Retrozension | Queens of the Stone Age – Rated [R]

Queens of the Stone Age - Rated [R]Wie wundervoll Krach klingen kann hat kaum eine Band je so eindrucksvoll bewiesen wie die Queens of the Stone Age. Meine erste Begegnung mit der Band ist nun schon ein paar Jahre her und hatte mit dem damals gerade aktuellen Album Rated [R] zu tun. Genau genommen war es der absolut entspannt Song The Lost Art of Keeping A Secret, der mein Interesse weckte.

Das erste Mal, als ich dann das volle Album hören konnte, war ich schlicht überwältigt. Die Queens hatten es gebracht ein Album aufzunehmen, dass irgendwie etwas völlig Neues für mich war. Der Musikstil war irgendwie vertraut und dann doch wieder unbekannt, der Sound war völlig ungehört und erfrischend. Das Ganze wird dann mit so sinnvollen Texten garniert wie etwa “Nicotine, Valium, Vicodine, Marihuana, Ecstasy, and Alcohol” und das reicht den Steinzeitköniginnen, ein ganzes Lied zu bestreiten. Zugegeben, das ist nur beim Opener Feel-Good-Hit Of The Summer der Fall, aber der Rest der Platte klingt auch unglaublich stoned, obwohl ich da nicht aus Erfahrung sprechen kann.

Der zweite Song The Lost Art Of Keeping A Secret führt dann die eigentliche Stärke der QOTSA ein: Die Melodie. In der Strophe begleitet durch ein absolut federleichtes Gitarrenriff, dafür aber mit einem durchdringlichen Bass unterlegt, bricht der Song in den Refrains ins Vollverzerrte. Und irgendwie klingt alles ein klein wenig schräg. Das verstärkt sich noch im darauffolgenden Leg of Lamb. Beim ersten Hören scheinen Riff und Gesang so gar nicht zusammen zu gehören und doch bildet das Ganze dann eine richtig gut gelungene Einheit. Da stört auch nicht das dahingequietschte “Gitarrensolo” – wenn man es mal so nennen will. Ganz im Gegenteil.

Man könnte mehr oder weniger die selben oder zumindest ähnliche Entdeckungen auch an allen anderen Songs des Albums festhalten. Besonders gut gefallen mir dabei noch die Songs Auto Pilot, Monsters in your Parasol, In the Fade und das in wirklichem Krach endende I think I lost my Headache.

Die Queens of the Stone Age polarisieren mit ihrer Musik wie wenige Rockbands sonst. Leute, von denen man erwartet hätte, dass sie die Band lieben, können mit dem Stoner Rock nichts anfangen, dafür sind andere (wie etwa ich) hin- und weg von der Musik, die eigentlich Streckenweise viel härter klingt als alles, was ihnen sonst so gefällt. Genau darin liegt auch der Schlüssel zur Faszination der Musik von QOTSA. Da wird mit Erwartungen und Höhrgewohnheiten experimentiert und ein wirklich überraschendes Ergebnis geliefert. Gerade das Album Rated [R] ist da für die Band wegweisend, weshalb es auch zusamen mit dem in diesem Jahr erschienenen Era Vulgaris auf einer Stufe steht.

Und weil es für mich zu den besten CDs in meiner Sammlung zählt gibt es auch für das Album volle Punktzahl.

Restricted to everyone, everywhere, all the time - Und trotzdem Genial!

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Retrozension | Red Hot Chili Peppers – One Hot Minute

Red Hot Chili Peppers - One Hot Minute

I like pleasure spiked with pain, music is my aeroplane …” Ich liebe diesen Song; genau übrigens wie auch eine ganze Menge anderer Songs auf Red Hot Chili Peppers Album One Hot Minute. Für mich war dieses Album immer absolut beachtenswert, obwohl viele Leute diese Meinung nicht teilen.

Zu wenig Chili Peppers im Sound und im Songwriting wird oft angeführt, und das ist durchaus richtige und nachvollziehbare Kritik. Immerhin hatte One Hot Minute eine sehr schwere Ausgangssituation: Die Erwartungen nach dem Durchbruchsalbum Blood Sugar Sex Magik war sicherlich enorm, der Gitarrist John Frusciante dummerweise nicht mehr in der Band, weil seine Gesiter ihm gesagt hatten aufzuhören und Anthony Kiedis war ziemlich viel mit Drogen beschäftigt, was auch nicht gerade förderlich für seine Arbeitsmoral war.

Ersatz für Frusciante zu finden war nicht einfach, aber wurde schließlich in Person von Dave Navarro doch noch vollbracht. Der war auch ein bißchen leichtsinnig im Umgang mit Drogen und außerdem spielte er ganz deutlich anders auf der Gitarre als Frusciante, was dann ntürlich auch den Sound der Red Hot Chili Peppers merklich veränderte. Und weil Kiedis und Navarro also gerne völlig stoned warend, musste Bassist Flea einspringen und einige Songs schreiben, weil sonst überhaupt kein Album zustande gekommen wäre. So gelang es dann doch, aber aus vorgenannten Gründen eben deutlich anders als andere Alben der Chili Peppers bis dahin.

Dennoch ist One Hot Minute ein durchweg respektables Werk geworden, dass einige der unsterblichsten Chili Peppers Songs für mich enthält. Dazu gehören eben das eingangs erwähnte Aeroplane, My Friends, die Dreier-Kombination aus Coffee-Shop, Pea und One Big Mob sowie das vielleicht beste Stück auf dem Album Walkabout. Ebenfalls sehr gut sind die anderen Songs auf dem Album und zwar ausnahmslos und ohne einen Durchhänger. Was mir auch afgefallen ist, ist dass One Hot Minute das bis dahin vielleicht nachdenklichste Album der RHCPs ist, mit teilweise sehr ernsten Texten und unter anderem auch einer meiner Lieblings-Songzeilen in der Rockmusik. “It’s better to regret something you did, than something you didn’t do“. Entstammt übrigens dem Song Deep Kick. Gibts in einer sehr ähnlichen Variante übrigens auch bei den Fantastischen Vier. Da heißt es dann “bereuen kann man nur, was man auch probiert hat, leider fällt mir der Titelname gerade nicht ein.

Zurück zur Musik! One Hot Minute ist eine absolute Rock-Platte. Zwar gibt es auch die Chili Pepper typischen Funk und Crossover-Elemente aber insgesamt überwiegt doch das Rock-Element, und genau darin liegt auch der hörbare Unterschied zu den Vorgängeralben. Dennoch zieht mich das Album immer wieder vom ersten Song an in seinen Band. Atmosphärisch ist die Platte absolut dicht gepackt und interessant. Die Songs sind insgesamt zugänglicher als auf den älteren Chili Alben und das muss ja nichts Schlechtes sein.

Obwohl sich die Band mittlerweile ein wenig von den Album distanziert, dass lange Zeit nach dem Ende der Karriere der Red Hot Chili Peppers aussah, möchte ich hier einmal kund tun, dass ich One Hot Minute wirklich toll finde. Nicht ganz so bahnbrechend wie Blood Sugar Sex Magik, aber trotzdem grandios. Zumindest für mich.

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Retrozension | Rhombus – Future Reference

Rhombus - Future ReferenceUnd wieder einmal schreibe ich über eine Platte, die eigentlich gar nicht in meiner Musikbibliothek stehen dürfte. Rhombus machen Musik mit der ich eigentlich gar nichts anfangen kann: Die Label Dub und Hip-Hop stehen ganz groß im Raum. Das ganze wird gewürzt mit Einflüssen aus Reggae und Jazz und Soul und erinnert dabei ein bißchen an Gorillaz, Jamiroquai und die Fun Lovin’ Criminals.

Über Rhombus zu schreiben macht mir aus noch einem anderen Grund große Freude. Rhombus kommen aus Neuseeland, genauer gesagt aus der grandios schönen Hauptstadt Wellington. Über Musik aus Neuseeland zu stolpern ist für den durchschnittlichen Mitteleuropäer gar nicht so einfach, die meisten Bands werden hierzulande völlig zu Unrecht gar nicht wahrgenommen und so freut es mich, zumindest einige davon mal ein wenig ins Licht rücken zu können.

Das ich mit Rhombus starte war dabei eigentlich nicht geplant, aber irgendwie kam ich am Sonntag auf die verrückte Idee mal wieder die Scheibe Future Reference zu hören und hab den totalen Zugang dazu gefunden. Seit dem “dreht” sich nicht viel anderes auf meinem iPod. Die Rhombus-Crew ist im Grunde durchaus mit den Gorillaz vergleichbar. Es handelt sich hier weniger um eine feste Band, als um eine Kooperation mehrerer in Neuseeland bekannter Musiker, die Rhombus eben als Nebenprojekt betreiben. Wechselnde Besetzung und das Zusammentreffen mehrerer Genres zeichnen die Band dabei im Wesentlichen aus.

Future Reference ist die zweite Platte von Rhombus. Die andere kenne ich bislang nicht, werde das aber mit Sicherheit demnächst ändern. Die Stimmung der Platte zu beschreiben fällt mir unglaublich schwer. Obwohl ich, als ich in Neuseeland war, maximal zweimal in die Platte reingehört hatte, erinnert sie mich momentan sehr an meine Zeit dort. Das Lebensgefühl der Kiwis ist perfekt eingefangen – unbeschwert und doch ernsthaft, entspannt und doch voll konzentriert. Die Platte beginnt mit einem Text in Maori, den ich absolut nicht verstehe. Danach zeigt der eigentliche Opener Mile High wohin die Reise geht. Und diese Formulierung war noch nie so war wie in diesem Fall. Der MC schlüpft in die Rolle eines Flugcapitains und begrüßt uns erstmal auf der Reise. Das ganz mit einem zwinkernden Auge und hinterlegt mit einem unglaublich mitreißenden Reggae-Groove, dass die Schwarte kracht. Da will sogar ich anfangen zu tanzen, und das soll was heißen.

In ähnlicher Manier finden sich einige Songs auf Future Reference, etwa Haver (wirklich gut) oder auch Pocket Full Of Seconds (in welchem der MC dem Hörer gesteht, dass er gerade nur seine Zeit stiehlt). Zwischen den eher Hip-Hop gepräten Stücken finden sich dann auch immer wieder ein paar sehr soulige R’n’B-hafte Stücke, und obwohl ich bei dieser Musik häufig das Gefühl habe einen Ausschlag zu entwickeln schaffen Rhombus es, mich zum Zuhören zu Bewegen. Sei es mit Swans oder Scorching Bay. Besonders schön ist bei letzterem auch das Trompetensolo, dass auch auf einer Joe Kraus-Platte nicht fehl am Platz wäre. Wirklich gutes Zeug.

Was man der Rhombus-Crew bei wirklich jedem Stück anmerkt, ist der Spaß den die Jungs und Mädels beim Musizieren haben. Da merkt man, dass die Musiker beim Produzieren nicht (nur) an Verkaufszahlen denken, sondern einfach nur eine Platte machen wollen, die zunächst einmal ihnen selbst gefällt. Solche Platten haben meiner Meinug nach den größten Charme, und Neuseeland hat davon eine ganze Menge zu bieten. Future Reference gehört definitiv zu den Ausreißern in meiner Musiksammlung, aber die Platte hat sich inzwischen einen festen Platz in meiner Neuseeland-Favoritenliste erobert. Nicht ganz oben, aber auf jeden Fall ziemlich weit vorn.

Ich will zurück nach Wellington!!! Tolle Musik.

Weiter Informationen zu Rhombus gibts auf deren Homepage. Leider aber nix zum Probehören. Dafür kann man Future Reference aber hier downloaden (nachdem man dafür bezahlt hat natürlich).

Und da hab ich Rhombus noch auf MySpace entdeckt. Natürlich mit Hörbeispielen. CloudKicks stammt von Future Reference. Und den Titel Swans gibts hier im Remix:

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Und dann noch TOOS Matsuri Mix (kannte ich bislang auch nicht)

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For Your Interest | Nirvanas Unplugged-Auftritt auf DVD

Endlich ist es soweit. Nirvanas legendärer MTV-Unplugged Auftritt wurde diese Woche auf DVD veröffentlicht. Zu sehen gibt es dass komplette Konzert, eine Dokumentation mit dem Titel “Bare Witness” sowie Aufnahmen aus den Proben.

Ich schätze da muss ich demnächst mal wieder zum DVD-Händler meines Vertrauens  pilgern um mir diese Stück Rock-Geschichte zu sichern. Ich hatte bislang eh nicht verstanden warum es die MTV-Unplugged Konzerte überwiegend nicht auf DVD zu kaufen gibt. Wenn es dann demnächst auch noch die Pearl Jam Unplugged Session gibt wäre ich vollstens zufrieden.

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Retrozension | Nirvana – Bleach

Nirvana - Bleach

Das Nirvana Anfang der neunziger Jahre eine der besten Bands auf dem Planeten waren, ist wohl unbestritten. Dass es jedoch Nirvana auch schon vor Nevermind gab, ist zumindest hierzulande den meisten genausowenig bekannt wie die Tatsache, dass es Nirvana auch nach Nevermind noch gab. Heute geht es hier eindeutig um das Vor-Nevermind.

Es war tatsächlich eine der ersten CDs in meiner damals noch nicht als solche zu erkennenden Musikbibliothek. Vermutlich unter den ersten fünf CDs, mit Sicherheit aber unter den ersten zehn. Das Debutalbum Bleach der Band aus Seattle, WA, damals noch ohne Dave Grohl, dafür noch mit Chad Channing und Dale Crover. Ich selbst hatte die Platte damals von meinen Schwestern zum Geburtstag bekommen und mich zunächst riesig gefreut, dann reingehört und mir die erste Entäuschung nicht anmerken lassen, war ja schließlich ein Geschenk. Bleach klingt im Grunde keinen Meter weit wie Nevermind. Was darauf zu hören ist ist zunächst wirklich schräg und nicht unbedingt etwas, das man als Teenageranfänger gerne hört.

Was Bleach aber für mich wurde ist etwas völlig anderes. An dieser CD lernte Ich damals, dass man eine CD wirklich nicht auf den ersten Eindruck hin im CD-Regal stehen lassen sollte. Denn wenn man ein paar Runden mitgehört hat, dann fängt das Album an zu wachsen. Plötzlich scheint jeder Ton genau da zu sitzen wo er hin muss und die anfangs sehr schrägen Songs haben plötzlich einen Hook wo man eigentlich keinen erwartet hätte.

Zugegeben, Bleach ist nicht das Nirvana-Highlight. Vielmehr ein Album dem man anmerkt, dass auch Nirvana nur eine Band waren wie es sie zu tausenden gab und auch heute noch gibt. Und genau das empfinde ich persönlich als sehr angenehm.

Die ein oder andere Songperle gibt es auch auf Bleach zu entdecken. Mir gefallen am besten der Opener Blew, About A Girl (Der Song der auch im legendären MTV-Unplugged Konzert gespielt wurde), Love Buzz sowie das wirklich coole Big Cheese. Aber auch ansonsten ist Bleach durchweg eine interessante Platte, die ich schon viel zu lange nicht mehr gehört hatte. Nicht unbedingt alltagstauglich aber auf jeden Fall hörenswert.

Gute Platte - wenn man sich mal reingehört hat.

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Recently Released | Radiohead – In Rainbows

Radiohead - In RainbowsVor ganzen vier Jahren konnte man sich das letzte Mal über ein neues Werk aus dem Hause Radiohead freuen. Dieser Notstand wurde nun endlich behoben. Seit dem 10. Oktober ist das neuste Album zu haben. Wer allerdings meint dafür in den nächsten Plattenladen rennen zu müssen, der wird enttäuscht feststellen, dass es da kein neues Album gibt.

Die Band wagte den Schritt das neue Album zunächst ohne Plattenfirma in Eigenregie über ihre Webseite Radiohead.com zu vertreiben. Dort stehen einem als Optionen ein Albumdownload, oder ein Discbox-Set (inklusive sofortigem Download) zur Verfügung. Das Boxset kostet stolze 40 britische Pfund, enthält aber das Album mit einer Zusatz-CD mit weiteren 8 Tracks. Das ganze gibts dann auch gleich nochmal auf LP dazu plus zusätzlichen Photos und Artworks. Ein durchaus lohndendes Angebot für Fans.

Wer nicht weiß, was er mit Vinyl anfangen soll, der kann aber auch die Download-Option kaufen und die kostet, soviel man eben will. Einfach anklicken, Preis eintragen (Ja, auch 0,00 Pfund werden akzeptiert) und downloaden. Erste Statistiker sprechen bereits davon, dass nur etwa 34 % aller Käufer überhaupt etwas gezahlt haben, die Band verneint diese Zahlen, ohne jedoch andere zu nennen.

Für alle, denen das ganze etwas zu schräg ist nun auch noch eine (gute ?) Nachricht: Im Januar kann man dann auch ganz normal und wie gewohnt in den Plattenladen seiner Wahl maschieren und die CD ohne Vinyl (und ohne extra-Songs) kaufen.

Jetzt wird es aber langsam mal Zeit auf die musikalische Komponente des neuen Albums einzugehen. Das neue Radiohead-Album ist großartig. Auf ihre mittlerweile gewohnt sperrige Art hat die Band 10 Songs zusammengeschustert, die in guter Tradition zu Hail To The Thief stehen. Im Gesamteindruck kommt In Rainbows deutlich ruhiger und melancholischer daher. Wer auf eine Rückkehr zu rockigeren Zeiten, wie noch auf Pablo Honey oder The Bends hofft, wird mit Sicherheit entäuscht. Auch In Rainbows ist wieder in gewisser Weise elektronisch geprägt, ohne aber auch nur eine Sekunde lang steril zu wirken. Dafür sorgt schon Thom Yorkes Stimme, die überwiegend im Falsett-Bereich umherschwirrt und so wunderbar leidend klingt, dass man einfach von der Schönheit der Radiohead-Melancholie eingenommen werden muss.

Bei Musik stelle ich mir häufig die Frage, zu welcher Situation eine bestimmte Band oder ein bestimmtes Album am besten passt. Bei Radiohead stelle ich mich damit vor ein schier unlösbares Problem. Die Musik ist grandios aber (inzwischen) untanzbar, nicht gesellschaftstauglich und zu Schade um einfach nur so nebenbei konsumiert werden. Die Musik muss bewusst genossen werden. Inzwischen finde ich, dass man Radiohead am besten hört, wenn man Zeit hat, sich ganz fallen zu lassen und die Gedanken schweifen zu lassen. Das kann auch morgens im Zug auf dem Weg zur Arbeit funktionieren, aber am ehesten doch zu Hause auf der Couch, die Anlage schön laut und das Telefon ausgestöpselt. Für solche Momente ist auch In Rainbows gemacht und funktioniert prächtig.

Im Fazit muss ich nun doch machen, was ich eigentlich vermeiden wollte: Der Vergleich zu OK Computer darf nicht ausbleiben, da die Größe von Radiohead eben jenem Album geschuldet ist. In Rainbows ist kein zweites OK Computer. Das kann es nicht sein und das will es auch gar nicht sein. Die Band hat sich weiterentwickelt und mit ihrem neusten Album ein wirklich großartiges Werk veröffentlicht, dass von vorne bis hinten absolut rund, tiefgründig, sehr gut produziert und ein bißchen sperrig ist. Der Ein oder Andere wird hier und da in seinen Hörgewohnheiten gestört und genau das ist ja auch Teil des Charmes von Radiohead. Wie gesagt: großartig, kein neues OK Computer aber auf jeden Fall 5 Sterne von mir.

Absolut Groß

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