Retrozension | Therapy? – Infernal Love

Es wird Zeit, das sechste Album der Band Therapy? – in meiner Sammlung nur das zweite – mal genauer anzuhören. Therapy? kamen mir ja erstmals mit dem Album Troublegum unter, und obwohl es sich dabei um astreinen Punk mit hohem Tempo gehandelt hatte, gefiel mir die Musik zu meiner eigenen Überraschung prompt. Grund genug, das darauf folgende Infernal Love aus dem Jahr 1995 zu kaufen.

Und zu meiner großen Überraschung überraschte mich Infernal Love dann ganz schön. Im Gegensatz zu Troublegum ist das sechste Album der Band aus Nordirland ziemlich abwechslungsreich und vielseitig.

Der Opener Epilepsy, aus dem auch die namengebende Zeile Infernal Love entstammt. Ist zunächst Highspeed-Rock mit schön wütender Gesangsstimme und reichlich Power. Wer solche Songs schreibt braucht live vermutlich keine Vorbands um das Publikum aufzuheizen. Hier gibts auch wieder die verdammt guten, wenn auch kurzen,  Gitarrensolis from Hell, die mir schon auf Troublegum zu gut gefallen haben. Zwischendurch eine kleine, fast jazzig-swingige Episode und dann wird brachial weiter gerockt. Fantastisch!. Und dieses Ende!

Stories bleibt auch erst einmal beim eher hohen Tempo. Wenn hier auch ein klein wenig Gas rausgenommen wurde. Was sich hier jedoch schon langsam als roter Faden im Album einstellt, sind die Soundsamples, die das Album insgesamt zu einer kleinen Geschichte zusammenstricken wollen, was meiner Meinung nach auch gelingt. Moment of Clarity ist dann ein Song, den es auf Troublegum nicht gegeben hätte. Absolut ‘tranquille’, wie der Franzose sagt und geradezu entspannend. Als ich das Album neu hatte war dieser Song mein absoluter Albumfavorit. Heute sehe ich das etwas differenzierter.

Jude the Obscene wird dann wieder rockiger, wobei das Tempo für Therapy?-Verhältnisse maximal Midtempo ist. Bowels of Love wird wieder ein eher ruhigeres, wenn auch kein langsames, Stück. Hier wird schön mit Akustikgitarren und Streicherhinterlegung gearbeitet. Der Song ist auf jeden Fall einer der Titel, die besonder viel Leidenschaft – bzw. in diesem Fall Verzweiflung – ausstrahlen. Wirklich mitreissend. Misery begint zunächst mit einer etwas synthetisiert klingenden Kriegsgeräuschkulisse. Darin schneidet dann das Gitarrenriff ein, dicht gefolgt vom Rest der Band. Ein Heidenspaß, dieses Stück auf der Gitarre mitzuschrammeln. Schon deshalb immer eines meiner Lieblingsstücke des Albums gewesen.

Bad Mother ist soundtechnisch als auch rifftechnisch eines der spannensten Liedchen auf dem Tonträger. Dazu ein eingängiger Refrain. Eigentlich müssten solche Titel Hits werden. Me vs You ist dann so ruhig, dass man meinen könnte die Band hätte gewechselt. Zu hören ist zartes Gitarrengeklimper, eine bedrohlich klingende Melange aus Streicher, Bass und Bassdrum. Noch bedrohlicher klingt die Gesangsstimme, die so tief ist, dass einem fast die Häarchen zu berge stehen. Der Refrain klärt auf, wirkt fast ekstatisch gegen die Strophe. Ein wunderbares Spiel mit der Dynamik und ein wirklich gelungener Song. Ich denke der Titel erklärt sich so auch wie von selbst.

Loose erschreckt den Zuhörer dann fast mit seiner Fröhlichkeit. Hohes Tempo kurze Strophe, knackiger Refrain, klassische Songstruktur. Fast wirkt der Song auf Infernal Love ein wenig deplaziert. Wie Britney Spears auf einer Grungecompilation -zugegeben, ich übertreibe ein wenig. Bevor die Fröhlichkeit voll Besitz von uns übernehmen kann, verbreitet Diane wieder etwas Thriller-Stimmung. Auch hier kommen dann wieder die Streicher zum Einsatz, diesmal allerdings weniger als Hintergrundelement sondern gar als einzige Instrumentierung, Cello und Geigen. Was Punk mittlerweile so alles darf. Dazu ein wirklich tiefgehender Text der die Geschichte eines Mordes mit Vergewaltigung aus Sicht des Täters schildert. Ob die Welt sowas braucht sollen andere entscheiden. Der Song geht auf jeden Fall unter die Haut.

Warum der über fünfminütige Schlusssong dann 30 Seconds heißt, bleibt wohl ein Rätsel. Hier gibts wieder den Eingangs schon erlebten Highspeed-Rock. Alles klingt irgendwie nach Verfolgungsjagd. Ein genialer Abschluss zu einem sehr vielseitigen Album, dass mir insgesamt immer sehr gut gefällt, das im Gesamteindruck ziemlich gut wegkommt und doch immer ein bißchen die Sehnsucht nach der genialen Schlichtheit von Troublegum mitschwingen lässt. Insgesamt beweisen Therapy? hier, dass sie deutlich mehr können als nur in einem Tempo und einem Sound mehr oder weniger gleiche, wenn auch gute Punksongs zu schreiben. Infernal Love präsentiert eine hohe Bandbreite was Dynamik, Tempi, Sounds und Stimmungen anbelangt. Das Ergebnis ist ein verdammt gutes, rockiges Album, das bei mir nur eine Frage offen lässt: Warum finden solche Alben nur so wenig Beachtung?

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For Your Interest | Unfreiwillige Blogpause

Hallo Zusammen.

Wie in den letzten Tagen/Wochen zu bemerken war, gabs hier keine neuen Posts. Das lag zunächst daran, dass ich leider keine Zeit fürs Bloggen gefunden hatte, danach dann daran, dass meine DSL Leitung den DIenst für geschlagene 1 1/2 Wochen verweigert hatte. Ab jetzt sollte es wieder weitergehen und ich will auch versuchen, wieder etwas regelmäßiger zum Schreiben zu kommen.

Grüße

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Retrozension | Mike Watt – Ball-Hog or Tugboat?

Mike Watt - Ball-Hog or Tugboat?Mike Watt nicht zu kennen ist zunächst einmal eher keine Schande. Ich selbst bin erst durch einen Freund auf den Bassisten aufmerksam geworden, als eben das Album Ball-Hog or Tugboat? auf einer Party lief. Wenn man sich aber dann mal per Wikipedia auf die Suche begibt stellt man schnell fest, dass der Kerl zu der Sorte Musiker gehört, die zwar kaum jemand kennt, die aber wiederum von vielen Größen insbesondere des Alternative Rock als Einfluss genannt werden.

Um hier mal kurz in die Biographie des Herrn Watt einzusteigen: Zunächst Bassist bei The Minuteman, einer Punkrock Band, die 1985 mit dem Tod des Sängers einen tragisches Ende fand, danach ein kurzes Intermezzo mit Sonic Youth und die Gründung von fIREHOSE, einer alternativerock Band, die bis 1993 musikalisch produktiv war. Im Anschluss startete Mike Watt seine Solokarriere, die mit  Ball-Hog or Tugboat? eröffnet wurde, welches 1994 aufgenommen und 1995 veröffentlicht wurde. Nach dem Debutalbum sollte noch ein weiteres Soloalbum folgen. Mittlerweile zupft Mike Watt für Iggy Pop and the Stooges die dicken Seiten, zwischendurch wieder Zeit für ein Soloprojekt und, und, und …

Man sieht schon, hier ist ein fleißiger Mensch am Werk, der sich zwar nie im Mainstream bewegt hat, aber dennoch so viele Spuren hinterlassen konnte, dass insbesondere Musikgrößen aus Seattle in ihm einen zentralen Einfluss sehen. Das schöne daran ist dann wiederum, dass sich einige dieser Musiker auf Watts Soloalbum Instrumente und Mikrofon in die Hand geben. Sozusagen eine kleine Superband mit permanent wechselnder Besetzung. Die Liste ist dabei so lang, dass ich hier gar nicht komplett darauf eingehen kann. Ich verweise aber ungeniert auf den entsprechenden Artikel in der englischen Wikipedia.

Der Opener Big Train eröffnet das Album recht eindrucksvoll mit einem schön basslastigen Song und wunderbarem Gitarrengejaule im Hintergrund. Hier wird schamlos gerockt und die Spielfreude lässt sich dabei klar heraushören. Ein toller Einstieg. Against the 70ies glänzt dann insbesondere mit Eddie Vedder am Mikrofon und Dave Grohl an den Drums. Auch hier wieder ein klar bassdominierter Sound. Die Gitarren dürfen sich ein wenig zurückhalten, was dem Gesamtsound einen schönen eigenständigen Touch verleiht. Spannend ist auch das Ende des Songs, am besten ihr hört euch das mal selbst irgendwann an.

Drove up from Pedro zeigt die etwas ruhigere Seite des Albums. Auch hier wieder schön bassbetont und irgendwie ganz minimlistisch wird hier ein Song gesponnen, der mir persönlich sehr gut gefällt. Auch Piss-Bottle Man sollte nicht unerwähnt bleiben, hier gehts wieder etwas rockiger zur Sache. Der Song hatte damals zusammen mit Against the 70ies einiges an Airtime auf College- und Alternative-Radiostationen erzielt. Der große Durchbruch blieb aber dennoch aus.

So geht es weiter mit dem Album. Immer im Spannungsfeld zwischen ruhigeren Songs und rockigeren Nummern, immer schön bassbetont – schließlich ist Mike Watt ja auch Bassist – und immer einen Hauch von Experimentierfreude in der Luft schafft das Album es, mich wirklich zu begeistern. Besonders erwähnenswert erscheinen mir hierbei noch die Titel Tuff Gnarl, Sexual Military Dynamics, Max and Wells (welches mich ganz ungemein an die Fun lovin’ Criminals erinnert), E-Ticket Ride, das sehr schräge Song for Igor und natürlich das jazzig elegante Sidemouse Advice.

Alles in allem bietet Ball-Hog or Tugboat? mit 17 Titeln und einer Spielzeit von über einer Stunde jede Menge musikalische Leckerbissen für Freunde der etwas experimentierfreudigen Spielart des Alternative Rocks. Eine Bereicherung für eine entsprechende Musiksammlung ist das Album allemal und wer es noch nicht kennt, der sollte mal über einen Kauf nachdenken. Echt jetzt!

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Retrozension | Pearl Jam – Yield

Pearl Jam - YieldWieder einmal ist es an der Zeit uns den Dinosauriern des Grunge zu widmen. Nach dem vielleicht nicht so gut angekommenen Vorgänger No Code schickten sich die fünf gesellen aus Seattle an, ein wenig aus der Versenkung aufzuerstehen und brachten 1998 mit Yield ihr fünftes Studioalbum heraus. Wie schon die beiden Vorgänger erschien auch dieses Pearl Jam Album im schicken Digipack, eine Marotte, die sich mittlerweile voll etabliert hat.

Mit Yield schafften Pearl Jam nicht nur einen Bruch in ihrem Umgang mit den Medien und Musiksendern, sondern packten auch eine lange nicht gekannte Spielfreude in die Songs. Fast könnte man von Pearl Jam Reloaded sprechen. Schon der Opener Brain of J offenbahrt die Rückkehr der Band zum echten Alternativschrammelrock. Das schöne daran ist, dass man nicht mehr Wut, Enttäuschung und Depression in dem Song erkennt, sondern einen klaren Hang zu Hoffnung und Freude. Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass PJ anfangen Pop-Musik zu produzieren. Dennoch erfreute es mich damals ungemein bei der Band eine Art Neuanfang wahrzunehmen. Auch das nachfolgende Faithful bietet ebendiese Grundstimmung und weiß dadurch auf ganzer Linie zu überzeugen.

No Way zeigt, dass die Band auch soundtechnisch zu Experimenten bereit ist. Heraus gekommen ist ein kraftvoll zurückhaltender Song, der einen zum Mitwippen animiert und dabei tierisch Spaß macht. Given to Fly ist dann ein wenig nachdenklicher gestimmt. Passend zum Text weckt der Song bei mir irgendwie immer Gedanken an einen weiten Himmel. Keine Ahnung warum dass so ist, spricht aber für die Band. Dieser Song wurde als Single ausgekoppelt und, was deutlich erwähnenswerter ist, wurde mit einem Musikvideo geehrt.

Wishlist, ebenfalls eine Single des Albums, ist dann ein sehr zurückhaltender, ruhiger Song mit einem wunderbar nachdenklichen Text, im Grunde einer sehr romantischen Liebeserklärung. Pilate ist dann die erste Überraschung auf dem Album. Ein total zurückgenommener Strophenteil wird durch einen sehr rockigen Refrain abgelöst, der insbesondere Klangmäßig sehr spannend ist. Irgendwie klingt das ganze zunächst ungewohnt und fremd, irgendwie abgehackt. Inzwischen mag ich den Song aber sehr.

Do the Evolution ist ohne Frage das Highlight auf dem Album. Einen dermaßen rockigen Song habe ich bisher nur selten gehört. Irgendwie geht es ganz klar vorwärts und reißt einen mit. Nicht unerwähnt bleiben darf hier das zugehörige Video, dass im Stil ein wenig an Szenen aus Pink Floyds The Wall erinnert, dabei aber eine ganz eigene, zum Songtext passende Message transportiert. Für mich gehört dieser Song zu den Top Ten Songs der 90er Jahre. Red Dot, der nächste Track auf dem Album ist kein Song, irgendwie. Mehr so eine Art musikalisches Fragment. Macht aber nix, danach gehts ja weiter.

MFC gehört für mich zu den Songs mit dem schönsten Textanfang. Da heißt es “Sliding, out of Revers into Drive, this wheel will be turning right, off in the sunset she’ll ride“. Mit so wenigen Worten wird hier eine komplette Szene aufgebaut. Mag jetzt nicht so spektakulär zu lesen sein. Ich aber kniee nieder vor der Genialität dieser Zeile. Der Song ist übrigens auch stark, nebenbei bemerkt. Low Light passt dann eher in die Kategorie Pearl Jam auf No Code. Im Dreivierteltakt mit vielleicht etwas zu bemühter Zweistimmigkeit entfaltet sich ein ruhiger, entspannter Song mit viel Orgelklang und einigen taktlichen Raffinessen.

In Hiding ist dann wieder von mehr Freude durchsetzt. Und das obwohl der Song exakt das verarbeitet, was Pearl Jam jahrelang ausgemacht hatte. Das Zurückziehen, nicht vor die Tür gehen wollen (sinnbildlich gesprochen) und die Angst vor dem was die Welt von einem erwartet. Irgendwie merkt man aber auch den erfolgten Befreiungsschlag und das tut gut. Push me, Pull me ist ein ganz besonderer Song. Taktwechsel, eine teils undurchdringbare Soundzusammensetzung sowie eine Türklingel machen dieses musikalische Experiment zu dem bisher besten von Pearl Jam. Das das ganze dabei noch als Song zu erkennen ist tut dem ganzen dabei keinen Abbruch.

Schon sind wir wieder am Ende eines Albums angekommen. Mit All those Yesterdays nehmen Pearl Jam für dieses mal Abschied und das auf wirklich gute Weise. Auch wieder eher in bekannter Manier mit ruhigen Klängen und einem eindringlichen aber simplen Gitarrenriff. Der Song steigert sich dann aber und entfaltet sich immer mehr. Die einzigartig gute Stimme Eddie Vedders rundet das Paket ab. Ein gutes Ende.

Yield kann als musikalischer Befreiungsschlag gesehen werden. Die Band hatte es endlich geschafft sich mit ihrer Rolle in der Rockmusik anzufreunden und dabei eine Zufriedenheit erlangt, die sich in den Songs geradezu fassen lässt. Das tut dem Album sehr gut und freute mich damals als Fan ganz besonders, weil das Damoklesschwert des baldigen Ende der Band mit Yield endlich abgeschafft schien. Bis heute scheint das ja auch so geblieben zu sein.

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Retrozension | Fun lovin’ Criminals – Come find Yourself

Fun Lovin' Criminals - Come find YourselfManchmal, aber nur manchmal soll Musik einfach nur Spaß machen. Ich denke da mir Garantie nicht an so Dinge die man auf Malle als Musik bezeichnet und auch die akustischen Extremausfälle, die manche Menschen sich beim Après-Ski so antun sind nicht, an was ich gerade denke.

Vielmehr habe ich gerade, und das ganz wortwörtlich, die Musik der Fun Lovin’ Criminals im Kopf. Ganz speziell das Album Come Find Yourself aus dem Jahr 1996. Das Erstlingswerk der Band aus NYC macht nämlich einfach tierisch Spaß und lässt sich nicht nur als Musik bezeichnen, man kann sogar mit Fug und Recht behaupten, dass es sich dabei um ausgezeichnet gute Musik handelt.

Der Musikstil lässt sich als Alternative Rock, bzw. Alternative Hip-Hop klassifizieren. Dabei entfalten die Jungs einen Charme, der einen mitnimmt und extrem aufheitern kann. Der Opener Fun Lovin’ Criminals folgt der Tradition vieler Hip-Hop Alben (so zumindest mein Klischee davon) zunächst einmal die Band zu “introducen”. Macht aber nix, außer Spaß. Reiner Hip-Hop ist ziemlich was ganz anderes. Ich würde hier eher eine Melange aus Rock mit leichten jazzig-loungigen Einflüssen unterstellen. Passive-aggressive folgt diesem Stil, wie überhaupt so ziemlich das ganze Album und eignet sich so fast zur Tiefenentspannung. Hier bricht lediglich der Refrain mit krass-verzerrten Gitarrensounds ein wenig aus dem Schema.

Scooby Snacks gehört dann wohl zu DEN Kultsongs der Band. Angereichert mit zahlreichen Originalton-Zitaten aus Quentin Tarantinos Meisterwerken Pulp Fiction und Reservoir Dogs. Dazu ein ziemlich cooler Bassriff und ganz Tarantino typischen Gitarrensounds ist der Song zu Recht gut bekannt und kann durchaus auch ein Albumhighlight genannt werden. Smoke ’em zeigt sich dann wieder ganz entspannt. So lässige Bassriffs kennt man ziemlich wenige. Wirklich toll. Dazu die sehr relaxte und voluminöse Stimme von Hugh “Huey” Morgan. Das passt einfach vorne und hinten.

Bombin’ the L erinnert mich dann ein bißchen an die Beastie Boys, aber eigentlich nur vom Gitarrenriff. Wirklich begründen kann ich es nicht. Die Nummer ist auf jeden Fall eine der hektischeren auf dem Album. Soll aber keine Kritik sein. Nach der Hektik muss dann natürlich wieder eine Nummer wie I can’t get with That kommen. So sanft …….. .

So gehts dann im Grunde auch weiter. Mal ein bißchen schneller, mal wieder hundertprozentig relaxt, aber immer mit Klasse und dem nötigen Funk. Besonders hervorheben möchte ich da noch das Louis Armstrong Cover des James Bond Soundtrack-Songs We have all the time in the World. Wenn man schon versucht Louis Armstrong zu covern, dann kann das fast nur so funktionieren. Wirklich gut. Auch Methadonia sollte als Highlight nicht unerwähnt bleiben. Könnte übrigens fast von Barry White sein, aber nur fast. Außerdem I can’t get with That in der Schmoove Version. Mein perönlicher Favorit auf dem Album.

Die Fun Lovin’ Criminals gehören zu den erstaunlichen Musikern, denen es gelingt den Spaß den SIe beim musizieren haben zu 95% direkt an die Hörer weiterzugeben. Zwischen all dem eher schwermütigen Zeug, dass ich sonst so höre muss ich den FLC wohl das Etikett “Ausnahme” deutlich anheften. Ich freu mich aber, dass mir die Musik empfohlen wurde. Come Find Yourself ist eine wirkliche Erweiterung meiner Musiksammlung und wird immer wieder mal ausgiebigst gehört.

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Retrozension | Silverchair – Freak Show

Silverchair - Freak ShowIm Jahre 1997, also zwei Jahre nach dem Erfolgsdebut Frogstomp, legten Silverchair das zweite Album unter dem Titel Freak Show vor. Ganze dreizehn neue Titel beherbergt das Album und wer die CD in den heimischen PC/Mac einlegt kommt außerdem in den Genuss von Bonuskontent, den man aber nicht wirklich unbedingt braucht.

Insgesamt zeigen sich die drei Australier auch auf Freak Show wieder extrem rockig. Die Parallelen zu Nirvana, die in der Presse ja immer wieder betont wurden, lassen sich nicht vollständig leugnen. Allerdings muss man Silverchair auch zugestehen, einen deutlich eigenständigen Sound gegenüber den Grungegöttern aus Seattle ausgeprägt zu haben.

Hier wird klanglich deutlich dichter gerockt als Nirvana das jemals getan hatten. Dafür lassen sich hier und da klangliche Anlehnungen an den Sound von Alice in Chains ausmachen.  Der Opener Slave und das darauf folgende Freak rocken entsprechend eindeutig und machen ohne Zweifel Spaß beim Hören. Doch schon Abuse Me geht einen erkennbar ruhigeren Weg und weißt die Richtung für viele Songs des Albums. Frontmann Daniel Johns versucht sich im Songwriting ganz klar am eher deprimiert klingenden Grunge und schafft dies auch ganz ordentlich, ohne aber wirkliche Klassiker aus der Feder zaubern zu können.

Lie to Me bringt dann eher wieder die Stärken der Band hervor. In dem gerade einmal 1:22 Minuten “langen” Stück mit knapp zwei Textzeilen brilliert die Band im Grunde im Kompaktformat. Wer hier keine Nirvanaeinflüsse hören kann, der kennt Nirvanas Hidden Tracks nicht. No Association erinnert dann ganz enorm an Milk It von Nirvanas In Utero. Hat aber durchaus eine eigenständige Existenzberechtigung – soll heißen, nicht alles was einen an bereits gehörtes erinnert stinkt.

Die weiteren Songs wie Cemetery, Petrol & Chlorine, Pop Song for us Rejects und der Rest spielen im Grunde genau in diesem Spannungsfeld des Grunge. Das macht Freak Show zu einem durchweg guten Album, das allerdings auch eine große Schwäche hat: keiner der Songs ist wirklich so gut, dass er sich bei mir zu den Lieblingssongs hätte einreihen können. Klanglich erkennt man das meiste wieder, die Songstrukturen haben andere Bands bereits auschöpfend behandelt und Innovationslust kann man Silverchair von vorne bis hinten leider nicht vorwerfen. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich den Kauf des Albums jemals bereut hätte, prägend für den Grunge waren Silverchair aber eben mangels genau dieser Kreativität auch nie wirklich. Insofern gibts nur eine mittelmäßige Bewertung. Gefreut, das Album mal wieder gehört zu haben, habe ich mich aber dennoch. Und wers eh im heimischen CD Regal stehen hat, der kann ja auch mal wieder reinlauschen. Zum mitgehen ist es allemal gut.

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