da oft unglaublich dicht dran war also keine Verwunderung meinerseits. Bemerkenswert finde ich aber immerhin, das Showbiz und Origin of Symmetry hier quasi im Nebensatz geadelt werden. Und das wo genau diese beiden Alben meiner Meinung nach noch am nächsten an den frühen Radiohead dran sind. Kleine geschmackliche Inkonsequenz also Herr Rehbein, oder wie ist das zu verstehen?

Nun, was soll die kleine Presseschau uns sagen?. Zum Ersten, dass Musik einfach ganz eindeutig Geschmackssache ist. In vielen Einschätzungen habe ich bisher festgestellt, dass mein Geschmack sich mit Nico und Peter decken oder zumindest nicht gänzlich auseinander liegen, offenbar gibt es aber auch gravierende Unterschiede in anderen Fällen. Aber alles in allem finde ich gerade das interessant. Ein und dasselbe Album wird eben von jedem komplett anders gehört, anders verstanden, ander aufgenommen und genau das macht doch irgendwo den Reiz von Musik aus. Fest steht, dass die Musikbloggingszene in Deutschland zumindest für den Rock- und Indiebereich gut zu funktionieren scheint.

Ich fand es zumindest amüsant, erhellend und vor allem auch spannend, andere Meinungen zu The Resistance zu lesen. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst, aber ich kann die Kritik am Album dennoch nachvollziehen. Eines darf in jedem Fall gesagt werden: Das Album polarisiert, und das an sich ist meist schon ein sehr vielversprechender Ansatz Musik zu machen. Einheitsgedudel, dass im Hintergrund trällert gibt es schließlich mehr als uns allen lieb ist.

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Recently Released | Muse – The Resistance

Das lange Warten hatte heute Mittag ein Ende. Das neue Album von Muse ist da, der Widerstand bricht los und ich denke man kann ohne zu viel zu verraten schon hier sagen, dass das Warten sich gelohnt hatte.

Ungeduldige konnten ja in dieser Woche schon die ersten Songs im Stream hören (Ich hatte mir das zum Genuss der Vorfreude noch verkniffen) mittlerweile wird auch das Gesamtwerk gestreamt, wer also noch nicht so eilig beim CD-Händler war wie ich,  kann trotzdem mithören.

The Resistance fängt klanggewaltig an; Uprising hat ja mittlerweile schon im Internet die Runde gemacht und ist zumindest auf vereinzelten Radiostationen auch schon mit dem gegebenen Respekt zu etwas Airtime gekommen. Auch United States of Eurasia ist ja unter anderem auch auf Retrozension.de schon anzuhören gewesen und weckte im gesamten Web vor allem Angst davor, das neue Muse-Album könne letzlich die Verwandlung der Band zum Queen-Cover-Act dokumentieren. Die Ängste waren berechtigt und aber auch nicht. Es finden sich tatsächlich diverse klangliche Referenzen zu Queen, so etwa auch im Titelsong Resistance, aber das ist erstens nichts Schlimmes und zweitens nicht wirklich vordergründig.

Alles in allem ist The Resistance hauptsächlich der logische nächste Entwicklungsschritt im Songwriting der Band. Muse haben sich seit ihrem Debut Showbiz von einer “Radiohead für Arme”-Band zu einem der konstantesten und vor allem auch eigenständigsten Acts der aktuellen Rockszene entwickelt. Ähnlichkeiten zu Radiohead braucht man nicht mehr zu unterstellen. Das Songwriting ist wieder einmal opulent und lässt Erinnerungen an die Klassikeinlage Butterflies & Hurricanes auf Absolution aufkommen. Orchestral instrumentiert und komponiert blasen Muse nicht nur alle Alternative-Rock Klischees über den Haufen sondern bringen dabei auch noch einen solch starken Rocksound auf die Ohren, dass hier auch das ein oder andere Toupet fliegen dürfte, denn Headbangen ist teils Pflicht!

Dabei haben Muse auch mal wieder eine Menge Raum für die leisen Töne gelassen und zwingen mit Pianoeinlagen wie etwa Collateral Damage (dem Outro zu U.S.Eurasia) das rockverformte Ohr zum Belauschen einer klassischen Klaviersonate. Das tolle daran: Es passt und gefällt. Muse geben sich auch sonst wandlungsfähig. Die Songs klingen mal poppig, immer rockig (und zwar nach vielen Subgenres). Das ist Rockmusik 2009! Modern, retro, klassisch opulent und doch filigran wenn sie das will, astrein produziert und doch voller Leben und vor allem ein Album aus einem Guss. Man könnte fast meinen das Album als solches wäre noch mainstreamtauglich, und man hofft es zumindest von ganzem Herzen.

Auch wieder typisch für Muse ist die sehr krasse Atmosphäre auf dem Album: Alles klingt irgendwie nach “Alles oder Nichts”. Eine permanente Gratwanderung zwischen Euphorie und Paranoia, die sich insbesondere in der Stimme von Matthew Bellamy wiederspiegelt. Thematisch ist alles mal wieder an der heimlichen Leidenschaft des Frontmanns ausgerichtet: Verschwörungstheorien. Und Herr Bellamy lebt seine Leidenschaft nicht nur in der Musik aus, wie er kürzlich in einem Interview bekannt gab bunkerte er Dosenmahlzeiten aus der tiefen Überzeugung heraus, dass das verrückte europäische Inselreich namens Großbritannien innerhalb von 14 Tagen ohne Nahrung dastehen könnte. Sind sie nicht putzig, die Briten?

Im Fazit muss man The Resistance einfach hoch halten. Das Album ist komplex aber verständlich, vielschichtig, klanggewaltig, gut konzipiert, genial produziert und schon bevor ich das neue Pearl Jam Album nächste Woche im Briefkasten finden werde bin ich mir sicher, dass Muse das Major-Release des Jahres geschaffen haben. Unbedingte Reinhör-(und dann Kauf-)Empfehlung!

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Retrozension | R.E.M. – New Adventures in Hi-Fi

Zu R.E.M.s New Adventures in Hi-Fi habe ich irgendwie eine besondere Beziehung. Das liegt vermutlich vor allem daran, dass das zehnte Album der Band aus Atlanta das erste R.E.M. Album war, dessen Release ich bewusst erlebt habe.

Nicht lange vor dem Release im Jahr 1996 habe ich erkannt, dass R.E.M. eine wirklich gute Band sind. Hier gehört ein kurzer Dank meiner Schwester ausgesprochen, die Automatic For The People besaß und mich so auf den Geschmack brachte. Den Release von Monster hatte ich dann irgendwie auch noch verpasst, für New Adventures in Hi-Fi im Jahr 1996 war ich dann aber endlich auf den Geschmack gekommen. Und im Nachgang darf man wohlsagen: kein Album zu früh!

New Adventures in Hi-Fi ist bis heute das erfolgreichste Album von R.E.M., zumindest wenn man die Chartplatzierungen auf Wikipedia richtig interpretiert. Nummer eins in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Finnland und Schweden und immerhin noch Nummer zwei in den USA, das ist doch mal eine gute Leistung.

Die viel bessere Leistung daran ist aber, dass das Album nicht nur erfolgreich sondern auch wirklich gut ist. Wesentlich vielschichtiger als Monster oder Automatic for the People, atmosphärisch angenehm melancholisch und für ein Mainstreamalbum ziemlich experimentierfreudig. Schon der Opener How The West Was Won And Where It Got Us überzeugt auf ganzer Linie. Vor allem dadurch, dass das Stück mit Hörgewohnheiten aufbricht. Das Intro wird nur durch Drums gespielt, die Begleitung ist sehr rudimentär durch Bass und Klavier gegeben und irgendwie klingt das Stück auch im Refrain sehr filigran ohne dabei aber “unrockig” zu werden. Cool gemacht.

The Wake Up Bomb ist wohl bis dato eines der rockigsten und besten Stücke von R.E.M. Orgel, verzerrte Gitarren und einen überzeugenden Rythmus. Da bleibt kein Kopf ruhig auf dem Hals sitzen. Ich liebe diesen Song. New Test Leper folgt als ruhigerer Song. Hier kann man wieder einmal in den wirklich poetischen Zeilen schwelgen. So gut schreiben neben Michael Stipe nur die wenigsten.

Undertow bringt wieder etwas mehr die klanglich experimentelle Seite der Band zum Vorschein. Hier begrüßen den Hörer zunächst dampfend, stampfende Maschinensounds, ehe der Midtempo-Rocksong Form annimmt. Auffällig auch hier die teilweise fast zerbrechliche Gesangsstimme von Michael Stipe, die immer relativ nahe am Sprechgesang vorbeischrabbt. Sehr relaxt. Ebenso E-Bow the Letter, ein – wie es der Titel schon suggeriert – auch mit dem E-Bow gespieltes Stück. Der hilft, E-Gitarren ohne Anschlag spielen zu können, was in etwa an das Bogenspiel auf einer Geige erinnert. Ein cooles extra ist auch die Background-Stimme, die hier von niemand geringerem als Patti Smith geliefert wird.

Leave ist dann noch so ein echtes Highlight auf dem Album. EIne der konsequentesten und beeindruckendsten Kombinationen aus Synthesizer und Rocksong, die die Musikgeschichte bisher vorgebracht hat. Dabei wunderbar simple in der Grundstruktur und rockig ohne Abstriche. Echt beeindruckend. Thematisch passend schließt sich dann das Stück Departure an. Auch hier wird gnadenlos gerockt und eine Mischung aus Spoken Words Performance (man fühlt sich an Stadionrockansagen erinnert) und Gesang unterlegt mit einem sehr griffigen Gitarrenriff und ergänzt durch einen Mitgröl-Refrain. klassische Entfruster-Nummer, nichts zu kritisieren.

Etwas Entspannung bringt dann Bitersweet Me. Atmosphärisch erinnert der Song zunächst ein wenig an Automatic for the People, mündet dann aber in einen fantastisch eingängigen Refrain. Be Mine wird dann noch einmal deutlich ruhiger und zeigt wieder die poetischen Fähigkeiten der Band. Die Musik wie auch der Text laden zum Verweilen, zum Nachdenken, zum Sich-Selbst-Verlieren ein. Toll!

Die nächsten Textzeilen widmen sich dann Binky the Doormat, also einem Fußabtreter. Merkwürdig, aber trotzdem ein ziemlich guter Song. Zither schließt direkt als Instrumentalstück an (Automatic For The People lässt grüßen) und wird wiederum von So Fast, So Numb gefolgt. Hier gehts wieder etwas rockiger zur Sache. Insgesamt ein ziemlich entspannter Song mit cooler Klavierbegleitung.

Den Abschluss bilden dann zunächst Low Desert, eine ruhige Rocknummer mit viel Slideguitar-Einsatz, und abschließend dann Electrolite, eine Stück, dass vor allem von der Klavierbegleitung und der bestechenden Gesangslinie lebt. Ein überraschend positiv gestimmter Abschluss für das insgesamt doch oft schwermütige Album.

New Adventures in Hi-Fi konkurriert bei mir immer wieder mir Automatic For The People um den Platz des besten R.E.M. Albums. Eine Entscheidung kann man hier kaum treffen, denn beide Alben stehen für sich und sind ohne jeden Zweifel große Kunstwerke. Selten gelingt es Bands so dorchgehend eine Stimmung zu schaffen und so das Album zu mehr zu machen als nur eine wahllose aneinanderreihung von Songs. Hier wird das Hörerlebnis zur Entdeckungsreise und genau so müssen gute Alben einfach aussehen/klingen. In jedem Fall ist New Adventures in Hi-Fi pflicht in einer gut sortierten Indie-Rock Bibliothek.

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