Retrozension | Pink Floyd – Wish You Were Here

Pink Floyd - Wish You Were Here

Es gibt Alben, die dürfen in keiner Rock-Musiksammlung fehlen. Einer dieser Kandidaten ist sicherlich das Album Wish You Were Here von Pink Floyd. Für mich war gerade dieses Album der Einstieg in die Musik von Pink Floyd. Das ist mittlerweile über 10 Jahre her und dennoch höre ich Wish You Were Here regelmäßig.

Im Grunde könnte man meinen das Album sei eine EP. Gerade einmal fünf Songs finden sich auf dem Longplayer (Spielzeit: über 44 Minuten), doch die haben es in sich. Was Pink Floyd da auf Vinyl pressen ließen ist unglaublich dicht und atmosphärisch.

Das Album beginnt mit dem epischen Titel Shine on You Crazy Diamond (Part One), einer 13 1/2-minütigen Hommage an das frühere Bandmitglied Syd Barrett. Nicht, dass man das raushören würde aber so sieht es die Band. Für den unbedarften Hörer bietet sich einfach ein geniales Werk, das von unglaublich guten Soli getragen wird. Dabei, und das ist gerade die Stärke von Pink Floyd, stehen nicht das instrumentalische Können im Vordergrund, sondern immer einzig und allein die Melodie. Nicht, dass die Soli nicht perfekt gespielt wären. Es ist vielmehr so, dass dabei nicht das Können der Instrumentalisten im Vordergrund steht, sondern immer die Wirkung der Musik. Das ist ein einfaches Rezept das von vielen anderen Solisten häufig vergessen wird.

Der zweite Song Welcome to the Machine handelt textlich von der Entdeckung der Band und der Unterzeichnung der Verträge. Das ganze wird untermalt von dampflokartigen Geräuschen, die im Laufe des Songs immer stärker musikalisiert werden. Hier fällt besonders der Einsatz des Synthesizers auf. Sehr Gänsehaut-verdächtig.

Have a Cigar ist die rockigste Nummer auf Wish You Were Here. Getragen von einem sehr rythmischen Gitarrenriff und melodiös gestützt durch interessante Synth-Sounds. Gesungen wird der Song übrigens von Roy Harper, einem britischen Singer/Songwriter der als Gast auftreten durfte. Auch in diesem Song zeigt David Gilmour mal wieder, wie geniale Gitarrensoli zu klingen haben.

Das bekannteste Stück aus dem Album Wish You Were Here ist zweifelsohne der gleichnamige Song. Dieser beginnt mit dem Wohl bekanntesten Gitarrenintro nach Deep Purples Smoke on the Water und Led Zeppelins Stairway to Heaven. Auch dieser Song ist nach Angaben der Band Syd Barrett gewidmet, obwohl er von vielen auch als Liebeslied verstanden wird und werden kann. Einfach grandios!

Zum Schluss des Albums wirds nochmal episch. Shine on You Crazy Diamond (Part Two) dauert nochmal 12 1/2 Minuten und trägt das Thema aus Part One bis zum Ende der Platte.

So sauber durchkonzeptinierte Alben liefert fast ausschließlich Pink Floyd. Wish You Were Here ist ein sehr guter Einstieg in die Klangwelten dieser Band und gehört für mich eindeutig zu den besten Rockalben aller Zeiten, wie übrigens auch andere Pink Floyd Alben. Ganz klare Höchstwertung.

Ein geniestreich

Similar Posts:

Recently Released | Portugal. The Man – Church Mouth

Portugal. The Man - Church MouthZugegeben, für “Recently Released” ist es im Falle von Portugal. The Man vielleicht schon etwas zu spät. Immerhin erschien das zweite Album der Band bereits am 20. Juli. Da ich die Band aber bislang nicht kannte, kann ich nichts für meine Verspätung. Basta.

Aufmerksam wurde ich auf Portugal. The Man durch den Alternative Music Blog. So stieß ich auf die Hörproben zum neuen Album Church Mouth auf deren MySpace-Auftritt. Es fiel mir von Anfang an sehr schwer, nicht zu mögen was ich hörte. Seit gestern bin ich nun stolzer Besitzer des Albums in der Doppel-CD Ausführung, die neben dem Album Church Mouth auch noch die EP It’s Complicated Being A Wizard vom Februar dieses Jahres enthält.

Wie sich dem allwissenden Internet entnehmen lässt, hatten Portugal. The Man mit ihrem Debutalbum Waiter: “You Vultures!” bereits einen absoluten Überraschungserfolg. Ich muss gestehen, dass dieser an mir spurlos vorüber gegangen war. Insofern kann ich hier keine Vergleiche zwischen den beiden Alben anstellen. Was ich allerdings sagen kann ist, dass Church Mouth eines der interessantesten Alben ist, das ich seit langem gehört habe.

Der Sound schwebt irgendwie in einer neuen Dimension zwischen Led Zeppelin und Queens of the Stone Age. Dabei sind Portugal. The Man insgesamt erstaunlich eigentändig in ihrem Stil. Wirklich vergleichbare Bands kenne ich bislang nicht. Die Arrangements sind irgendwie abgehoben und kompliziert. Alles erinnert sehr stark an die Zeit des experimentellen Rocks von Led Zep, Deep Purple, The Who und Konsorten und dennoch klingt alles sehr modern und zeitgemäß. Zusamengehalten werden die progressiven Elemente dann von der alles bestimmenden Melodie. Und genau da liegt die absolute Stärke der Band, die es schafft bei allerFreude am experimentieren nicht das Ziel aus dem Auge zu verlieren, einen hörbaren Song abzuliefern.

Portugal. The Man sind bislang meine persönliche Neuentdeckung des Jahres. Insbesondere die Tatsache, dass die Band sich von allen Konventionen frei gemacht zu haben scheint und einfach ihr eigenes Ding durchzieht, begeistert. Church Mouth beinhaltet eine erstaunliche Breite an Klangwelten und liefert bei allen experimentellen und progressiven Ansätzen ausschlielich gut hörbare Songs, frei von einem elitären Anspruch wie er bei den meisten Prog-Rock Bands mitschwingt. Am besten ihr schaut selbst mal auf der MySpace-Seite der Band vorbei und macht euch einen Eindruck. Fünf Songs können dort angehört werden – Mein Tipp ist My Mind.

Ich kann den Kauf nur empfehlen.

Portugal. The Man im Web

Hörproben aus dem Debutalbum Waiter: “You Vultures!”

Stables and Chairs

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Marching with 6

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Similar Posts:

For Your Interest | Manhattan Project – Senseless Lines of Love and Hate

Manhattan Project | Senseless Lines of Love and HateWer unauffällig auf die Seitenleiste dieses Blogs schaut, wird vielleicht bemerken, dass unter der Überschrift “Seiten” eine neue Seite aufgeführt ist.

Unter “Musik selbstgemacht” finden sich musikalische Produkte, für die unter anderem Ich verantwortlich zeige. Genau genommen sind das bislang ausschließlich sechs Songs meiner früheren Band Manhattan Project und unserer Senseless Lines of Love and Hate EP.

Wer sich traut hat nun Gelegenheit sozusagen “on Demand” die EP in voller Länge anzuhören. Viel Spaß dabei. Und vielleicht kommen da ja auch irgendwann wieder ein paar neue Werke hinzu.

Hier gehts lang!

Similar Posts:

For Your Interest | Arctic Monkeys im Interview

Dank Nicorola Musicblog bin ich auf ein nettes Interview mit Matt Helders und Jamie Cook von den Arctic Monkeys gestoßen. Das ganze ist als Audiostream über National Public Radio (NPR) anzuhören und dauert etwa 10 Minuten. Sozusagen als Zugabe enthalten sind außerdem die Songs
If You Found This, it’s Probably Too Late

Brianstorm

Still Take You Home und
Dancing Shoes

Wer des Englischen mächtig ist und die Arctic Monkeys mag, kann eigentlich nichts falsch machen wenn er/sie mal reinhört. Also, auf den NPR Link klicken und los gehts.

Similar Posts:

News & Rumors | Foo Fighters Single zum Reinhören

Sehr gute Nachrichten für alle Freunde der Foo Fighters. Nach einer exklusiven Premiere auf KROQ, dem legendären Radiosender, ist die neue Single The Pretenders nun online und kann schonmal vorab angehört werden.

Was man da zu hören bekommt ist wahnsinnig gut. Ich hatte ja naturgemäß Zweifel, ob die Foos in der Lage sein würden ihr Megadoppelalbum In Your Honor zu toppen, aber The Pretenders zeigt, dass sie auf jeden Fall auf dem richtigen Weg dazu sind. Absolut hörenswert!

Kraftvoller Rock mit viel Seele und dem typischen Foo-Sound. Jetzt fällt es mir noch schwerer bis Ende September auf das neue Album zu warten.

Gefunden bei ZME

Similar Posts:

Retrozension | Garbage – Garbage

Garbage - GUnd wieder einmal bin ich bei meiner CD-Sammlung auf einen Exot gestoßen, wobei das mit dem Exot natürlich nur auf meine Sammlung bezogen ist. Garbage sind aus zwei Gründen Exot in diesem Zusammenhang: Zum einen singt mit Shirley Manson (irgendwie gruselt es mich bei diesem Namen) eine Frau bei Garbage. Zum anderen ist die Musik von Garbage neben den rockigen Elementen immer auch schon sehr elektronisch angelegt gewesen. Für mich im Jahre 1995 war das schon eine Herausforderung, immerhin lehnte ich zu dieser Zeit alles elektronische (abgesehen von E-Gitarren) kategorisch ab.

Das Album Garbage schaffte für mich eine Art Befreiungsschlag. Dadurch, dass ich gefallen an den elektronischen Elementen auf dem Silberling fand, erweiterte ich meinen musikalischen Horizont schrittweise und fand so den Ausweg aus der Grunge-Only-Phase. So gesehen ist das Album ein ganz persönlicher Meilenstein in meiner Musikhistorie.

Eigentlich liegt mir die Enstehungsgeschichte, sowohl der Band als auch des Albums, gar nicht. Von Anfang an als Produkt geplant und umgesetzt fehlen Garbage die sonst üblichen Sympathien meinerseits. Dennoch gibt es auch dort ein paar witzige Anekdoten zu. Als die ersten Songs von Garbage geschrieben wurden, war noch gar nicht klar, wer denn die Stimme von Garbage sein sollte. Bislang waren Garbage “nur” Butch Vig, Duke Erikson und Steve Marker. Die drei entdeckten Shirley Manson dann irgendwann auf MTV, wo das Video ihrer Band Angelfish lief. Sie schrieben also Miss Manson an und baten sie für ein Vorsingen ins Studio zu kommen. Diese hatte jedoch erst Vorbehalte und lästerte mit ihren Bandkollegen von Angelfish, dass da wahrscheinlich nur ein paar alte Knacker ihren Spaß mit ihr haben wollten. Einer ihrer Bandkollegen gab Shirley dann aber doch den richtigen Tipp, mal im Cover von Nirvanas Nevermind den Namen Butch Vig nachzusehen (Google gabs damals offenbar noch nicht). Der Tipp war gut, denn Butch ist der Produzent des Grunge-Klassikers.

Das hört man dem Album aber nicht unbedingt an. Im Gegensatz zu Grunge im Allgemeinen klingen Garbage sehr deutlich nach Studio und Kunstprodukt. Das trifft die Situation zwar auch sehr gut, dennoch versprüht das Album seinen Charme. Das Klangergebnis sind poppig rockige Songs, die so gar nicht nach Depri-Mucke klingen. Irgendwie ist alles ganz leicht und kann einen trotzdem mitreißen. 12 Songs finden sich auf dem Longplayer, darunter die Hits Queer, I’m only happy when it rains, Vow und Milk. Die Spannweite reicht von eher fetzig bis sehr relaxt, von elektronisch bis eher rockig und das Album lässt sich dabei sehr gut in einem Rutsch durchhören.

Bei mir ist das Album in den letzten Jahren allerdings etwas vernachlässigt worden. Im Zuge dieser Retrozension habe ich es aber quasi wiederentdeckt. Für mich auf jeden Fall ein sehr gutes Album und mit Sicherheit kein Müll.

Coole Sache

Similar Posts: