For Your Interest | Nirvanas Unplugged-Auftritt auf DVD

Endlich ist es soweit. Nirvanas legendärer MTV-Unplugged Auftritt wurde diese Woche auf DVD veröffentlicht. Zu sehen gibt es dass komplette Konzert, eine Dokumentation mit dem Titel “Bare Witness” sowie Aufnahmen aus den Proben.

Ich schätze da muss ich demnächst mal wieder zum DVD-Händler meines Vertrauens  pilgern um mir diese Stück Rock-Geschichte zu sichern. Ich hatte bislang eh nicht verstanden warum es die MTV-Unplugged Konzerte überwiegend nicht auf DVD zu kaufen gibt. Wenn es dann demnächst auch noch die Pearl Jam Unplugged Session gibt wäre ich vollstens zufrieden.

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Retrozension | Nirvana – Bleach

Nirvana - Bleach

Das Nirvana Anfang der neunziger Jahre eine der besten Bands auf dem Planeten waren, ist wohl unbestritten. Dass es jedoch Nirvana auch schon vor Nevermind gab, ist zumindest hierzulande den meisten genausowenig bekannt wie die Tatsache, dass es Nirvana auch nach Nevermind noch gab. Heute geht es hier eindeutig um das Vor-Nevermind.

Es war tatsächlich eine der ersten CDs in meiner damals noch nicht als solche zu erkennenden Musikbibliothek. Vermutlich unter den ersten fünf CDs, mit Sicherheit aber unter den ersten zehn. Das Debutalbum Bleach der Band aus Seattle, WA, damals noch ohne Dave Grohl, dafür noch mit Chad Channing und Dale Crover. Ich selbst hatte die Platte damals von meinen Schwestern zum Geburtstag bekommen und mich zunächst riesig gefreut, dann reingehört und mir die erste Entäuschung nicht anmerken lassen, war ja schließlich ein Geschenk. Bleach klingt im Grunde keinen Meter weit wie Nevermind. Was darauf zu hören ist ist zunächst wirklich schräg und nicht unbedingt etwas, das man als Teenageranfänger gerne hört.

Was Bleach aber für mich wurde ist etwas völlig anderes. An dieser CD lernte Ich damals, dass man eine CD wirklich nicht auf den ersten Eindruck hin im CD-Regal stehen lassen sollte. Denn wenn man ein paar Runden mitgehört hat, dann fängt das Album an zu wachsen. Plötzlich scheint jeder Ton genau da zu sitzen wo er hin muss und die anfangs sehr schrägen Songs haben plötzlich einen Hook wo man eigentlich keinen erwartet hätte.

Zugegeben, Bleach ist nicht das Nirvana-Highlight. Vielmehr ein Album dem man anmerkt, dass auch Nirvana nur eine Band waren wie es sie zu tausenden gab und auch heute noch gibt. Und genau das empfinde ich persönlich als sehr angenehm.

Die ein oder andere Songperle gibt es auch auf Bleach zu entdecken. Mir gefallen am besten der Opener Blew, About A Girl (Der Song der auch im legendären MTV-Unplugged Konzert gespielt wurde), Love Buzz sowie das wirklich coole Big Cheese. Aber auch ansonsten ist Bleach durchweg eine interessante Platte, die ich schon viel zu lange nicht mehr gehört hatte. Nicht unbedingt alltagstauglich aber auf jeden Fall hörenswert.

Gute Platte - wenn man sich mal reingehört hat.

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Recently Released | Radiohead – In Rainbows

Radiohead - In RainbowsVor ganzen vier Jahren konnte man sich das letzte Mal über ein neues Werk aus dem Hause Radiohead freuen. Dieser Notstand wurde nun endlich behoben. Seit dem 10. Oktober ist das neuste Album zu haben. Wer allerdings meint dafür in den nächsten Plattenladen rennen zu müssen, der wird enttäuscht feststellen, dass es da kein neues Album gibt.

Die Band wagte den Schritt das neue Album zunächst ohne Plattenfirma in Eigenregie über ihre Webseite Radiohead.com zu vertreiben. Dort stehen einem als Optionen ein Albumdownload, oder ein Discbox-Set (inklusive sofortigem Download) zur Verfügung. Das Boxset kostet stolze 40 britische Pfund, enthält aber das Album mit einer Zusatz-CD mit weiteren 8 Tracks. Das ganze gibts dann auch gleich nochmal auf LP dazu plus zusätzlichen Photos und Artworks. Ein durchaus lohndendes Angebot für Fans.

Wer nicht weiß, was er mit Vinyl anfangen soll, der kann aber auch die Download-Option kaufen und die kostet, soviel man eben will. Einfach anklicken, Preis eintragen (Ja, auch 0,00 Pfund werden akzeptiert) und downloaden. Erste Statistiker sprechen bereits davon, dass nur etwa 34 % aller Käufer überhaupt etwas gezahlt haben, die Band verneint diese Zahlen, ohne jedoch andere zu nennen.

Für alle, denen das ganze etwas zu schräg ist nun auch noch eine (gute ?) Nachricht: Im Januar kann man dann auch ganz normal und wie gewohnt in den Plattenladen seiner Wahl maschieren und die CD ohne Vinyl (und ohne extra-Songs) kaufen.

Jetzt wird es aber langsam mal Zeit auf die musikalische Komponente des neuen Albums einzugehen. Das neue Radiohead-Album ist großartig. Auf ihre mittlerweile gewohnt sperrige Art hat die Band 10 Songs zusammengeschustert, die in guter Tradition zu Hail To The Thief stehen. Im Gesamteindruck kommt In Rainbows deutlich ruhiger und melancholischer daher. Wer auf eine Rückkehr zu rockigeren Zeiten, wie noch auf Pablo Honey oder The Bends hofft, wird mit Sicherheit entäuscht. Auch In Rainbows ist wieder in gewisser Weise elektronisch geprägt, ohne aber auch nur eine Sekunde lang steril zu wirken. Dafür sorgt schon Thom Yorkes Stimme, die überwiegend im Falsett-Bereich umherschwirrt und so wunderbar leidend klingt, dass man einfach von der Schönheit der Radiohead-Melancholie eingenommen werden muss.

Bei Musik stelle ich mir häufig die Frage, zu welcher Situation eine bestimmte Band oder ein bestimmtes Album am besten passt. Bei Radiohead stelle ich mich damit vor ein schier unlösbares Problem. Die Musik ist grandios aber (inzwischen) untanzbar, nicht gesellschaftstauglich und zu Schade um einfach nur so nebenbei konsumiert werden. Die Musik muss bewusst genossen werden. Inzwischen finde ich, dass man Radiohead am besten hört, wenn man Zeit hat, sich ganz fallen zu lassen und die Gedanken schweifen zu lassen. Das kann auch morgens im Zug auf dem Weg zur Arbeit funktionieren, aber am ehesten doch zu Hause auf der Couch, die Anlage schön laut und das Telefon ausgestöpselt. Für solche Momente ist auch In Rainbows gemacht und funktioniert prächtig.

Im Fazit muss ich nun doch machen, was ich eigentlich vermeiden wollte: Der Vergleich zu OK Computer darf nicht ausbleiben, da die Größe von Radiohead eben jenem Album geschuldet ist. In Rainbows ist kein zweites OK Computer. Das kann es nicht sein und das will es auch gar nicht sein. Die Band hat sich weiterentwickelt und mit ihrem neusten Album ein wirklich großartiges Werk veröffentlicht, dass von vorne bis hinten absolut rund, tiefgründig, sehr gut produziert und ein bißchen sperrig ist. Der Ein oder Andere wird hier und da in seinen Hörgewohnheiten gestört und genau das ist ja auch Teil des Charmes von Radiohead. Wie gesagt: großartig, kein neues OK Computer aber auf jeden Fall 5 Sterne von mir.

Absolut Groß

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Seen Live | Travis – Capitol Mannheim / 22 Okt 2007

Einen solchen Konzertabend wie am 22. Oktober hatte ich noch nicht erlebt. Erstens war es das erste mal, dass ich als Berufstätiger an einem Wochentag auf ein Konzert gegangen bin, zweitens waren meine Freundin und ich deshalb sowieso schon spät dran, drittens kennen wir uns beide in Mannheim gar nicht aus und hatten schon ein wenig Mühe den Mannheimer Rosengarten zu finden aber nur um viertens zu erfahren, dass das Konzert aus “technischen Gründen” ins Mannheimer Capitol verlegt wurde, von dem wir nun gar nicht wussten wo es zu finden ist (Sowas passiert wenn man kein Internet zu Hause hat).

Sagen wir mal es war also nicht ganz einfach, erst einmal zum Konzert zu gelangen. Letztendlich schafften wir es aber doch zum Capitol zu finden, einen Parkplatz zu finden und dann sogar noch vor Konzertbeginn da zu sein. Zugegeben, ich kann jetzt nicht sagen ob es eine Vorband gegeben hat, als wir kamen spielte jedenfalls keine mehr. Dafür blieb kurz Zeit die Location zu begutachten, und das Capitol ist wirklich ganz nett.

So etwa fünf Minuten nachdem wir dann endlich angekommen waren, betraten Travis den Raum. Ich schreibe hier ganz bewusst nicht “stürmten die Bühne” denn die drei Jungs kamen in Boxermänteln zu den Klängen des Rocky-Themas durch den “Volkseingang” und durchquerten erstmal mit ganz viel Fankontakt das Parkett. Damit war die Stimmung gleich von Anfang an grandios und das sollte sich auch im Laufe des Abends nicht mehr ändern. Als die Bühne dann schließlich doch “erstürmt” war, legte die Band mit Selfish Jean gleich voll los und spielte auf höchstem Niveau. Was danach folgte war Konzertkunst pur. Fran Healey moderierte durch den Abend, was dem Publikum offensichtlich gut gefiel. Ezählt wurde über die letzten Jahre im Privatleben der Band, dass Fran im nächsten Jahr nach Deutschland zieht, um hier mit seiner deutschen Frau und seinem ebenfalls deutschen Sohn zu leben, und das der norwegische (oder doch schwedische) Tour-Keyboarder Klaus eigentlich mit C geschrieben wird und sowieso eigentlich Claes heißt. Das gipfelte darin, dass während des Klaviersolos zu Good Feeling das Publikum fortwährend “Claus” (mittlerweile mit C geschrieben) rief. Dabei war es unmöglich dem Charme von Fran Healey nicht zu unterliegen. Der Kerl ist so unglaublich nett, dass ihn vermutlich jeder gern zum Freund hätte.

Musikalisch war der Abend schlichtweg grandios. Die Band spielte im Grunde alle Songs, die ich mir im Vorfeld erhofft hatte außer  Midlife Crisis und More Than Us. Die fehlten leider. Besonders gefiel mir, dass auch einige Songs des letzten Albums 12 Memories im Programm waren. Das Album war ja in der Presse nicht gerade gut aufgenommen worden, obwohl es wirklich gut ist. Auch im Publikum zeigte sich, dass im Grunde jeder die Texte zu den Songs kannte.

Kurzum, ich stand etwa zwei Stunden in der Menge und sang von Anfang bis Ende jeden Song mit und freute mich, endlich einmal Travis live erleben zu können. Als das Konzert schließlich mit Why Does It Always Rain On Me endete, konnten sicher alle Besucher mit dem guten Gefühl nach Hause gehen, ein wirklich lohnendes Konzert gesehen zu haben. Wenn Travis wieder unterwegs sind, gehe ich mit Sicherheit wieder hin.

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UMZUGSPAUSE ENDE | Back To Blog

Nach einigen Wochen ohne Verbindung zur Aussenwelt – abgesehen von meinem Handy, dass in der neuen Wohnung nur sporadisch Empfang hat – habe ich nun endlich wieder Zugang zum www. Das heißt in Konsequenz auch, dass ich wieder über Musik bloggen kann und auch werde.

In meiner Abwesenheit hat sich auch das ein oder andere getan in der Musikwelt. Die wichtigsten Ereignisse aus meiner Sicht waren dabei mein Besuch beim Konzert von Travis in Mannheim und natürlich das Release des neuen Radiohead-Albums In Rainbows.

Ich werde also in den nächsten Tagen erst mal diese beiden Themen abhaken, bevor ich dann wieder zu Retrozensionen komme. Ich freu mich drauf.

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