Retrozension | Green Day – 1039/Smoothed Out Slappy Hours

Green Day - 1039/Smoothed Out Slappy Hours

Mal wieder verspüre Ich das Bedürfnis über ein Green Day Album zu schreiben. Das Green Day bei mir eine Art Sonderstellung einnehmen, ist vielleicht schon durch die Retrozensionen zu den Alben Dookie und Kerplunk offenkundig geworden. Green Day sind einfach eine der Bands meiner (längst vergangenen) Jugendzeit. Die Band versteht es, meiner Meinung nach, wie kaum eine Zweite mit ihrer Musik Spaß an der Musik und sogar Spaß am Leben zu verbreiten. Läuft irgendwo in Höhrweite eine Green Day Platte, dann bin ich schlagartig ein bißchen besser gelaunt und das fasziniert mich bis heute.

Da war es damals nur konsequent von mir, alle Alben der Punker aus dem fernen Kalifornien in meine (damals noch nicht mal 20 CDs umfassende) CD-Sammlung  aufzunehmen, die in den Plattenläden zu finden waren.  So kam ich auch zum quasi ersten Green Day Album 1039/Smoothed Out Slappy Hours. Genau genommen ist dieses zwar gar kein Album, sondern eine Kompilation aus dem wirklich ersten Studioalbum 39/Smooth und den beiden EPs 1000 Hours und Slappy. Das erklärt dann auch den ziemlich seltsamen Titel der Scheibe.

Musikalisch kann man auf 1039/Smoothed Out Slappy Hours keine Meilensteine erwarten. Wirkliche Hits erkenne ich auf dem gesamten Longplayer keine. Dennoch bietet das Album im Grunde schon fast alles, was später zum Erfolgsrezept der Band werden sollte. Simple 4-Akkorde Riffs, spaßorientierte Texte zu typischen Teenie-Themen und Punkmusik, die das Leben angenehmerweise nicht ganz so schwer und ernst nimmt. Fast eine ganze Stunde wird man so mit 19 kleinen Punknümmerchen unterhalten. Die Produktion ist eher nicht so gelungen, aber die Freude an der Musik verbreitet sich auch auf dem Erstlingswerk der Band ungehemmt.

Insgesamt lässt sich die Platte also schon ziemlich gut hören. Für Menschen, die Green Day bislang nichts abgewinnen konnten, ist sie mit Sicherheit keine gute Investition und auch in der Geschichte der Band stellt sie nicht mehr dar, als einen Anfang. Für mich als unheilbaren Green Day Freund war der Kauf jedoch kein Fehler. Das ich das Album jedoch heute noch wirklich hören würde, kann ich eher nicht behaupten.

Solide Arbeit!

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Recently Released | Foo Fighters – Echoes, Silence, Patience & Grace

Foo Fighters - Echoes, Silence, Patience & GraceBevor ich mich dem eigentlichen Titel des Posts zuwende, noch eine kurze Erklärung zur Funkstille der letzten Woche. Ich habe am Montag meine neue Arbeitsstelle angefangen. Und als wäre das alleine nicht schon genug Grund mal ein wenig kürzer zu treten, kommt erschwerend hinzu, dass ich täglich knapp vier Stunden unterwegs bin, um zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen. Nun ja, meine Wohnungssuche läuft und dürfte mich daher hoffentlich bald näher an meine Arbeitsstelle bringen und mir dann auch wieder mehr Blog-Zeit bieten.

Wegen meiner veränderten Lebensumstände kam ich im Übrigen auch erst heute morgen dazu, mir die neue Foo Fighters Platte zuzulegen – und damit wären wir wieder beim eigentlichen Thema angekommen. Gestern erschien nämlich das von mir heiss ersehnte Album Echoes, Silence, Patience & Grace. Der Titel selbst führt glücklicherweise dann doch in die Irre, denn anstatt uns mit buddhistischem Gedankengut ins Nirvana (Wortspiel-Alarm!) zu erleuchten, bringen die Foos wieder einmal ein sehr gutes und deutlich rockiges Album auf die Beine. Nach dem Mega-Erfolg von In Your Honor sicher keine leichte Aufgabe. Nach meiner Erfahrung ist es immer schwierig nach einem Doppelalbum wieder voll zu überzeugen.

Den Einstieg schafft Echoes, Silence, Patience & Grace aber spielend. Schon der Opener The Pretender, der gleichzeitig auch die erste Single darstellt, fasst die ganze Spannbreite, die man noch von In Your Honor im Ohr hat, in einem Song zusammen und weckt Hoffnungen auf Foo Fighters typische Rock-Eskapaden. Ein wirklich grandioser Song.

Es kommt dann aber doch etwas anders als erwartet. Bereits der zweite Song Let It Die beginnt dann doch wieder etwas ruhiger als man erwarten würde. Und hält die ruhige Grundnote auch ziemlich lange durch. Erst kurz vor Schluss erlauben die Gitarren sich den Verzerrer dazu zu bringen. Sind das noch die Foos? Bislang kannte man sie eher als Entweder-Oder-Band. Entweder es rockte was das Zeug hält, oder eben es wurde ein ruhiger Song gespielt, aber auch das dann eben konsequent. Jetzt auf einmal entdecken die Jungs um Dave Grohl die Dynamik und Akkustikgitarre?

So ist es wohl, und das scheint mir zumindest kein Fehler zu sein. Die Songs erhalten dadurch eine angenehme Tiefe und zeigen, dass der ruhige Teil des letzten Albums wohl doch seine Spuren hinterlassen hat. Der ruhigeren Songsstruktur ist es dann wohl auch geschuldet, dass die Produktion ungewohnt klar erscheint. Dave Grohl singt sehr genau und lässt neue Qualitäten in seiner Stimme zum Vorschein kommen.

Insgesamt ist der erste Eindruck von Echoes, Silence, Patience & Grace ein sehr guter. Das Album ist nicht das knüppelharte Rock-Album, dass die Single The Pretender vermuten lies. Es ist aber auch nicht die weichgespülte Esotherik-Platte, die der Titel suggeriert. Im Grunde haben die Foos ihr Album In Your Honor durch den Fleischwolf gedreht und das beste daraus in 12 (bzw. 13 in der Bonusversion) Songs verpackt. Dabei ist die Band gewachsen und die Qualität der Arrangements unweigerlich gestiegen. Ein wirklich gutes Album von dem ich mir sicher bin, dass es in der nächsten Woche noch einiges Tiefe und Größe gewinnt, je öfter ich die Gelegenheit habe mich reinzuhören.

Wirklich gut und mit Potenzial zu 5 Sternen

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Retrozension | R.E.M. – Monster

R.E.M. - Monster

Nachdem R.E.M. 1992 mit ihrem Album Automatic For The People gezeigt hatten, dass sie zu den ganz großen Bands ihrer Zeit gehören, erschien zwei Jahre später der Nachfolger Monster. Obwohl sich Monster laut Charts erfolgreicher platzieren konnte als Automatic For The People, ist dieses Album für mich musikalisch immer ein Rückschritt gewesen. In keinster Weise knüpfen R.E.M. an die Genialität des Vorgängeralbums an, und das ist wirklich schade. Oder vielleicht doch nicht?

Dennoch wäre es verkehrt Monster für sich als missglückt zu bezeichnen. Es ist nur so, dass Monster musikalisch einfach viel eher als Vorgängeralbum zu Automatic glaubhaft ist. Der etwas kratzigere, ungestüme R.E.M. Sound, wie man ihn noch von Green, Out Of Time oder Document kennt, kennzeichnet auch Monster. Automatic For The People erscheint dazwischen fast wie ein Missgeschick.

Aber ich möchte hier auch erstmal die Vergleiche fallen lassen, und Monster für sich selbst stehen lassen. Der Opener What’s The Frequency, Kenneth eröffnet mit R.E.M. typischen Gitarrensounds, den verhaltenen, aber guten Vocals von Michael Stipe. Das ganze versprüht besten Indiecharme, insbesondere, da dieVocals ein wenig zu leise abgemischt scheinen, und auf übermäßige Produktionseffekte verzichtet wurde. Crush with Eyeliner folgt mit seinem charakteristischen Phasergitarrensound. Die Gangart des Albums wird spätestens hier klar. Es sind eher poppige Songs mit etwa 4 Minuten Länge. Die Schwermut bleibt außen vor, überschwengliche Freude wird sicher aber auch woanders zelebriert. Auch King of Comedy folgt auf den Pfaden seiner Vorgängersongs. Eher poppig inszeniert und gute Partymusik. Erst I don’t Sleep, I Dream zeigt sich etwas düsterer und ruhiger, ohne dabei allzusehr in Melancholie zu verfallen. Ein wirklich guter Song. Schluss mit Ruhe schreit dann förmlich Star 69. Es rockt erstmals richtig und befreit die Platte von der bis dahin zelebrierten Lethargie. Nach so einem Song wird es zeit für einen Engtanzsong, und der kommt auch prompt mit Strange Currencies. Da schmelzen die Herzen und man kann sich förmlich vorstellen wie zahllose Pärchen engumschlungen auf der Tanzfläche schwofen. Tongue hilft dann, den romantischen Augenblick noch ein paar Minuten länger festzuhalten, und macht dabei einen guten Job. Jetzt will man aber dann doch mal wieder ein bißchen tanzen. Da kommt Band and Blame genau recht. Der vielleicht beste Song des Albums fängt eher sanft an, um dann im Refrain ein bißchen rockiger zu werden. I Took Your Name folgt auf dem Fuße, und erinnert wegen seines Phasersounds nicht unwesentlich an Crush with Eyeliner. Macht aber nix. Ist trotzdem ein guter Song. Let me in schlägt wieder ruhigere Töne an. Mit stark übersteuerter Gitarre und nur sehr zaghaftem Schlagwerkeinsatz. Mit Circus Envy wird nochmal das Haus gerockt, dass die Fetzen fliegen. Toller Refrain übrigens, der mich ein wenig an die Rocknummern von The Police erinnert. Zum Schluß dann das eher ruhige und auch ein wenig düstere You.

Insgesamt ist Monster ein wirklich gutes Album, dass wirklich Freude macht. Mir kommt es immer ein wenig vor wie eine nette Party. Nicht zu düster, nicht zu überschwenglich. Wahrscheinlich gehört Monster auch wirklich zu den besten Alben, die R.E.M. bisher produziert haben. Aber dennoch steht es meiner Meinung nach im Schatten des Überwerks Automatic For The People. Macht aber ja eigentlich nix. So lange es Spaß macht, oder?

Gute Musik

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Recently Released | Eddie Vedder – Into the Wild

Eddie Vedder - Into the Wild

Zum ersten Mal in seiner langen Karriere – von ein paar einzelnen Beiträgen zu anderen Film-Soundtracks abgesehen – geht Eddie Vedder, seineszeichens Frontmann der Mega-Alternative-Rockband Pearl Jam auf Solopfaden. Mit der Veröffentlichung seines Soundtrack-Albums Into the Wild zum gleichnamigen Film hat Mr. Vedder sein erstes Soloalbum in die Musikwelt entlassen.

Mir, als bekennendem Pearl Jam Fan, bleibt da natürlich nichts anderes übrig, als am Releasetag zu einem Musikhändler meiner Wahl zu pilgern, um mir das Machwerk eines meiner Helden käuflich anzueignen. Gesagt, getan, halte Ich nun das Album in den Händen. Die Verpackung (in Fachkreisen auch gerne Digipack und Booklet genannt) ist schon einmal sehr schön. Als kleines Büchlein kommt es daher, die CD in einem kleinen Papierschuber am Ende untergebrach, und erinnert dadurch nicht unwesentlich an die Verpackung des Pearl Jam Albums Vitalogy.

Aber wie das bei Musik nun mal so ist, zählt natürlich viel mehr das, was sich auf der CD gepreßt befindet. Nun ja, so ganz einfach fällt es mir noch nicht, das zu beschreiben. Die CD beherbergt etwa 33 Minuten Musik, verteilt auf 11 Songs. Musikalisch gibt es in erster Linie sehr ruhige Tracks zu hören. Alles erinnert – Ich bin versucht zu sagen: leider – sehr stark an die ruhigeren Pearl Jam Songs nur, dass eben  die Besetzung fast überwiegend auf Gitarre und Schlagzeug beschränkt ist. Das ist nicht schlecht. Ganz und gar nicht. Aber es fehlen auch die Überraschungen.

Ruhigere Musik also, die vermutlich auch exzellent zum Film von Sean Penn passt. Davon gehe ich einfach mal aus ohne den Film gesehen zu haben. Die Songs haben den charakteristischen Charme von Eddie Vedder. Seine Stimme füllt einfach jedes Herz. Die Songs sind gefühlvolle Balladen und stammen mit Ausnahme von Hard Sun und Society ausschließlich aus der Feder von Eddie Vedder. Einige der Stücke sind rein instrumental. Der Grundtenor des Albums ist dabei sehr entspannt und ruhig. Die Songs Setting Forth und Far Behind gehen etwas rockiger ran. Insbesondere Far Behind gefällt mir dabei besonders gut. Aber auch hier könnte man jedem erzählen, es handele sich um einen Pearl Jam Song.

Mein Fazit fällt etwas zwiespältig aus. Into The Wild ist in jedem Fall ein gutes Album. Soviel steht für mich fest. Insbesondere für Fans von Pearl Ja, aber auch für diejenigen Zeitgenossen, die die Singer/Songwriter-Schiene lieben bietet der Soundtrack wirklich gute und schöne Musik. Für mich hängt allerdings immer ein wenig das Manko in der Luft, dass Eddie Vedder nicht auch mal ein wenig seine ausgetrampelten Pfade verlässt, und etwas neues wagt. Vielleicht sind meine Ansprüche aber auch etwas zu hoch angesetzt. Wer sich selbst eine Meinung bilden möchte, kan auf der Filmhomepage einige Songs des Soundtracks komplett anhören.

Im direkten Soloalben-Vergleich zum Grungekollegen Chris Cornell ist Into the Wild in jedem Fall deutlich besser gelungen, als das letzte Soloablum von Chris Cornell. Gegen dessen Erstlingssolowerk Euphoria Morning steht Eddie Vedder meiner Meinung nach hinten an.

Gut, Gut - aber eben nicht mehr.

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For Your Interest | iPod Classic im Close-Up

Gestern war ein guter Tag, denn mein nagelneuer iPod Classic (wieder in schwarz) mit satten 80 GB Festplatte ist gestern bei mir eingetrudelt. Also dachte ich mache ich mir doch mal die Mühe die Vorteile und Nachteile der neu erschaffenen Klassiker mal aufzuspüren und schonungslos aufzudecken. Wofür macht man denn schließlich einen Blog?. Als Referenz dient mein voriger 30 GB Video iPod der 5. Generation.

Verpackung

Der erste Eindrcuk fängt bei Apple natürlich mit der Verpackung an, schließlich handelt es sich beim iPod ja neben seiner Funktion als MP3-Player auch um ein hochgradiges Lifestyle-Produkt. Der iPod kommt in einem schmucke, in meinem Fall schwarzen Kästchen daher, dass sowohl elegant aussieht, als auch den Lifestyle-Faktor erfüllt. Dennoch muss ich zugeben, dass mir die Umverpackung des G5 iPods damals etwas besser gefallen hatte. Abzüge gibt es dann auch bezüglich des Verpackungsinhaltes. Die Kopfhörer liegen zwar bei, jedoch ohne die schwarzen Schaumstoffpölsterchen, die den Tragekomfort doch erheblich verbessern. Zum Glück habe ich noch die Ersatz(!)polster aus dem letzten iPod-Kauf. Ebenfalls vergebens sucht man eine einfache Schutzhülle, wie sie noch meinem letzten iPod bei lag. Diese hatte ich zwar nur sehr wenig benutzt, aber dennoch denke ich gerade für Neukunden ohne Armband oder anderer Schutzhülle wäre das nicht zuviel verlangt. Auch ein CD mit der so lebenswichtigen iTunes-Software kann man in der Verpackung nicht finden. Das war bei meinem anderen iPod noch anders, obwohl ich auch schon von Leuten gehört habe, dass sie ihren älteren iPod ebenfalls ohne Software erhalten hätten. Vielleicht gibt es da ja regionale Verpackungsunterschiede, mein letzter iPod stammte nämlich aus Neuseeland.

Das Äußere

Nun zum äußeren Eindruck. Da glänzt der neue iPod natürlich – ohne dabei jedoch zu glänzen. Die neue Oberfläche ist nämlich matt-schwarz und erfreulicherweise aus Metall. Das Display liegt unter einem Echtglasschirm, was auf geringe Kratzeranfälligkait hoffen lässt. Da muss sich der ältere iPod eindeutig geschlagen geben. Dessen Oberfläche war vollständig unter einer Hochglanz-Kunststoffoberfläche, die nicht gerade resistent gegen Kratzer war. Zudem ist der neue iPod wieder etwas rundlicher geworden. Die Kanten sind nämlich mittlerweile (wieder?) abgeflacht. Ob das nun besser is, ist sicherlich Geschmackssache. Mir gefällt es auf jeden Fall sehr gut. Ansonsten gibt es äußerlich noch eine deutliche Änderung: der HOLD Schieber ist mttlerweile aus schwarzem Kunststoff gefertigt. Auch die Kopfhörer-Buchse ist schwarz. Beim 5G schimmerten beide Bauteile noch in metallischem Silber.
Ebenfalls verbessert ist das Display selbst. Es scheint mir, dass das neue Display wesentlich klarer und deutlicher in der Darstellung ist. Die Farben erscheinen etwas kräftiger, was natürlich nurvon Vorteil sein kann.

Das Menü

Trotz allen Äußerlichkeiten zählen natürlich auch bei einem iPod die inneren Werte. Inisbesondere, wenn man bedenkt, dass man in der Regel für einen MP3-Spieler aus dem Hause Apple deutlich mehr Scheine rüberwachsen lassen muss als für vergleichbare Geräte anderer Hersteller. Im Vergleich zu meinem vorherigen 5G iPod hat sich einiges getan. Die augenscheinlich attraktivste Neuerung ist die Cover-Flow Funktionalität. Wie im iTunes ab Version 7 können nun auch die Plattencover durchgeblättert werden. Ob die Funktion auf Dauer wirklich so praktisch ist, kann ich noch nicht beurteilen. Schön anzusehen ist sie auf jeden Fall. Hat man sein Lieblingsalbum gefunden, kann man durch einen Druck auf den Center-Knopf das Cover “umdrehen” und sieht eine Liste mit den darauf enthaltenen Songs sowie deren Länge. Titelnummern sucht man leider vergeblich. Dennoch eine schöne Funktion. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, letztendlich doch wieder mehr auf die übliche Listenvariante zuzugreifen. Schon, weil die Cover-Flow Ansicht Compilations nicht zusammengefasst anzeigt. Meiner Meinung nach eine unverständliche Nachlässigkeit, die hoffentlich noch in einem Softwareupdate geändert wird.
Ansonsten stehen einem wie gewohnt Playlisten, Songs, Künstler und Genres als Listenmenüs zur Auswahl, wodurch sich der neue iPod im Großen und Ganzen bedienen lässt wie schon der ältere Bruder. Und das ist auch gut so: Ich habe bisher keinen MP3-Spieler in den Händen gehalten, der mich in punkto Bedienungskonzept auch nur annähernd so überzeugen konnte wie der iPod.
Eine Neuerung hätte ich fast unterschlagen. Auch beim Listenbrowsen bekommt man nämlich zu Alben die entsprechenden Cover-Piktogramme angezeigt. Ein sehr hübsches Feature, das insbesondere den Menschen helfen dürfte, die sich Plattennamen so schwer merken können.

Das übergeordnete Menü hat mittlerweile auch ein Facelift erhalten. Es kommt schmaler daher, nämlich exakt halbiert. Der so gewonnene Platz auf der rechten Bildhälfte wird zur Illustration der Menüpunkte genutzt. Ist der Cursor gerade beim Menüpunkt Musik, flutschen gemächlich Plattencover vorbei, Beim Menüpunkt Videos werden Standbilder, der auf dem iPod befindlichen Videos eingeblendet usw. Das erhöht zwar nicht den Bedienkomfort, sieht aber sehr schick aus und macht den neuen Besitzer mächtig stolz 😉 .

Die vielleicht wesentlichste Änderung aber bietet der iPod Classic in der Anpassbarkeit der Menüs. So lassen sich unnötige Menüpunkte (wie für mich etwa das browsen nach Genres) einfach ausblenden. Das  spart unnötige Fehlnavigation und ist ein längst überfälliges Feature. Toll! Auch neu ist die Möglichkeit die eigene Musikbibliothek auf dem iPod direkt zu durchsuchen. Durch Eingabe der Buchstaben über das Clickwheel kann man so gezielt nach Songs, Alben und Künstlern suchen. Die Ergebnisse werden sofort im Hintergrund angezeigt und lassen sich direkt anwählen. Sicherlich eine gute Funktionalität für Single(Maxi)-Freunde, die keinen Überblick mehr über ihre Audiothek haben.

Ansonsten gibts noch ein paar kleinere Neuerungen, wie einem informativeren Screen auf dem iPod, wenn man ihn mit dem Computer verbindet. Statt dem ewigen “Do not disconnect” erhält man nun ein Feedback, was der liebe iPod gerade so tut. Auch neu ist, dass es einen Art Screensaver gibt. So blendet sich nach einer gewissen Zeit Musikwiedergabe die Anzeige des Titels und des Albumartworks aus und macht Platz für eine große, gut lesbare Digitaluhr, einen Ladestandsanzeiger sowie einem Play-Pfeil. Das spart sicherlich erheblich Energie und ist außerdem durchaus praktisch. Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass viele Leute genervt sein werden immer erst das Clickwheel betätigen zu müssen, um zu sehen was sie da gerade hören.

Resumée (ja, ich weigere mich die korrekte neue Schreibweise zu nutzen)

Der neue iPod Classic ist toll. Das Produkt ist ein würdiger Nachfolger der vorigen iPod Modelle, und mit 80 GB Platz kann da schon eine ganze Menge Musik drauf Platz nehmen. Die Menüneuerungen sind ebenfalls gut überlegt und sinnvoll umgesetzt worden. Ein Kauf rechtfertigt sich aber sicherlich nur, wenn man mit seinem Vorgänger-iPod nicht mehr hinkommt. So war das bei mir der Fall. Die 30 GB Bibliothek reichte einfach nicht mehr aus, meine komplette Musikbibliothek zu beherbergen. Ansonsten wäre ich aber sicherlich noch gut mit dem etwas älteren Modell ausgekommen.
Im Endeffekt muss natürlich jeder selbst wissen, ob sich ein neuer iPod für ihn/sie selbst lohnt. Ich bin zumindest hoch zufrieden mit meiner neuen Errungenschaft. Für alle nicht-iPod Nutzer möchte ich noch hinzufügen, dass meine eigenen Erfahrungen gezeigt haben, dass sich die Mehrinvestition in einen iPod absolut lohnt, denn der hohe Bedienungskomfort lässt den iPod einfach deutlich vor allen anderen (mir bekannten) MP3-Playern rangieren. Wer also über eine Neuanschaffung nachdenkt, sollte den iPod nicht von vornherein ausklammern, zumal die neuen Modelle so günstig sind wie nie.

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Seen Live | Portugal. The Man – Schlachthof Wiesbaden/09 Sep 2007

Die gehen ab wie Schmitz' Kätzchen

Wow, was ein abend. Lange schon hatte ich mich auf das Konzert der Band aus Alaska/Oregon gefreut. Ich gestehe, ich hatte meine Zweifel, ob sie die wundervolle Komplexität der Songs aus ihrem Album Church Mouth auf die Bühne bringen könnten. Aber ich wurde positiv überrascht. Aber der Reihe nach:

Vorband war die Gruppe Saboteur (schrecklicher Name – aber eine Umbenennung steht bevor) aus Hamburg. Die vier Jungs spielten sehr guten Indie Rock mit einem Hauch von Britpop-Einflüssen. Besonders positiv fiel mir dabei der Sänger/Bassist auf. Dessen Stimme war einfach unglaublich gut. Die Songs waren überwiegend schnell eingängig – ohne jedoch dabei flach zu wirken. Ich denke von diesen Jungs wird man in den kommenden Jahren noch mehr zu hören bekommen. Momentan gibts aber leider nichts zu hören, denn auf dem MySpace-Profil der Band liegen derzeit keine Songs. Schade.

Danach stürmten dann Portugal. The Man die Bühne. Eine solche Bühnenpräsenz hab ich bisher nur selten erlebt. Vom ersten Takt an waren die fünf Musiker voll da und zeigten neben grandiosen Songs und Gesangslinien auch, dass sie mit sehr viel Spaß auf der Bühne stehen. Dass das Publikum sie dabei auch gut sehen kann steht aber offensichtlich nicht so sehr im Vordergrund. Sänger John Gourley (siehe Bild im karierten Hemd) stand das gesamte Konzert über seitlich auf der Bühne und hatte seine nicht ganz so hübsche Kappe tief ins Gesicht gezogen. Was zunächst sehr schrullig wirkte wurde im Laufe des Konzerts im Grunde sehr sympathisch. Auch die anderen Bandmitglieder stellten sich gerade zu Beginn des Konzertes lieber mit dem Rücken zum Publikum.

Dem Spaß tat das jedoch in keinster Weise Abbruch. Im Gegenteil. Die Musik rückte in den Vordergrund, und die musikalische Darbietung war erste Sahne. Gespielt wurden überwiegend Songs aus dem aktuellen Album Church Mouth, aber auch das Vorgängeralbum Waiter: “You Vultures!” war ausreichend vertreten. Zwischendurch durfte es dann auch mal ein, zugegeben sehr experimetelles, Beatles-Cover zu Helter Skelter sein. Insgesamt brachten Portugal. The Man es auf etwas mehr als 105 Minuten Bühnenprogramm plus ein Song Zugabe.

Alles in allem war das eines der besten Konzerte die ich je besucht habe. Wer noch Gelegenheit hat, sich die Band anzuschauen, sollte nicht zögern. Für knapp 15 Euro bekommt ihr einen genialen Konzertabend garantiert (und einen Tinnitus gibts gratis dazu 😉 ).

genial, grandios, spaßig und laut

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